Germany Scores vs Finland WJC 2022

Bei den Viertelfinals der U20-Weltmeisterschaft in Edmonton/Kanada ist Deutschland nach einer 2:5-Niederlage gegen Finnland ausgeschieden. Über weite Strecken konnten die Deutschen mithalten, am Ende aber waren spielstarke Finnen nicht zu stoppen. Im Powerplay konnten beide Nationen glänzen (GER: 2/3 - FIN: 4/6). Später am Mittwoch schied auch die Schweiz aus dem Turnier aus. In einem Neun-Tore-Spektakel gegen die favorisierten Kanadier mussten sich die Schweizer mit 3:6 geschlagen geben.

Deutschland - Finnland 2:5
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Erstmals überhaupt qualifizierte sich Deutschland zweimal in Folge für ein U20-Viertelfinale. Bundestrainer Tobias Abstreiter tauschte in seiner Aufstellung dreimal Personal: Im Tor startete Florian Bugl anstelle von Nikita Quapp, der als Backup fungierte. Außerdem rotierten Verteidiger Adrian Klein und Stürmer Joshua Samanski für Leon van der Linde und Luca Hauf in die Mannschaft.
Von Beginn an war eine Menge Tempo im Spiel. Mehr Zug zum Tor aber entwickelten in der Anfangsphase die spielstarken Finnen, die nach einer feinen Passkombination früh in Führung gingen: Nach einem Doppelpass mit Roby Järventie, der Bugl lateral bewegte, hatte Kasper Simontaival leichtes Spiel und schob ins halbleere Tor zum 1:0 ein (4.).
Deutschland tat sich in der Chancenerarbeitung dagegen schwer, denn Finnland riegelte meist schon in der neutralen Zone ab und installierte zusätzlich zu den beiden Verteidigern auch noch einen hoch-postierten Center, der als dritter Mann diesen Wellenbrecher-Effekt noch verstärkte.
Suomi erhöhte im Powerplay den Druck, setzte sich permanent im Offensivdrittel fest und kam zu guten Möglichkeiten. Bei einem Pfostentreffer hatten die Deutschen noch Glück, dann aber tippte Roni Hirvonen einen Simontaival-Pass aus der Nahdistanz am rechten Pfosten zum 2:0 über die Linie (11.).
Bei eigener Überzahl agierte auch DEB-Auswahl erstmals druckvoll. Erst scheiterte Samanski in einer Doppelchance am finnischen Torwart Leevi Meriläinen (12.), dann nahm Bennet Roßmy diesem die Sicht und staubte erfolgreich zum 1:2-Anschluss ab (13.).

Im nächsten Powerplay der Finnen brannte es erneut lichterloh: Hirvonen traf von rechts die Unterkante der Latte (14.), etwas präziser zielte Järventie, der per Handgelenksschuss vom rechten Faceoffkreis zum 3:1-Pausenstand in den linken Winkel traf (15.).
Im Mitteldrittel hielt Deutschland besser dagegen und wehrte sich mit auch mit dem einen oder anderen harten Check. Auch in der Vorwärtsbewegung ging plötzlich mehr, die Deutschen verbuchten sogar ein Chancenplus (9:2 Schüsse im zweiten Durchgang). Die beste Möglichkeit hatte Alexander Blank mit einem Wraparound ("Bauerntrick", 25.).
Kurz vor der zweiten Pause kamen die Deutschen im Powerplay hochverdient auf 2:3 heran: Der vor dem Tor postierte Roßmy wurde angespielt und lupfte die Scheibe frech mit der Rückhand unter die Latte - ein Traumtor (38.)

Im Schlussabschnitt war somit alles möglich. Zunächst aber musste Deutschland zwei weitere Überzahl-Situationen der Finnen überstehen. Bei der zweiten Powerplay-Gelegenheit schlug Finnland zu: Eine fulminante Direktabnahme von Järventie aus dem rechten Bullykreis schlug zum 4:2 in den Maschen ein (47.).

