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Lightning senden Lebenszeichen

Zwei Siege vor dem bevorstehenden Roadtrip nähren Hoffnung auf die Playoffs - Comeback von Stamkos ungewiss

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Nach einer bislang völlig verkorksten Saison haben die Tampa Bay Lightning ein Lebenszeichen gesendet. Mit zwei Heimsiegen in Folge gegen die Anaheim Ducks (3:2 nach Penaltyschießen) und die Los Angeles Kings (5:0) zeigten sie der Konkurrenz, dass sie den Kampf um die Teilnahme an den Playoffs längst noch nicht aufgegeben haben. Doch trotz der jüngsten Erfolge ist der Weg dorthin für den letztjährigen Conference-Finalisten aus dem Osten noch weit. Nur durch weitere Punktgewinne auf dem bevorstehenden Roadtrip mit vier Begegnungen bleibt die Aussicht auf eine weitere Endrundenteilnahme bestehen.

Diese These vertritt Stürmer Jonathan Drouin mit Nachdruck. "Die zwei Siege waren eminent wichtig. Aber wir brauchen mal wieder drei oder vier hintereinander, um wirklich vorwärts zu kommen", sagte er nach dem Match gegen die Kings, in dem er den 1:0-Führungstreffer erzielte. Der 21-Jährige hat sich nach schwachem Saisonbeginn deutlich gesteigert. Seit 1. Dezember schoss er in 29 Partien 13 Tore und gab 14 Vorlagen. Zuvor hatte er in 17 Spielen lediglich sieben Punkte erzielt und siebenmal wegen einer Verletzung gefehlt.

Weiteren Grund zum Optimismus in Sachen Playoff-Qualifikation lieferten die jüngsten Darbietungen von Goalie Ben Bishop. Gegen Los Angeles feierte er nach fast einem Jahr wieder einen Shutout. Mit 19 Saves in den ersten 20 Minuten war er der Garant dafür, dass Tampa mit einem Tor Vorsprung in die Pause ging. "Ben war zur Stelle, als wir ihn am meisten gebraucht haben. Er hat unsere Führung festgehalten, worüber wir alle sehr glücklich waren", sagte Lightning-Coach Jon Cooper.

Bishop reichte das Kompliment an seine Vorderleute weiter. "Unsere gesamte Defensive stand hervorragend. Nur am Anfang hatten wir ein paar Probleme", analysierte der Schlussmann. Ein Lob zollte er zudem den Kollegen der Abteilung Attacke. "Sie haben sich heute endlich einmal für ihren Aufwand belohnt. Schon in den Spielen zuvor besaßen wir etliche Torchancen, aus denen wir aber insgesamt zu wenig gemacht haben."

Top-Scorer der Lightning ist derzeit Nikita Kucherov. Mit seinem Doppelpack gegen die Kings übertraf er die dritte Saison in Folge die 20-Tore-Marke. Insgesamt hat er 49 Punkte auf dem Konto. Auf Platz zwei der vereinsinternen Rangliste folgt Victor Hedman mit 42 Zählern, vor Drouin mit 34.

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Von allen Seiten schmerzlich vermisst wird nach wie vor Steven Stamkos. Der Kapitän zog sich im Spiel gegen die Detroit Red Wings am 15. November einen Meniskusriss zu und musste sich einer Operation unterziehen. Sein Ausfall traf die Lightning, die in dieser Saison generell unter Verletzungspech zu leiden haben, besonders hart. Im Sommer hatte er seinen Vertrag in Tampa um acht Jahre verlängert und wollte dafür sorgen, dass sein Klub in diesem Jahr bei der Vergabe des Stanley Cups erneut ein Wörtchen mitredet. Der Auftakt für den Center verlief mit 20 Punkten aus 17 Partien recht verheißungsvoll. Dann stoppte ihn die Knieverletzung.

Für Stamkos war es bereits die dritte schwere Blessur innerhalb von drei Jahren. Wegen eines Beinbruchs verpasste er einen Großteil der Saison 2013-14, inklusive der Olympischen Spiele in Sotschi. In der vergangenen Saison war der 27-jährige Kanadier von einem Blutgerinnsel im Schlüsselbein gegen Ende der Hauptrunde zum Zuschauen verurteilt. Er verpasste deshalb nahezu die gesamten Playoffs. Gegen den Rat der medizinischen Abteilung entschied er sich im entscheidenden siebten Match des Conference-Finales gegen die Pittsburgh Penguins zu einem Einsatz. Doch am Ende konnte Stamkos das Ausscheiden der Lightning gegen den späteren Stanley-Cup-Champion nicht verhindern.

Nach der erneuten Verletzung im November hatten ihm die Ärzte eine Zwangspause von mindestens vier Monaten prophezeit. Nach Angaben von Tampas General Manager Steve Yzerman gegenüber lokalen Medien macht der Patient bei seiner Genesung erkennbar Fortschritte. Von einem Comeback sei er jedoch noch ein ganzes Stück entfernt.

Die kommenden Aufgaben für die Lightning sind schwer, jedoch nicht unlösbar. Mit den Minnesota Wild wartet der härteste Brocken gleich zu Beginn des Roadtrips am Freitag. Einen Tag später geht es zu den Winnipeg Jets. Nach einer Woche Pause stehen am darauffolgenden Wochenende die Gastspiele bei den Dallas Stars und den Columbus Blue Jackets an. Danach dürfte feststehen, ob das Team aus Florida die Saison doch noch retten oder aber für Ende April Urlaub beantragen kann.

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