Rantanens Hattrick sorgt für Sieg der Avs in Global S

Das erste Spiel bei den NHL Global Series 2022 in Finnland haben die Colorado Avalanche gegen die Columbus Blue Jackets mit 6:3 gewonnen. In der Nokia Arena in Tampere trumpften zwei Finnen groß auf - allerdings stahl Colorados Mikko Rantanen (3-1-4) Columbus' Patrik Laine (1-1-2) die Show.

"Das war richtig cool, das hatte ich nicht erwartet", erklärte Rantanen. "Ich finde, die Zuschuaer waren das ganze Spiel richtig gut. Ich war froh, hier zu sein. Ich war überrascht und es ist mir eiskalt den Rücken runtergelaufen."
Drei Finnen auf dem Eis, darunter Lokalheld Laine
In den jeweiligen Starting-Six standen alle drei Finnen, die im Aufgebot waren: Für die Avalanche spielten die Stürmer Mikko Rantanen (aus Nousiainen, nordwestlich von Turko, 2 Autostunden von Tampere entfernt) und Artturi Lehkonen (aus Piikiö, östlich von Turko, 2 Autostunden von Tampere entfernt). Für die Blue Jackets mit Patrik Laine sogar ein in Tampere geborener Lokalheld.
Für Colorado stand Alexandar Georgiev im Tor, bei Columbus erhielt Elvis Merzlikins den Start.

O'Connor und Compher belohnen starken Start der Avalanche
Die Avalanche erwischte den besseren Start und gingen bereits nach 96 Sekunden in Führung: Logan O'Connor zog aus halblinker Position im High-Slot ab und profitierte davon, dass sein Schuss unhaltbar nach oben in den linken Winkel zum 1:0 abgefälscht wurde (2.).

2022 GS: O'Connor trifft in den ersten Minuten

Auch in der Folge war Colorado griffiger, laufstärker, spielfreudiger und entfaltete deutlich mehr Offensivkraft. Teils schöne Kombinationen führten zu vielen Torchancen und 1:3 Schüssen nach zwölfeinhalb Minuten.
Im Powerplay fiel dann das überfällige 2:0 für die Avalanche: Samuel Girard verteilte die Scheibe zentral an die blaue Linie, wo Devon Toews einen Schuss abgab, den der vor dem Tor postierte J.T. Compher in die Maschen abfälschte (13.).

2022 GS: Compher fälscht im Powerplay ab

Über weite Strecken war Colorado die tonangebende Mannschaft (16:7 Schüsse im 1. Drittel), gedanklich und läuferisch schneller. Erst kurz vor der Pausensirene meldeten sich erstmal die Blue Jackets zu Wort und hatten ein paar gute Möglichkeiten im Powerplay, die Georgiev aber teils spektakulär entschärfte.
Wildes 2. Drittel: Die Finnen laufen heiß
Auch im zweiten Durchgang kamen die Avalanche aus der Kabine wie die Feuerwehr: Nach gerade einmal 35 Sekunden presste Evan Rodrigues den Puck mit aggressivem Forechecking frei, Rantanen übernahm und verzögerte so lange, bis sich eine kleine Lücke auftat, durch die er aus spitzem Winkel von links zum 3:0 traf (21.).

2022 GS: Rantanen trifft in Heimatland

Auf die Sekunde genau eine Minute später kam auch Columbus auf die Anzeigetafel. Im Powerplay fälschte Jakub Voracek einen Schuss von Laine zum 1:3 ab (22.).

2022 GS: Voracek lenkt Laines Pass im PP ins Tor

Fortan hielten die Blue Jackets besser dagegen, waren aktiver im Spiel und erzielten den Anschlusstreffer: Bei angezeigter Strafe nahm Laine vom linken Faceoffkreis Maß und tunnelte Georgiev 2:3 (28.).

2022 GS: Laine trifft zu Hause in Tampere

Das Laine-Tor hob nicht nur die finnischen Zuschauer aus ihren Sitzen, sondern befeuerte auch die Angriffsbemühungen von Columbus, das Colorado nun regelrecht in der Offensivzone festschnürte und den Ausgleich mehrfach auf dem Schläger hatte, doch Georgiev behielt die Ruhe und verhinderte schlimmeres. Auf der anderen Seite verbuchten die Avalanche einen Hochkaräter in Unterzahl, doch nach einem Querpass vor dem Tor setzte Andrew Cogliano den Puck an den linken Innenpfosten (31.).
Die Partie wurde immer hitziger, aufgrund mehrerer Strafen durften beide Teams des Öfteren ihre Powerplay-Reihen aufs Eis schicken. Ein Tor aber blieb aus.
Game Winning Goal und Hattrick: Rantanen lässt es Kappen regnen
Im dritten Abschnitt setzten die Avalanche den Blue Jackets zunächst mit ihrem Forechecking weiter zu. Dann aber verteidigte Colorado im eigenen Slot nicht aufmerksam genug, was Columbus zu nutzen wusste: Eric Robinson spielte von hinter dem Tor Liam Foudy frei - 3:3 (43.).
Im weiteren Verlauf machten die Special Teams den Unterschied: Während die Blue Jackets eine Double-Minor-Strafe (2+2 Minuten) nicht nutzen konnten, schlug das Avalanche-Powerplay gnadenlos zu: Cale Makar verteilte die Scheibe an den rechten Bullykreis zu Rantanen, der mit einer fulminanten Direktabnahme zum 4:3 traf (49.).
Nun war ein Momentum-Swing zu spüren: Colorados Alex Newhook scheiterte am rechten Pfosten (50.), wenig später erzielte Makar durch den Verkehr hindurch das 5:3 (51.).
Das Privatduell der Finnen aber ging weiter: Laine schlich sich als Cherry Picker davon, scheiterte aber mit einem Alleingang an Georgiev (52.).
Knapp sechs Minuten vor dem Ende schwappte die Laola-Welle durch die nagelneue und ausverkaufte Arena in Tampere. "Es war richtig cool. Alle Kinder haben uns erkannt", war MacKinnon von der Atmosphäre begeistert. "Es war eine weite Anreise, aber wenn du siehst, wie glücklich die Kinder und die Fans waren, dann war es den Aufwand wert."
Bei noch 3:18 zog Columbus Torhüter Merzlikins für einen zusätzlichen Angreifer. Nicht ohne Grund servierte Nathan MacKinnon für Rantanen, der per Empty-Net-Goal zum 6:3-Endstand seinen Hattrick perfekt machte und es Kappen regnen ließ (59.).
"Mir hat der betriebene Aufwand heute gefallen, mir haben viele Dinge gefallen, die wir gezeigt haben", sagte Avalanche-Trainer Jared Bednar. "Wir haben unsere Leistung aber noch nicht über die vollen 60 Minuten gebracht."
"Den Fans hat es Spaß gemacht, uns gerade nicht. Als Fan und Person freue ich mich für Rantanen, als Hockey-Spieler nicht wirklich", so Laine, der mit den Blue Jackets das vierte Spiel in Folge verlor. "Den Zuschauern hat es heute sehr gefallen, was etwas Positives ist. Sie haben beide Teams unterstützt. Es hat Spaß gemacht, hier zu spielen, auch wenn wir gerade kein gutes Gefühl haben."

CBJ@COL: Rantanen erzielt Hattrick in Heimatland

Beide Teams stehen sich am morgigen Samstag (19 Uhr MEZ) erneut im Rahmen der NHL Global Series in der Nokia Arena in Tampere gegenüber.