Erst in der achten Minute nach Wiederbeginn verbuchten die Deutschen den ersten Torschuss im dritten Drittel und bissen sich auch im weiteren Verlauf die Zähne an Suomi aus, das auch viele Schüsse blockte.
Erneut in Überzahl machte Finnland alles klar: Der vor dem Tor postierte Joel Maatta führte die Scheibe technisch anspruchsvoll mit einer flüssigen Bewegung an Bugl vorbei und stellte auf 5:2.
In den Schlussminuten durfte Deutschland noch einmal die Powerplay-Reihen rausschicken und nahm zudem auch noch Bugl für einen zusätzlichen Angreifer vom Eis. Die 6-gegen-4-Überzahl aber konnte nicht mehr für ein Tor genutzt werden.

Finland vs Germany Action Shot WJC 2022

Schweden - Lettland 2:1
Lettland schlug sich wacker gegen Schweden, musste sich schlussendlich aber knapp mit 1:2 geschlagen geben. Für die Letten ist es das beste Abschneiden bei einer U20-WM aller Zeiten. Nach einem disziplinierten Beginn gingen die Schweden durch Isak Rosen mit 1:0 in Führung (17.). Diese konnten die Balten Ende des zweiten Drittels egalisieren, als Gustavs Ozolins mit einem verdeckten Schuss zum 1:1 traf (39.). Mitte des dritten Drittels dann die Entscheidung zu Gunsten von Schweden: Emil Andrae erzielte durch den Verkehr hindurch das Game Winning Goal (50.) und hievte den großen Favoriten in diesem Duell so wenig glanzvoll ins Halbfinale.

Emil Andrae Sweden Latvia 8 17 WJC

Kanada - Schweiz 6:3
In einem Neun-Tore-Spiel musste sich die Schweiz Kanada mit 3:6 geschlagen geben. Der turmhohe Favorit aus dem Mutterland des Eishockeys untermauerte seinen Status zudem mit 41:26 Schüssen. Logan Stankoven (2-1-3) war punktbester Kanadier, der Schweizer Attilio Biasca (2-0-2) schnürte ebenfalls einen Doppelpack.
Bereits das erste Drittel hatte es mit sechs Treffern in sich: Tyson Foerster (2.) brachte Kanada bereits nach 67 Sekunden in Führung, Simon Knak lieferte die schnelle Schweizer Antwort nach 2:21 gespielten Minuten (3.). Jack Thompson (13.), Stankoven (15.) und Nathan Gaucher (18.) ließen die Kanadier dann mit drei Treffern binnen 4:30 Minuten enteilen und sorgten für einen frühen Feierabend des Schweizer Starters Noah Patenaude (fünf Saves, 55,6 Prozent Fangquote), der durch Backup Kevin Pasche (31 Saves, 97,8 Prozent) ersetzt wurde. Neun Sekunden vor der ersten Pause stoppten die Eidgenossen die Blutung, als Biasca auf 2:4 verkürzte.
Kanada aber ließ keinen Zweifel an seiner Überlegenheit und gab sowohl im zweiten (13:7 Schüsse) als auch im dritten Drittel (15:9 Schüsse) klar den Ton an. Will Cuylle stellte auf 5:2 (25.), Biasca auf 3:5 (28.). Kurz vor dem Ende besiegelte Stankoven mit einem "Empty Netter" das Aus für die Schweiz im Viertelfinale.
Immerhin: Kanadas Top-Talent Connor Bedard wurde aus dem Spiel genommen und blieb ohne Scorerpunkt.

Canada-World-Juniors

USA - Tschechien 2:4
Für eine Überraschung sorgte Tschechien, das mit einem 3:2 über die USA das Halbfinal-Ticket löste. Den besseren Start erwischten die Vereinigten Staaten, die nach ansprechendem Start durch Logan Cooley in Führung gingen (18.). Jan Mysak aber glich noch vor dem Gang in die Kabine aus (18.). Im zweiten Durchgang riegelten die Tschechen dann konsequent ab, ließen nur wenig zu und drehten die Partie dank Petr Hauser (28.) und Matyas Sapovaliv (31.). Im dritten Abschnitt probierten die Amerikaner noch einmal alles. Allerdings gelang den US-Boys nur noch der Anschlusstreffer zum 2:3 durch Carter Mazur im Powerplay (52.). In den Schlussminuten schoss der Tscheche Jiri Kulich ins mittlerweile leere Tor ein und schraubte den Endstand auf 4:2 (59.).