Sturm 7 18

Von der 'Mile High City' Denver auf Höhe des Meeresspiegels. Die San Jose Sharks luden am Montag zu einer Pressekonferenz per Zoom Meeting und stellten ihren Neuzugang Nico Sturm vor, den frisch gekürten Stanley Cup Champion mit den Colorado Avalanche. Der gebürtige Augsburger hatte am 13. Juli einen Dreijahresvertrag über sechs Millionen US-Dollar (durchschnittlicher Jahreswert US$ zwei Millionen) bei der im Norden Kaliforniens beheimateten Organisation unterschrieben, nahm einige Tage Auszeit in Griechenland und befindet sich nun in seiner deutschen Heimat, wo er am kommenden Samstag den Stanley Cup präsentieren wird.

"Ehrlich gesagt ging alles ziemlich schnell. Es war meine erste richtige Free Agency. Ich wusste, dass eine gewisse Anzahl von Teams Interesse hatte, und wenn der Markt erst einmal eröffnet ist, werden die großen Namen sofort verpflichtet. Dann sickert es zu Spielern wie mir hinunter. Ich hatte das Telefon am Strand dabei und verbrachte den ganzen Tag mit meinen beiden besten Freunden und meiner Freundin. Ich telefonierte mit Mike Grier und hatte ein ziemlich kurzes Gespräch von etwa fünf bis sechs Minuten. Ich bin kein Spieler, der zwei, drei Tage lang über ein Angebot nachdenken kann, und am Ende des Tages muss man einfach seinem Bauchgefühl folgen, mit seinem Berater, Agenten, seiner Familie sprechen, wer auch immer in seinem Leben wichtig ist und ihn auf seinem bisherigen Weg begleitet hat. Mir hat gefallen, was Mike mir am Telefon erzählte und ich war bereit für die nächste Herausforderung und den nächsten Schritt, es war wirklich eine einfache und aufregende Entscheidung für mich. Nachdem ich unterschrieben hatte, habe ich Mike eine SMS geschrieben und ihm mitgeteilt, dass ich dankbar für die Chance bin und mich darauf freue, meinen Spielstil nach San Jose zu bringen."
Sturm erhofft sich, dass er in San Jose etwas mehr Eiszeit bekommt als zuletzt in Colorado, wo er in 13 Partien der Stanley Cup Playoffs durchschnittlich für 8:27 Minuten auf dem Eis stand: "Ich denke, ich habe in den letzten drei Jahren bewiesen, dass ich auf der Center-Position der vierten Reihe spielen kann und ich glaube, dass ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen kann. Ich habe das Gefühl, dass ich die Chance bekomme, zu zeigen, dass ich ein bisschen weiter oben in der Aufstellung spielen kann."

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Sturm gab zudem bereitwillig Auskunft über die Tage nach dem Titelgewinn, die kaum Gelegenheit boten, zur Ruhe zu finden.
"Nach unserem Sieg wurde natürlich viel gefeiert, es gab jeden Tag Partys. Ich habe versucht, eine Zeit zu finden, in der ich mich einfach zurücklehnen und alles auf mich wirken lassen kann. Ich hatte nicht wirklich die Gelegenheit, mir den Pokal über einen längeren Zeitraum genau anzuschauen, doch ich habe meinen Tag mit dem Pokal am Samstag zu Hause. Es wird also eine gute Gelegenheit sein, ihn mir selbst anzuschauen", freut sich der 27-Jährige, auf das anstehende Wochenende.
Verständlicherweise blickt Sturm auch mit etwas Wehmut an seine Zeit bei den Avalanche zurück: "Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, ich wäre gerne geblieben, doch das gehört leider zum Geschäft, und gleichzeitig habe ich nach einer neuen Chance und Herausforderung gesucht. Es ist einfach Teil des Geschäfts, besonders in der Ära der Gehaltsobergrenzen, dass es manchmal nicht genug Platz gibt, dort wo man hinwill, und dann sucht man nach einer neuen Gelegenheit und einem Team, das einen wirklich möchte. Ich bin super aufgeregt und könnte mich nicht intensiver auf das nächste Jahr freuen."
Eine Menge Spaß wird Sturm sicher auch am Wochenende in seiner Geburtsstadt haben, denn er kann sich sicher sein, dass ihm die eishockeyverrückten Anhänger in Augsburg einen gebührenden Empfang bereiten.
"Wir werden ein Programm haben, das zum Großteil in der örtlichen Eishalle stattfindet, in der ich aufgewachsen bin. Ich habe betont, dass es wichtig ist, dass die kleinen Kinder im Jugendprogramm den Pokal sehen, vorbeikommen und vielleicht ein Foto machen können. Es wird eine Fragerunde mit den Fans vor Ort geben, und danach fahren wir ins Rathaus, wo es ein paar offizielle Fotos und vielleicht noch ein paar offizielle Dinge für die Stadt Augsburg geben wird. Anschließend findet eine private Party für 40 bis 50 Leute statt, die ich als wirklich wichtig auf dieser Reise bis zu diesem Tag erachte. Ich weiß nicht, wie viele Leute ich in der Innenstadt erwarten kann, aber es wird spannend und ich bin auf jeden Fall aufgeregt."
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Durch den Teamwechsel wird Sturm gleich zu Beginn der kommenden Saison erneut nach Deutschland reisen, wo die Sharks im Rahmen der NHL Global Series Challenge 2022 am 4. Oktober 2022 in der Mercedes-Benz-Arena von Berlin ein Vorbereitungsspiel gegen die Eisbären Berlin bestreiten.
"Ich habe erst am nächsten Tag davon erfahren. Das ist auf jeden Fall klasse, und ich bin sicher, dass meine Familie dorthin reisen wird."