NJD 5, CAR 3

Aufgeben ist für die New Jersey Devils keine Option. Dies hat sich beim 5:3-Triumph am Dienstag bei den Carolina Hurricanes einmal mehr gezeigt. Nachdem sie beim Tabellenführer der Metropolitan Division mit 1:3 zurücklagen, glichen sie innerhalb von nur zwei Minuten aus und legten im dritten Spielabschnitt mit zwei weiteren Treffern nach. "Wir geben niemals auf", sagt der Schweizer Jonas Siegenthaler, der selber ein Tor, seinen zweiten Saisontreffer, erzielte. "Es ist nicht immer einfach, ein Comeback zu schaffen."

Die Devils, die durch den Sieg bis auf zwei Punkte an die Hurricanes herangerückt sind, scheinen allerdings ein Spezialist darin zu sein. Bereits drei Tage zuvor lagen sie gegen die New York Rangers nach zwei Spielabschnitten mit 1:3 hinten und gewannen schlussendlich mit 4:3 in der Overtime. Sie haben nun bereits zum fünften Mal in dieser Saison einen Rückstand mit mehreren Toren in einen Sieg umgebogen. Dies ist der beste Wert der NHL. Zum insgesamt sechsten Mal in der Franchise-Geschichte haben sie gleich zwei Spiele in Folge nach einem Multi-Goal-Rückstand für sich entschieden.

NJD 4, NYR 3 - F/OT

Es ist eine besondere Qualität dieser Mannschaft, nach einem Rückstand nicht aufzustecken. "Als wir unsere Chancen hatten, haben wir sie genutzt", sagt der erst 21-jährige Center Dawson Mercer, der mit zwei Toren und einem Assist der effektivste Spieler auf dem Eis gewesen ist. Über die Comeback-Qualität nach Rückständen sagt er: "Du darfst dir das nicht zu Kopf steigen lassen. Alles, was wir bei einem Rückstand tun können, ist sicherzustellen, dass wir das ändern und weiter pushen."
Es ist die eine Sache, einen Rückstand mit zwei Toren aufzuholen. Dass dies allerdings gegen ein Top-Team wie die Hurricanes gelang, spricht für einen ganz besonderen Erfolg. "Es war ein großer Sieg für uns, ein Comeback gegen eine so gute Defensivmannschaft wie diese hinzulegen und weiter oben dabei zu sein", erklärt Mercer. "Das sagt viel über uns aus. Wir sind nie raus aus dem Spiel. Diese Punkte sind für uns im Moment enorm wichtig. Es ist toll, die Punkte mitzunehmen."
Trainer Lindy Ruff lobt: "Wir haben eine unserer besten dritten Drittel des Jahres gespielt." Es freute ihn besonders, dass der Sieg gegen einen tabellarisch direkten Konkurrenten gelang: "Es sind immer Vier-Punkte-Spiele, wenn du gegen eine Mannschaft spielst, die vor dir steht. Wir konnten die Lücke dadurch schließen."
Der Kapitän Nico Hischier steuerte dem Sieg ein Tor und ein Assist bei. Mit elf Punkten (6 Tore, 5 Assists) in den vergangenen acht Spielen stellte der 24-jährige Schweizer einen Karrierebestwert auf. Überhaupt sind die jungen Spieler ein wichtiger Faktor für den Erfolg von New Jersey. Mit Mercer, Jesper Boqvist (1 Tor, 1 Assist) und Michael McLeod (2 Assists) wurden drei Spieler, die 24 Jahre oder jünger sind, zusammen in eine Angriffsreihe gestellt und haben die Hurricanes mit zusammengerechnet sieben Scorer-Punkten regelrecht überrollt.
"Wir haben sie zufällig zusammengestellt, aber sie haben uns wirklich in Schwung gebracht", freut sich Ruff. "Sie haben einige gute Möglichkeiten generiert und einige simple Spielzüge genutzt, indem sie hinter die Abwehr und ans Netz gelangten. Wenn du ans Tor kommst, passieren eben oft gute Dinge."
Ebenfalls wichtig für die Mentalität der Mannschaft dürfte sein, dass gleich mehrere Spieler gegen Carolina ihre Torlos-Serie beendeten. Siegenthaler durchbrach eine Durststrecke über 31 Spiele. Boqvist erzielte sein erstes Tor nach 19 Spielen und Mercer sein erstes Tor nach 12 Spielen. "Das war echt zu lange her", sagt Boqvist. "Ich hatte zwar meine Chancen und so. Aber es war wirklich hart. Es ist schön, nun ein Tor erzielt zu haben."

NJD@CAR: Siegenthalers Tor im ersten Drittel

Mit ihren beiden Comeback-Siegen haben die Hurricanes möglicherweise auch ihr zwischenzeitliches Tief hinter sich gelassen. Zuvor geriet die einst so spektakulär in die Saison gestartete Mannschaft nämlich ins Straucheln und konnte lediglich drei von 13 Spielen für sich entscheiden. Nun haben sie vier der letzten sechs Spiele gewonnen und in fünf dieser Partien gepunktet (4-1-1).
Das daraus resultierende Selbstvertrauen werden Hischier & Co. nun in die nächsten Auswärtsspiele mitnehmen. Die Partie bei den Hurricanes war nämlich nur das erste von insgesamt fünf aufeinanderfolgenden Spielen in fremden Arenen. Freitag findet die Partie bei den Anaheim Ducks (10 p.m. ET, NHL.tv, Sa. 4 Uhr MEZ) statt. Danach folgen die Auswärtsspiele bei den Los Angeles Kings (14. Januar), den San Jose Sharks (16. Januar) und den Seattle Kraken (19. Januar).
Spiele an anderen Orten sind für die Devils ohnehin kein Nachteil, weil ihre Auswärtsbilanz (15-2-1) besser ist als die Heimbilanz (11-10-2). Und ganz egal, wie der Spielstand in diesen Begegnungen zwischenzeitlich auch sein mag: Aufgeben wird für New Jersey wohl auch weiterhin keine Option sein.