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Mund abwischen

Die Anaheim Ducks kassierten am Freitag einen herben Rckschlag, doch am Sonntag wollen sie ein anderes Gesicht zeigen

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

ANAHEIM -- Die Anaheim Ducks können sich am Sonntag in Spiel 2 nicht noch so eine flaue Nummer wie am Freitag zum Auftakt des Western Conference Finales gegen die Nashville Predators leisten.

Vor ihrem Heimpublikum im Honda Center wurden die Ducks phasenweise von Nashville vorgeführt. Und das, obwohl die Partie eigentlich eine ganz nach dem Geschmack der Ducks war. Sie wurde hart geführt und allein in den ersten zehn Spielminuten setze es bereits 14, teils heftige Hits.

Doch trotzdem kam beim Pacific Division Gewinner der vergangenen fünf Jahre kein Spielfluss auf. Am Ende standen 46 zu 29 Schüsse sowie 3-2 Tore für die Predators zu Buche.

"Wir waren ziemlich unfähig in dem, was wir tun und wir verdienen das Ergebnis", wetterte Ducks Headcoach Randy Carlyle nach dem Spiel. "Wir können uns alle bei unserem Torhüter bedanken, dass er uns im Spiel gehalten hat."

John Gibson, der so viele Saves wie noch nie zuvor in einem Playoffspiel machte, war einer der Lichtblicke im Team der Ducks. Mit zahlreichen Glanzparaden hielt er die Partie lange offen.

"Schau dir diese Schüsse an, die kamen richtig hart", erzählte Verteidiger Sami Vatanen. "Unsere Beine waren zu der Zeit wohl nicht die besten. Gibson hat einige großartige Saves gemacht und hielt uns im Spiel. Dann war die Partie auch offen. Er ist schon das ganze Jahr gut, so wie alle unsere Torhüter."

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Ein blendender Rückhalt ist viel Wert, doch wenn die Angriffsmaschinerie weiterhin so viel Sand im Getriebe hat, dann wird es ein sehr schmerzhaftes Conference Finale für die Ducks.

Mitunter Ideenlos agierte der Duckssturm. Bei fünf gegen fünf fanden die Stürmer kein wirksames Mittel, die Blaue Linie der Predators zu überqueren. Ein ums andere Mal wurde die Scheibe tief gespielt. Immer wieder war es Nashvilles Goalie Pekka Rinne, der das Spielgerät in Liberomanier abfing und den Gegenangriff eröffnete.

Auch aus einer Phase, die ansonsten in wohl neun von zehn Fällen die Wendung bringt, konnten die Ducks kein Kapital schlagen. Weil sowohl Ryan Getzlaf als auch Nate Thompson wegen zwei völlig unnötigen Strafzeiten für Spielverzögerung in die Kühlbox mussten, agierten die Ducks im dritten Spielabschnitt 1:28 Minuten lang in doppelter Unterzahl.

Die Schüsse der Predators prasselten nur so in Richtung Duckstor. Der Führungstreffer lag in der Luft, aber da sich auch Cam Fowler und Ryan Kesler mehrmals heldenhaft in die Schussbahnen warfen, blieb es beim 2-2.

Das Honda Center kochte und das Momentum schien auf die Seite der Ducks zu springen.

"Normalerweise, wenn so etwas passiert, dann kannst du daraus Energie schöpfen, die dich durch den Rest des Spiels trägt", erzählte Coach Carlyle.

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Doch so kam es am Freitag nicht. Wie auch in den knapp 50 Minuten zuvor, verliefen die Angriffsbemühungen auch in der Folgezeit meistens im Sand. Sicherlich muss man den Predators größten Respekt dafür zollen, wie sie die Neutrale Zone engmachen und ihre Blaue Linie verteidigen, doch die Scheibe zum fünfzigsten Mal Rinne auf die Kelle zu spielen, sollte sich nicht als die wirkungsvollste Lösung erweisen.

Nun muss Carlyle bis Sonntag einen Plan aushecken, wie er die Serie ausgleichen kann. Um 7:30 p.m. E.T. findet dann Spiel 2 des Western Conference Finales in Anaheim statt.

Die Ducks haben in Spiel 1 dennoch vieles richtiggemacht. Sie haben einen blendenden Torhüter und auch ihr über weite Strecken hervorragendes Penaltykilling lässt positiv stimmen.

"Nun, ich sagte es schön früher. Ohne ein funktionierendes Penalty Killing kannst du nachhaltig keine Eishockeyspiele gewinnen", erklärte Carlyle. "Wir waren das ganze Jahr über ein super Unterzahlteam, doch aus welchem Grund auch immer, sind wir hier in den Playoffs schlechter geworden. Wir haben in der ersten Serie in allen vier Spielen Unterzahltore kassiert und auch Edmonton hat uns einige eingeschenkt."

Darauf aufbauend geht der Blick bei den Ducks nach vorne

"Wir werden uns sammeln", versprach Carlyle. "Wir blättern die Seite weiter und werden uns auf Sonntag vorbereiten."

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