Die New Jersey Devils sind bei einer 0:9-Klatsche bei den New York Islanders am Dienstagabend in der UBS Arena komplett unter die Räder gekommen. Der Schweizer Devils-Kapitän Nico Hischier sprach hinterher Klartext.

Klartext vom Kapitän

„Peinlich“ (Nico Hischier), „inakzeptabel“ (Sheldon Keefe), „ein Witz“ (Jakob Markstrom) und „einfach nur frustrierend“ (Brenden Dillon) - New Jersey rang nach dem 0:9 auf Long Island kurz um Worte, fand dann aber doch deutliche.

„Es ist überhaupt nicht gut genug. Das Ergebnis spricht für sich selbst. Wir müssen das schnellstmöglich vergessen. Ich erwarte eine große Reaktion im nächsten Spiel“, sagte Hischier.

„Das hört sich vielleicht verrückt an, aber wir waren heute offensiv besser als in den letzten paar Spielen. Aber neun Gegentore zu schlucken ist einfach nur peinlich. Es ist sehr frustrierend. Wir haben so viele gute Dinge in der Offensivzone gemacht, treffen aber einfach das Tor nicht. Das ist schon die ganze Saison so. Wir müssen einen Weg finden. Wenn du nicht triffst, dann musst du zusehen, dass du hinten nichts kassierst, aber das scheint momentan auch nicht zu funktionieren. Wir müssen ein paar Dinge bereinigen und dieses Spiel so schnell wie möglich vergessen. Wir hatten so viele Chancen, um ein Tor zu schießen, aber wenn du so viele Gegentreffer kassierst, dann hast du keine Chance, ein Spiel zu gewinnen. Das ist peinlich. Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie im nächsten Spiel eine Antwort darauf gibt. Ich selbst stehe in der Verantwortung und möchte eine gute Reaktion zeigen.“

Eine schwierige Analyse

Ein Torschussverhältnis von 44:24 zu Gunsten der Devils lässt tatsächlich nicht auf ein 0:9 schließen. Doch New Jersey kassierte zwei Gegentore in den ersten 4:01 und lag nach 13:31 schon mit 0:3 zurück. Obwohl das Spiel nach zwei Dritteln mit einem 0:5-Rückstand schon verloren war, kassierten die Gäste aus Newark noch vier weitere Gegentreffer im Schlussdrittel und fielen somit komplett auseinander.

Die Analyse des Spiels sei „eine Herausforderung“, sagte Trainer Keefe. „In der Offensive gab es einige Dinge, die uns gut gefallen haben. Was das Herausspielen von Chancen angeht, war das unser bestes Spiel seit Langem. Gleichzeitig war der Start ins Spiel und die Qualität an Möglichkeiten, die wir zugelassen haben, inakzeptabel.“

Islanders-Goalie Ilya Sorokin zeigte in seinem ersten Spiel seit dem 19. Dezember keinerlei Anlaufschwierigkeiten, erlebte ein berauschendes Comeback und stoppte alle 44 Schüsse für seinen vierten Saison- und 26. NHL-Shutout.

„Tore zu schießen fällt uns schwer in dieser Saison. Dann kannst du aber nicht drei schnelle Gegentore kassieren“, stellte Verteidiger Dillon klar. „Es geht um die kleinen Dinge. Jungs müssen stolz darauf sein, zu kämpfen und die Zweikämpfe zu gewinnen. Das haben wir heute nicht gezeigt. Es ist einfach nur frustrierend. Ich weiß nicht, ob wir zu stur sind, wir haben nicht foregecheckt oder hart gespielt, sie haben das gemacht. So kannst du nicht spielen. Neun Gegentore - das ist verrückt. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“

NJD@NYI: Sorokin meldet sich mit einem Shutout zurück

Markstrom wird nicht ausgewechselt

Das ging Devils-Torwart Jakob Markstrom (15 Saves, 62,5 Prozent Fangquote) kaum anders.

„Das ist peinlich! Das ist alles was ich von meiner Seite aus sagen kann. Das ist ein Witz und hart zu schlucken“, sagte der sichtlich angefressene Torhüter. „Wir müssen uns bei den Devils-Fans entschuldigen. Wir hatten über 40 Schüsse und treffen nicht, sie hatten vielleicht ein paar 20 und schießen neun Tore. Das ist mir peinlich, für mich selbst, aber auch für meine Teamkollegen. Das kann ich besser. Sie haben auf jeden Schuss getroffen. Manchmal muss man mal einen festhalten.“

New Jerseys Backup Jake Allen kam an diesem Abend nicht zum Einsatz. Markstrom musste bis zum bitteren Ende zwischen den Pfosten stehen. Warum?

„Ich bin ein Goalie. Ich liebe es, da draußen zu sein. Ich hatte heute aber kein gutes Spiel. Das ist eine Frage an jemand anderen.“

Keefe gab eine Antwort: „‚Marky‘ hatte zuletzt sehr gut für uns gespielt. Ich finde, er hatte sich die Chance verdient, im Tor zu bleiben. Es wäre nicht fair gewesen, es auf den Torhüter zu schieben. Er musste sich da durchkämpfen.“

Devils in der Krise

Die Devils befinden sich im freien Fall. Sechs der letzten acht Spiele wurden verloren. Seit dem 29. November hat New Jersey eine 6-11-1-Bilanz (31.) mit einem Schnitt von 2,0 Toren pro Spiel (32.).

Als Sechster in der Metropolitan Division (22-19-2) beträgt der Rückstand auf einen Wildcard-Platz in der Eastern Conference aktuell drei Punkte.

„Wir sind da draußen und spielen, es liegt also an uns“, sieht Hischier die Spieler in der Verantwortung.

„Die Jungs mögen sich untereinander“, betont Dillon, der keine Probleme innerhalb der Kabine erkennen kann. „Das ist hier nicht der Fall. Es gibt keine Ausreden.“

Ob Keefe seine Kabine verloren habe, wurde der Headcoach gefragt. „Dieses Gefühl habe ich überhaupt nicht“, sagt er. „Wie gesagt: Was wir heute in der Offensive gezeigt haben, waren gute Dinge. Ich habe so etwas noch nie gesehen: Wir lassen neun Torchancen zu und alle gehen rein. Das ist hart. Wir haben schon davor gezeigt, dass wir eine Reaktion zeigen können. Dieses Spiel liefert viele Gründe, um emotional zu werden. Wir müssen zusehen, dass wir uns fangen und eine Antwort geben.“

Die Möglichkeit dazu haben die Devils am Donnerstag (7 p.m. ET; Freitag, 1 Uhr MEZ) auswärts bei den Pittsburgh Penguins.

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