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Sergei Bobrovsky ist in Spiel 3 gefordert

Columbus Torhüter muss besser spielen, um seinen Farben den Sieg zu ermöglichen

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Mit zwei Siegen aus ihren Heimspielen in der PPG Paints Arena fahren die Pittsburgh Penguins am Sonntag zu Spiel 3 zu den Columbus Blue Jackets und haben damit ihr Soll erst einmal erfüllt. Sie können auswärts relativ befreit antreten, während die Hausherren dann unter gehörigem Druck stehen, nicht vorzeitig auf das Abstellgleis zu geraten.

Gerade in den Playoffs entscheiden häufig Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage. Das musste Columbus in den ersten zwei Spielen bitter erfahren. In beiden Aufeinandertreffen waren sie keinesfalls unterlegen, eher ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen, doch die Ernte fuhren am Ende die Penguins ein.

"Ich denke wir haben viele Sachen gemacht, wie wir sie tun wollten", sagte Columbus Trainer John Tortorella. "Ich bin stolz auf unseren Klub. Die Art, wie sie auftreten. Die Art, wie sie alles umsetzen, was wir vorgeben."  

Zwei Dinge waren vordergründig, die zu den bisherigen Niederlagen führten. Einerseits die mangelnde Chancenverwertung, denn jede Mannschaft sieht gegen ein offensivstarkes Team wie Pittsburgh schlecht aus, wenn selbst nur jeweils ein Treffer erzielt werden kann.

Andererseits offenbarte Blue Jackets Torhüter Sergei Bobrovsky unverzeihliche Schwächen. Es wäre sicher falsch ihn als Hauptschuldigen zu sehen, doch der 28-jährige Russe hat schon weitaus besser gespielt.

Video: CBJ@PIT, Sp2: Guentzel versenkt Crosbys Vorlage

Trotz vier Niederlagen zum Abschluss der regulären Saison schloss er diese mit 41 Siegen und 17 Niederlagen mit einer Fangquote von 93,1 Prozent und einem Gegentorschnitt von 2,06 ab. Beides Spitzenwerte in der NHL. Nicht umsonst ist Bobrovsky Favorit auf die Vezina Trophy für den besten Torhüter der Saison. Aus diesem Grund hatte er auch wesentlichen Anteil an der Playoff Qualifikation und den erreichten 108 Punkten, dem viertbesten Wert der Liga.

Doch seine bislang in seiner Karriere nicht berauschende Bilanz in den Playoffs setzte sich in den ersten beiden Partien der ersten Runde der Eastern Conference gegen die Penguins fort. Insgesamt lediglich zwei Siege bei 15 Einsätzen in elf Starts stehen für ihn zu Buche. Dazu kommen im Schnitt 3,43 Gegentore pro Spiel und nur 89,1 Prozent abgewehrte Torschüsse.

"Ich kann es besser", sagte Bobrovsky. "Natürlich, wenn wir zwei Spiele verloren haben, dann hätte der Torhüter besser sein können. Die Serie geht weiter und ich werde weiter arbeiten."

Bobrovsky hat nun inklusive der letzten Spiele in der regulären Saison sechs Spiele in Folge verloren und dabei 19 Gegentore kassiert. Sein letzter Sieg stammt vom 28. März, als er gegen die Buffalo Sabres 41 Saves verbuchte.

Am Freitag im zweiten Spiel musste Bobrovsky das erste Gegentor auf seine Kappe nehmen, noch dazu zu einem für seine Mannschaft bitteren Zeitpunkt, denn die Blue Jackets hatten klar den besseren Start und konnten ein Torschussverhältnis von 8-0 vorweisen. Er verließ sein Tor, um den Puck dahinter zu stoppen, doch es dauerte einen Moment zu lange, um die Scheibe unter Kontrolle zu bringen. Conor Sheary attackierte ihn, stibitzte das Spielgerät, passte zu Jake Guentzel und dieser leitete auf Sidney Crosby weiter, der keine Mühe hatte den Treffer zu markieren.

Auch beim 3-1 von Evgeni Malkin ließ Bobrovsky den Schuss durchrutschen. Ein Torhüter in Topform hätte den Schuss sicher gehalten.

Video: CBJ@PIT, Sp2: Malkin haut Crosbys Vorlage rein

Es wird für Columbus schwer genug, in der Serie zurück zu kommen, doch dies geht nur, wenn ihre Nummer 1 mehr Saves zeigt, wie in der 40. Minute von Spiel 2, als er 27 Sekunden vor dem Ende des Drittels Crosbys Rückhandschuss in deren Powerplay perfekt abwehrte.

Bobrovsky kann es nicht alleine stemmen und die Offensive braucht wie anfangs erwähnt mehr Torerfolge, doch kleine Fehler werden gnadenlos bestraft und diese gilt es vor allem in seinem Spiel abzustellen, sonst endet die Saison von Columbus schon bald.

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