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Die besten Drafts deutschsprachiger Spieler

Nico Hischier, Leon Draisaitl und Thomas Vanek sind die Topleute, aber es gibt weitere Erstrundenvertreter

von Stefan Herget @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Der NHL Draft 2018 wird am 22./23. Juni im American Airlines Center in Dallas abgehalten. Um dafür gerüstet zu sein, wird NHL.com/de im Vorfeld täglich eine umfassende Berichterstattung mit Artikeln zu den interessantesten Geschichten rund um das Ereignis anbieten. In dieser Ausgabe behandeln wir die besten Drafts aller Zeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Beim NHL Draft werden die Rechte an den besten Nachwuchsleuten an die Teams verteilt. Die Mannschaften, die in der abgelaufenen Saison am besten abgeschnittenen haben, dürfen zuletzt ziehen, die schlechtesten Teams zuerst. So gehen sieben Runden über die Bühne, früher waren es sogar einmal deren zwölf.

 

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Natürlich geht es dabei nicht nur um Talente aus Nordamerika, sondern weltweit und damit auch aus Europa und - für uns besonders interessant - aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass diese im Rennen um die besten Platzierungen gar nicht so aussichtslos sind, auch wenn die Teams bevorzugt auf junge Spieler zugreifen, die bereits in Übersee tätig sind, weil die nicht unwichtige Umstellungsproblematik damit bereits ausgeschaltet ist.

Womit wir schon bei der Auflistung der bisher am höchsten gezogenen Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wären. 

Seit 2017 überstrahlt in dieser Kategorie Nico Hischier alles bisher Dagewesene. Der heute 19-jährige Schweizer wurde vor 12 Monaten als Nummer 1 von den New Jersey Devils gezogen. Die Tatsache, dass einem deutschsprachigen Talent vor allen anderen der Vorzug gegeben wurde, gab es in der langen Geschichte der NHL zuvor noch nie. 

Mit 52 Punkten (20 Tore, 32 Assists) und einer Plus 10 in 82 Spielen der regulären Saison 2017/18 fügte sich der in Naters geborene Hischier sogleich gut in der NHL ein. Seine weitere Entwicklung steht in den kommenden Jahren natürlich im Fokus.

Hischier löste Nino Niederreiter auf der Top-Platzierung der gedrafteten Schweizer Spieler ab. Der heutige Stürmer der Minnesota Wild wurde im Jahr 2010 von den New York Islanders bereits an fünfter Stelle ausgewählt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, in der besten Liga der Welt Fuß zu fassen, hat sich der 25-jährige Flügelspieler gemausert und mittlerweile 208 Punkte (103 Tore / 105 Assists) in 453 NHL-Spielen für sich verbuchen können.

Ebenfalls unter die Top 10 kam Timo Meier, den die San Jose Sharks im Jahr 2015 an neunter Stelle zogen. Der 21-jährige Rechtsaußen gehört seit der vergangenen Saison zum Stamm der Sharks und dankte es mit 21 Toren und 15 Assists zu 36 Punkten in 81 Spielen.

 

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Weitere Schweizer, die in der ersten Runde beim Draft gezogen wurden, waren Kevin Fiala 2014 an 11. Stelle von den Nashville Predators, Sven Bärtschi 2011 an 13. Stelle von den Calgary Flames, Michel Riesen 1997 an 14. Stelle von den Edmonton Oilers, Mirco Müller 2013 an 18. Stelle von den San Jose Sharks und Luca Sbisa 2008 an 19. Stelle von den Philadelphia Flyers.

Ganz so viele Spieler hatte Deutschland nicht in der ersten Runde, aber es sind immerhin deren vier, wenn man einmal Dany Heatley, der - weil in Freiburg geboren - gerne als Deutscher geführt wird, aber auch international stets für Kanada aktiv war, außer Acht lässt. Er wurde im NHL Draft 2000 von den Atlanta Thrashers an zweiter Stelle ausgewählt. 

Die Top-Platzierung eines Deutschen übernahm 2015 Leon Draisaitl, der von den Edmonton Oilers an dritter Stelle gezogen wurde. Der 22-jährige Kölner hat sich als Elitestürmer in der NHL entwickelt und konnte im vergangenen Jahr bei den Kanadiern einen langfristigen Vertrag über acht Jahre mit einem jährlichen Verdienst von 8,5 Millionen US-Dollar unterzeichnen. Zuvor hatte er die punktbeste Saison eines Deutschen jemals in der NHL mit 29 Toren und 48 Assists zu 77 Punkten aufgestellt.

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Er übertrumpfte damit Marco Sturm, der 1996 von den Jose Sharks an 21. Stelle gedraftet wurde und vor Draisaitl der Rekordhalter für die punktbeste Saison war. Vor Sturm konnten sich noch Olaf Kölzig (1989 von den Washington Capitals an 19. Stelle) und Marcel Goc (2001 von den San Jose Sharks an 20. Stelle) platzieren.

Für die Alpenrepublik Österreich, die noch keinen Stanley Cup Sieger hervorbringen konnte, sind vor allem Thomas Vanek und Michael Grabner zu nennen, die in der ersten Runde ausgewählt wurden. Der heute 34-jährige Vanek ging im Jahr 2003 an fünfter Stelle an die Buffalo Sabres über den Ladentisch.

Vanek steht knapp vor 1000 Partien und konnte in 965 Spielen 357 Tore erzielen und 396 weitere vorbereiten. Nachdem er in den abgelaufenen zwei Jahren für vier verschiedene Teams aktiv war, ist er ab 1. Juli wieder auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Wir dürfen gespannt, wohin es ihn verschlägt oder ob sein Weg bereits zu Ende ist.

Ebenfalls einen neuen Vertrag benötigt Grabner, der 2006 von den Vancouver Canucks an 14. Stelle gezogen wurde. Der 30-jährige gebürtige Villacher kommt mit einer Empfehlung von 27 Toren in 80 Spielen für die New York Rangers und New Jersey Devils auf den Markt. In 553 Spielen seiner Karriere kann Grabner 158 Tore und 91 Assists vorweisen.

Dass es nicht unbedingt einer hohen Platzierung im Draft bedarf, um eine Karriere in der NHL zu machen, bewiesen vor allen zwei deutschsprachige Spieler. Der deutsche Verteidiger Uwe Krupp, der 1983 von den Buffalo Sabres erst an 214. Stelle in der elften Runde gezogen wurde, konnte trotzdem zweimal den Stanley Cup in die Höhe stemmen - 1996 mit der Colorado Avalanche sowie 2002 mit den Detroit Red Wings.

Darüber hinaus ist der Schweizer Mark Streit zu nennen, der 2004 bereits 27 Jahre alt war, als ihn die Montreal Canadiens in der neunten Runde an 262. Stelle auswählten und anschließend unter Vertrag nahmen. Mit 786 NHL-Spielen mit 96 Toren und 338 Assists feierte er noch eine äußerst erfolgreiche späte Karriere und konnte 2017 mit den Pittsburgh Penguins als Abschluss und Krönung seiner grandiosen Laufbahn den Stanley Cup gewinnen.

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