Lars-Steiner-SUI-WJC2026

Der NHL Draft 2026 hat sich für die Talente aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zu einer Zitterpartie entwickelt. Für zwei von ihnen nahm diese ein positives Ende. Der Schweizer Lars Steiner wurde von den St. Louis Blues ausgewählt, während sich die Los Angeles Kings die Rechte an dem Deutschen Tobias Krestan sicherten.

Es dauerte bis zum zweiten Tag und der 6. Runde, ehe der erste von insgesamt zwei Namen eines Spielers aus dem DACH-Raum an der Anzeigetafel erschien. An Gesamtposition 171 entschieden sich die Blues für Steiner. Der technisch versierte und zugleich körperlich robuste Spielmacher war vor Draft-Beginn als Pick für die Runden 3 bis 5 gehandelt worden. Dass er bis zu Durchgang 6 warten musste, dürfte dem 18 Jahre alten in Davos geborenen Stürmer letztlich egal gewesen sein. Hauptsache er werde gedraftet, der Zeitpunkt sei ihm nicht so wichtig, hatte er sich vor der Veranstaltung im KeyBank Center von Buffalo gegenüber Schweizer Medien geäußert.

Steiner in der 6. Runde von den Blues ausgewählt

Der 1,79 Meter große und 80 Kilogramm schwere Rechtsaußen durchlief die Nachwuchsabteilungen seines Heimatvereins HC Davos, bevor er vor zwei Jahren den Sprung nach Nordamerika wagte. Trotz seines Verletzungspechs und nur 44 Einsätzen für die Rouyn-Noranda Huskies in der QMJHL brachte es Steiner in der Saison 2025/26 auf 55 Punkte (30 Tore, 25 Assists). Somit fehlte ihm nicht viel, um die Ausbeute aus dem Premierenjahr mit 60 Zählern aus 57 Begegnungen zu egalisieren. Bei der U20-WM 2026 in den USA absolvierte er fünf Einsätze für die Schweiz und sammelte vier Punkte (ein Tor, drei Assists).

Nähere Informationen über seinen NHL-Klub kann sich Steiner bei seinem Landsmann Pius Suter einholen. Der steht seit Juli 2025 bei den Blues unter Vertrag. Der junge Schweizer wird im Development Camp sicherlich die Möglichkeit bekommen, sein Können unter Beweis zu stellen. Dann werden ihm die sportlich Verantwortlichen die nächsten Schritte aufzeigen. Als nicht unwahrscheinlich gilt, dass ihn die Blues an den HC Davos ausleihen, damit er dort in der National League die nötige Wettkampfpraxis auf Herrenniveau bekommt.

In der 7. Runde an Gesamtposition 209 fiel die Wahl der Kings auf Krestan. Der 18-jährige gebürtige Hanauer ist wie Steiner auf dem rechten Flügel zu Hause. Seinen Anfang im Nachwuchsbereich machte er bei den Roten Teufeln Bad Nauheim. Sein weiterer Weg führte ihn zur Red Bull Hockey Academy und im Anschluss daran in die renommierte Nachwuchsabteilung von HV71 aus dem südschwedischen Jönköping. 2025/26 lief er dort sowohl bei der U18 als auch der U20 auf. Für die U18 kam er in sechs Saisonpartien auf elf Punkte (acht Tore, drei Assists) in sechs Partien. In den Playoffs gelangen ihm fünf Zähler (ein Tor, vier Assists) in drei Begegnungen. In der U20 gelangen ihm 18 Punkte (acht Tore, zehn Assists) in 21 Hauptrunden-Begegnungen. Vier Punkte (ein Tor, drei Assists) aus sechs Spielen lautete seine Scorerbilanz in den Playoffs.

Bei der U18-WM in Bratislava machte Krestan mit starken Auftritten für Deutschland auf sich aufmerksam. Die dürften auch den NHL-Scouts nicht verborgen geblieben sein. In fünf Einsätzen verbuchte er vier Punkte (drei Tore, ein Assist).

Für den Nachwuchs aus dem DACH-Raum bedeutete der NHL Draft 2026 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückschritt. Bei der Ausgabe von 2025 waren vier Deutsche und zwei Schweizer in den sieben Durchgängen gezogen worden. In den ersten beiden Runden konnte man aufgrund der Bewertungen durch das NHL Central Scouting Bureau und nach Vorlage der finalen Ranglisten realistischerweise keinen DACH-Spieler erwarten. In den späteren Runden wurde aber schon mit mehr gedrafteten Talenten als nur Steiner und Krestan gerechnet.

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