Sturm Cut Cup

Es waren Emotionen pur. Nach der Übergabe des Stanley Cups durften auch die Familien zu den Spielern aufs Eis. Der deutsche Stanley Cup Champion Nico Sturm teilte den Triumph mit seiner Freundin und seinem kleinen Bruder, bedankte sich unter Tränen bei seinen Eltern und versprach, den Heiligen Gral des Eishockeys nach Augsburg zu bringen.

Nico Sturm: "Ich möchte danke sagen bei Mama und Papa zu Hause"
Nico Sturm strahlte über beide Ohren und umarmte seine Liebsten. Im Interview stockte ihm hin und wieder die Stimme. "Ich möchte einfach Danke sagen, auch bei Mama und Papa zu Hause", sagte der frisch gebackene Stanley Cup Champion und wischte sich dicke Tränen aus den Augen. "Meine Freundin und meinem Bruder haben mich immer unterstützt, egal, wie tief man fällt. Es war jetzt nicht das einfachste Jahr für mich. Dass ich den Erfolg jetzt mit diesen Menschen teilen kann, ist das Allerschönste."

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Auch Nicos Bruder Timo Sturm (24) wurde emotional: "Es ist unglaublich. Ich habe auf der Tribüne die ganze Zeit geheult. Man kann es gar nicht fassen. Mein Bauch tut weh, wir haben so laut geschrien. Jeder von uns drei Brüdern hat davon geträumt, einmal hier zu stehen. Jetzt steht Nico da, er hat es sich verdient, denn er ist so ein harter Arbeiter. Ich sehe, was er im Sommer macht. Ich glaube, er ist einer der Spieler, der mit am härtesten für dieses Ziel gearbeitet hat. Er hat sich alles von Grund auf erarbeitet. Ich und die ganze Familie freuen sich unglaublich für ihn."
Während Nico auf dem Eis seinen Job erledigte, fieberte Timo auf den Rängen mit. "Noch nie war ich bei einem Spiel so nervös. Der Stanley Cup ist einfach das Größte, was es im Eishockey zu gewinnen gibt", sagte Timo Sturm, der auch angetan von der Atmosphäre war: "Aus Augsburg sind wir eine gute Atmosphäre gewohnt. Hier ist es etwas völlig anderes. Hier macht es die Menge der Zuschauer. Insbesondere in Denver war es so laut, mir haben wirklich die Ohren geklingelt. Es ist der Hammer. Ich kann nur jedem Menschen, der Eishockey liebt, nur empfehlen, so etwas mal mitzuerleben."
Der "zweite" Stanley Cup im Hause Sturm
Nach dem Spiel erhielt Nico Sturm den Stanley Cup als 18. Spieler. Als der 20 Kilogramm schwere Pokal bei der Feier auf dem Eis erneut bei ihm ankam, posierte er mit Freundin und Bruder.
"Der Cup war schwerer, als ich gedacht habe", lachte Nico. "Ich musste schon aufpassen, denn ich wollte nicht derjenige sein, der ihn fallen lässt."

Als unwirklich empfand auch Bruder Timo diese Situation. "Er ist der erste Augsburger, der es in die NHL geschafft hat. Man hält es nicht für real, dass jemand den Stanley Cup gewinnt, der mal beim AEV angefangen hat. Jetzt ist es so, hoffentlich kommen noch weitere nach und es ist eine Inspiration für die jüngeren Spieler."
Ein wenig Inspiration hatte sich Nico schon als Jugendlicher bei seinem kleinen Bruder geholt. Bei einem alljährlichen Nachwuchsturnier in der Schweiz spielten die Sturms mit und unter dem Namen eines NHL-Teams einen kleinen "Stanley Cup" aus. "Ich habe da dreimal mitgemacht, konnte es aber nie gewinnen", erinnert sich Nico Sturm. "Timo hat es damals gewonnen und hat mich dann immer geneckt, dass er ja schon einen kleinen Stanley Cup zu Hause hat. Jetzt habe ich ihn vielleicht übertrumpft." Und auch Timo musste lachen: "Jetzt würge ich ihm das nicht mehr rein."
Der Stanley Cup soll nach Augsburg kommen
Den "echten" Stanley Cup jedenfalls will Nico Sturm nach Hause bringen: "An meinem Tag kommt der Stanley Cup auf jeden Fall nach Deutschland", verspricht er. "Gerade als Augsburger hoffe ich, dass ich den Stanley Cup nach Hause bringen kann."
"Da wird die Hölle los sein", glaubt Timo Sturm. "Es ist unglaublich, dass dieses Teil nach Augsburg kommt. "Wir sind unglaublich stolz. Wir werden richtig hart feiern!"