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Fünf Fragen an Dave Tippett

Trainer der Arizona Coyotes erklärt die Herausforderung seinem Team das Siegen zu lehren

von Dan Rosen @drosennhl / NHL.com Chef-Autor

NHL.com's Interviewreihe namens "fünf Fragen mit..." läuft über die Saison hinweg. Wir sprechen mit Schlüsselfiguren des Sports und stellen ihnen Fragen um Einblick in ihr Leben, ihre Karriere und die neuesten Schlagzeilen zu erlangen.

In der neuesten Ausgabe geht es um Arizona Coyotes-Trainer Dave Tippett:

NEWARK, N.J. -- Arizona Coyotes-Coach Dave Tippett versucht stets seine Balance im Leben zu behalten. Deshalb muss er auch ein Schmunzeln unterdrücken, als er gefragt wird, ob es ihm denn aktuell schwer falle, nachdem sein Team zuletzt vier Spiele in Serie verloren hat.

"Mir geht es gut" sagt er lächelnd nach einer harten Trainingseinheit mit seinem Team im Prudential Center am Montag.

Seit der Saisoneröffnung, einem 4:3-Erfolg gegen die Philadelphia Flyers war sein Team punktlos geblieben. Das Torverhältnis betrug seither 10:18 gegen sein Team. Zudem fehlt Stammtorwart Mike Smith mit einer Unterleibsverletzung.

Zudem ist man aktuell auf einer Auswärtstour, gastiert am Dienstag bei den New Jersey Devils.

Überrascht ist er vom holprigen Saisonstart seines Teams nicht. Er wusste vermutlich schon, dass es anfangs schwer werden würde, noch bevor er zum ersten Mal in seine Trillerpfeife beim Trainingscamp pustete.

Die Coyotes haben aktuell fünf Rookies im Team. Sieben Spieler sind nicht älter als 21 Jahre alt. Zudem gibt es auch sechs neue, ältere Spieler im Team.

"Wenn man so viele neue Spieler im Team hat, dann kann man nicht erwarten, dass sofort alles rund läuft" sagt Tippett. "Wir wussten, dass auf uns manche Herausforderung erwarten würde. Das Alles brauch Zeit bis die Spieler so richtig zusammengefunden haben."

Max Domi (21) und Anthony Duclair (21), Laurent Dauphin (21), Christian Dvorak (20), Lawson Crouse (19), Dylan Strome (19) und Jakob Chychrun (18) werden sich entwickeln. Aber das dauert eben.

Hier sind fünf Fragen an …. Dave Tippett:

Hat die Tatsache, dass es so viele junge und neue Spieler im aktuellen Team gibt Ihre Art zu coachen beeinflusst? Wie gehen Sie mit den Jungs um?

"Nein, aber es ist schon anders. Die Spieler sind anspruchsvoller inzwischen. Sie wollen viele Informationen von einem haben. In Dallas habe ich damals noch anders gearbeitet. Da war das Team auch deutlich erfahrener. Das Spiel hat sich seither gewandelt. Auch die erfahrenen Spieler wollen heute mehr Informationen haben. Man erläutert grundsätzlich viel mehr als früher. Viele Einzelgespräche werden geführt. Das hat also nicht unbedingt etwas mit unserer aktuellen Situation zu tun."

Trainiert man mit den Jungen andere Dinge als sie es gewohnt sind, die es nur auf dem NHL-Level gibt, oder kennen sie all dies schon so?

"Vieles haben sie schon zuvor gehört. Manches ist aber auch völlig neu. Im Jugendbereich läuft halt noch manches anders. Der junge Dvorak aus London ist da so ein Beispiel. Die London Knights in der Ontario Hockey League spielten lange Shifts. Hier in der NHL kommt es aber darauf an kurze, harte Shifts zu spielen. Sein Spielanteil war daher in London auch noch größer. Er war länger auf dem Eis. So etwas müssen die jungen Spieler hier dann eben erst noch lernen. Das ist normal. Sicherlich war ihm das theoretisch bewusst, doch hier muss er es nun beweisen. Man muss das als Trainer aber immer individuell angehen. Jeder Spieler ist da auch etwas anders. Jeden Sommer muss man sich seinen Kader daher im Detail genau anschauen. Junge Spieler müssen erst einmal lernen was es heißt in der NHL zu spielen. Da muss man seinen Job erfüllen. Da ist Verantwortung mit verbunden. Es reicht nicht nur es bis in die NHL geschafft zu haben. Das müssen sie häufig erst noch so richtig begreifen."

Nach der 2:3-Niederlager bei den New York Rangers haben sie gesagt, dass das Team erst noch lernen müsse zu gewinnen. Wie schwer ist das mit dieser großen Anzahl an jungen Spielern im Team?

"Das ist so, weil wir ja eben nicht nur viele junge neue Spieler bei uns haben, sondern eben auch viele ältere Neue. Da muss man durch. Aus Fehlern muss man da erst noch wieder neu lernen. Mit Verletzungen muss man neu umzugehen lernen usw.. Das Alles muss sich erst neu finden, die Chemie im Team sich neu entwickeln. Das kann am Anfang manchmal ganz schön frustrierend sein. Vieles hielt man schon für geschafft, dann muss man es sich neu erarbeiten. Das läuft eben auch immer etwas anders ab. Jedes Spiel ist da eine andere Erfahrung, bringt einen weiter, oder aber einen Rückschlag. Vor den Spielen will man immer siegen, man muss sich bestmöglich vorbereiten und einstellen."

Sind sie gegenüber Domi und Duclair nun strenger, da Sie gesehen haben was sie zu leisten in der Lage sind, nachdem sie in der Vorsaison so zu überzeugen wussten?

"So gehe ich mit jedem im Team um. Im Vorjahr haben wir viele Spieler erst einmal spielen lassen. So war es auch mit Max und Duke. Sie kamen und legten direkt los. Dieses Jahr muss das alles verlässlicher werden. Es gibt mehr Erwartungen an sie. Das ist aber immer so. Man muss konstant beweisen was man kann. Das ist die normale Entwicklung eines Teams."

Hatten Sie Bedenken gegen diesen Kurs der Teamentwicklung?

"Nein. Wir wussten welcher Weg vor uns liegen würde. Wir kannten das Budget und die Richtung die eingeschlagen werden sollte. Es war klar, dass einige Jungspunde dabei wären. Dass es ganz so viele sein würden, das kam dann vielleicht doch etwas überraschend, doch die Jungs haben halt gut gespielt und sich aufgedrängt. Bei Chychrun zum Beispiel, da wussten wir als wir ihn mit 18 gedraftet haben sicherlich noch nicht, das er es ins Team schaffen würde. Aber er hat sich dann toll entwickelt. Er hat nun die Gelegenheit verdient allen zeigen zu können, wie gut er spielen kann. Er profitiert von dieser Entwicklung zusammen mit Connauton und Stone."

Zusatzfrage: Woher wussten Sie, dass sie sich auf Coyotes General Manager John Chayka so gut würden verlassen können?

"Ich durfte ihn ja schon im Vorjahr als Assistent des GMs kennenlernen. Wenn man mit ihm über Hockey spricht, wie er das Spiel sieht, dann merkt man rasch woran man ist. Er ist sehr intelligent. Viele Leute die einmal länger mit ihm gesprochen haben sagen dann, dass sie nun verstehen würden was ihn ausmacht."

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