Eisbaren-Berlin-Team-10-4

Die Eisbären Berlin haben sich bei der NHL Global Series Challenge gegen die San Jose Sharks teuer verkauft. Am Ende mussten sie am Dienstagabend in der Mercedes-Benz Arena zwar eine 1:3-Niederlage quittieren. Doch die Art und Weise, wie sie in den 60 Minuten gegen das Team aus Kalifornien auftraten, dürfte ihnen eine Menge Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben.

Überragender Akteur auf Seiten der Hausherren war Torhüter Tobias Ancicka, der bis zu seiner Auswechslung nach einer halben Stunde ohne Gegentor blieb. Für seine Vorstellung bekam er von Trainer Serge Aubin ein Sonderlob. "Er spielte ruhig und überlegt. Im zweiten Drittel hat er uns mit einem spektakulären Save vor dem Rückstand bewahrt. Tobi war unser Fels in der Brandung. Er ist ein talentierter junger Torwart, der sich ausgezeichnet entwickelt hat. Ich freue mich für ihn", ließ der Coach verlauten.

Eisbaren-Berlin-Ancicka-10-4

Der 21 Jahre alte Schlussmann zeigte sich ebenfalls zufrieden. "Wir haben als Team sehr gut gespielt. Die Jungs vor mir haben den Körper oft in die Schusslinie gebracht und ich selbst habe mich auch richtig wohl gefühlt", so Ancicka, der sich seinen Shutout mit 21 abgewehrten Schüssen sicherte.
Mit den Vorlieben und Tricks der Sharks-Offensive hat sich der Eisbären-Goalie nach eigenen Angaben vor dem Aufeinandertreffen nicht intensiv beschäftigt. "Wir haben kurz beim Training zugeschaut, als sie hier auf dem Eis waren. Aber sonst habe ich mir überhaupt keinen Kopf gemacht. Wir wollten einfach nur spielen und Spaß haben. Das hat prima funktioniert", sagte er.
Stolz ist Ancicka, dass die Mannschaft sich von den schwierigen Rahmenbedingungen nicht aus dem Konzept bringen ließ. "Trotz der vielen Verletzten haben wir das umgesetzt, was der Trainer von uns wollte. Das pusht uns natürlich gewältig", hob er hervor.
Kurzzeitig lag sogar eine faustdicke Überraschung in der Luft. Die Sharks bissen sich nicht nur an Ancicka und anfangs auch an dem für ihn eingewechselten Juho Markkanen die Zähne aus, sondern gerieten im zweiten Abschnitt sogar in Rückstand. Giovanni Fiore setzte den Puck nach einer Einzelaktion mit einem Handgelenkschuss zum 1:0 für die Eisbären in die Maschen. "Es war ein schneller Gegenstoß von mir auf links, bei dem ich mir erst den Verteidiger ausgeguckt habe und dann in die Mitte gezogen bin. Wenn der Defensivspieler dazwischensteht, hat der Torwart beim Schuss fast keine Chance, den Puck zu sehen. Genau das wollte ich erreichen", beschrieb der Stürmer das Zustandekommen seines Treffers.

Fiore schießt das 1:0 für die Eisbären

Beinahe hätten die Lokalmatadoren die Führung in die zweite Drittelpause gerettet. Doch mit einem Doppelschlag innerhalb von 40 Sekunden machten ihnen die Sharks einen Strich durch die Rechnung. Erst markierte Tomas Hertl nach einem Doppelpass mit Timo Meier den 1:1-Ausgleich, dann fälschte Steven Lorentz einen Schlenzer von Erik Karlsson aus dem Slot ins Berliner Tor ab und brachte San Jose dadurch mit 2:1 in Front.

Hertl und Lorentz treffen innerhalb von 40 Sekunden

Im letzten Durchgang sorgte Luke Kunin für die endgültige Entscheidung. In Unterzahl überwand er Markkanen mit einem Schuss ins kurze Eck zum 3:1.
Im weiteren Verlauf des Schlussdrittels fehlte den Eisbären die Kraft, um die Sharks noch einmal in Bedrängnis zu bringen. "Dennoch denke ich, dass wir einen guten Job gemacht haben", betonte Angreifer Manuel Wiederer. "Man hat gesehen, dass alles drin ist, wenn wir unser Potenzial voll ausschöpfen, selbst gegen eine sehr gute Mannschaft wie die Sharks. Das stärkt natürlich unser Selbstvertrauen", fügte er hinzu.
Coach Aubin stellte den besonderen Wert der Begegnung vor allem für die jungen Spieler seines Teams heraus. "Viele unserer Jungs verfolgen die NHL ganz intensiv, müssen sich die Spiele aber normalerweise aus weiter Entfernung ansehen. Heute konnten sie selbst die Erfahrung machen, wie es ist, gegen ein Team aus dieser Liga zu spielen. Sie haben miterlebt, wie sich die besten Spieler der Welt in schwierigen Situationen auf dem Eis verhalten und meist einfache Lösungen finden. Wir können viel aus dieser Partie mitnehmen für die Zukunft", sagte er.