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Die bittere 2:7-Niederlage gegen die New York Islanders zu Wochenbeginn hinterließ offenbar keine Spuren. Die Toronto Maple Leafs haben sich am Donnerstag mit einem 6:2-Heimsieg gegen die Florida Panthers eindrucksvoll zurückgemeldet. "Wir haben einen guten Job gemacht. Wir sind rausgegangen, haben so angefangen wie zuletzt und sind diesmal drangeblieben", sagte Maple-Leafs-Trainer Sheldon Keefe.

Toronto erzielte bereits zum achten Mal in Folge den Treffer zum 1:0. Nicht immer allerdings führte dies zum Erfolg. Sie unterlagen in dieser Zeitspanne nicht nur gegen die Islanders, sondern auch gegen die Buffalo Sabres (3:4) und die Colorado Avalanche (1:2 nach Penaltyschießen). "Es ist sehr wichtig, Spiele konzentriert zu Ende zu spielen", führt der Trainer aus.
"Wir haben viel darüber gesprochen, wie wir uns in die Lage versetzen können, den Job ordentlich zu beenden und zu gewinnen. Wir haben einige große Anstrengungen unternommen. Als wir in Ottawa das Spiel nicht so abgeschlossen hatten wie gewollt (Toronto gewann erst im Shootout - d. Red.), hatte uns das sehr getroffen. Heute haben die Jungs dem Gegner keine Angriffsfläche geboten", erläuterte Keefe.
Auston Matthews traf gegen die Panthers doppelt und verzeichnete das 58. Mehrfachtore-Spiel seiner Karriere. Er ist jetzt nur noch drei solcher Spiele von Mats Sundin entfernt, der in der Rekordliste der Maple Leafs den dritten Platz belegt. Matthews steht in der laufenden Spielzeit mit 34 Treffern auf Rang drei der teaminternen Torschützenliste hinter William Nylander (36 Tore). Die 60 Treffer aus der Vorsaison dürfte er diesmal nicht erreichen. Dennoch ist sein Einfluss auf die Mannschaft nicht weniger groß. In jenen Spielen, in denen Matthews traf, haben die Maple Leafs eine Bilanz von 22-3-5 vorzuweisen.

TOR@FLA: Matthews zieht ab und trifft

Die weiteren Treffer gegen Florida gingen auf das Konto von Nylander, Mitch Marner, Alex Kerfoot und Michael Bunting. Für Nylander war das Erfolgserlebnis besonders wichtig, weil er zuvor ungewohnter Weise in vier Spielen hintereinander kein Tor erzielt hatte. "Es ist natürlich schön, ein Tor zu machen", sagte er. "Mein Spiel ist in den letzten beiden Spielen bereits besser geworden, also bewegt sich alles in die richtige Richtung."
Dies sieht Matthews ähnlich. "Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt und die Angriffswellen, als unser Gegner so richtig ins Rollen kam, überstanden. Unser Torwart hat in dieser Phase einige großartiges Saves gemacht", lobte er den Schlussmann Matt Murray, der mit 33 Paraden ein starker Rückhalt war. Über das gesamte Spiel verzeichneten die Panthers mit 35:27 Torschüssen sogar mehr Abschlüsse als der Gegner.
"Ich fand, dass Murray großartig gespielt hat", lobte auch Trainer Keefe den Goalie. "Unsere Jungs haben vor ihm ebenfalls einen guten Job gemacht. Wir haben gegen eine sehr dynamische Offensivmannschaft gespielt und deren Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Und wenn sie sich trotzdem befreien und gefährlich werden konnten, ließ er (Murray) es so leicht aussehen. Das hat mir gut gefallen."
Die Panthers waren mit der Hypothek einer 3:6-Niederlage gegen die Philadelphia Flyers nach Toronto gereist. Davor hatten sie jedoch in sieben Spielen hintereinander gepunktet und sechs davon gewonnen. Die Panthers wären mit einem Sieg gegen die Gastgeber auf einen Wildcard-Rang für die Stanley Cup Playoffs gesprungen, verpassten aber diese Gelegenheit.

TOR 6, FLA 2

Matthew Tkachuk, der Stürmer der Panthers, sieht genau darin den Unterschied zwischen seinem Team und den Maple Leafs. "Sie wurden gerade erst von den Islanders deklassiert. Sie wollten aber das Blatt wenden und haben das geschafft. Wir haben das leider nicht hinbekommen", sagte er in Anlehnung an die Pleite in Philadelphia.
Toronto steht weiter an zweiter Stelle der Atlantic Division und hat den Vorsprung auf Tampa Bay Lightning ausgebaut, die mit 2:7 bei den Ottawa Senators verloren. Zwischen den beiden Mannschaften liegen aktuell fünf Punkte, wobei Tampa Bay zwei Spiele mehr bestritten hat. Torontos Vorsprung auf die Wildcard-Ränge beträgt 13 Punkte, auf den ersten Nicht-Playoff-Platz sind es sogar 16 Zähler.
Die Qualifikation für die Playoffs dürfte ihnen nahezu sicher sein. Doch wie geht es danach weiter? Toronto erreichte auch in den vergangenen sechs Spielzeiten die Postseason, scheiterte aber stets in der ersten Runde. Und zwar immer sehr knapp: In den zurückliegenden fünf Spielzeiten fehlte lediglich ein Sieg zum Weiterkommen. Vergangene Saison scheiterten sie mit 3:4 am späteren Finalisten Tampa Bay.
Die letzte erfolgreiche Playoff-Serie datiert aus dem Jahr 2004. Also zu einer Zeit, als Matthews und Marner gerade einmal sechs Jahre alt waren. Es wird nun ihre Aufgabe sein, diese Misere zu beenden.