Giroux Voracek

Die Seattle Kraken werden in der Saison 2021/22 offiziell zum 32. Franchise der NHL. In den Tagen vor dem Expansion Draft am 21. Juli berichtet NHL.com/de ausführlich über das bevorstehende Event.

In dieser Ausgabe: Analyse der Klubs aus der Metropolitan Division
Auch für die Teams aus der Metropolitan Division stehen wichtige Entscheidungen an. Die Carolina Hurricanes, Columbus Blue Jackets, New Jersey Devils, New York Islanders, New York Rangers, Philadelphia Flyers, Pittsburgh Penguins und Washington Capitals müssen festlegen, welche Spieler sie schützen möchten, sodass diese nicht bei den Seattle Kraken landen.
In Nino Niederreiter von den Carolina Hurricanes sowie Nico Hischier und Jonas Siegenthaler von den New Jersey Devils gäbe es in dieser Division auch drei Schweizer, die vermutlich aber geschützt werden. Anders verhält sich dies bei einigen anderen bekannten Namen.
Carolina Hurricanes (7-3-1)
Der Kapitän Jordan Staal ist der einzige Spieler der Hurricanes, der eine No-Move-Klausel in seinem Vertrag hat und daher geschützt werden muss. Ansonsten hat General Manager Don Waddell maximale Handlungsfreiheit.

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Der Schweizer Nino Niederreiter dürfte in der Planung von Carolina eine wichtige Rolle einnehmen. Vergangene Saison verbuchte er 20 Tore und 14 Assists. Auch die Stürmer Sebastian Aho, Vincent Trocheck oder Teuvo Teravainen werden wohl weiterhin im Trikot der Hurricanes zu sehen sein.
In der Verteidigung ist Jaccob Slavin, der in diesem Jahr mit der Lady Byng Memorial Trophy für sportliche Fairness ausgezeichnet wurde, vermutlich gesetzt. Carolina plant langfristig mit ihm und nahm ihn daher bis zum Jahre 2025 unter Vertrag. Brett Pesce dürfte ebenfalls geschützt werden. Nahezu garantiert ist dies bei Torwart Alex Nedeljkovic, der eine phänomenale Saison mit einer Save-Quote von 93,2 Prozent gespielt hat.
Es werden einige Spieler übrigbleiben, die für die Seattle Kraken interessant sind. Einer von ihnen könnte der 23-jährige Verteidiger Jake Bean sein, der sich in seiner zweiten NHL-Saison etabliert und elf Tore vorbereitet hat. Unter den Stürmern wäre möglicherweise Warren Foegele ein Kandidat, der in den vergangenen drei Spielzeiten stets zweistellig traf.
Columbus Blue Jackets (7-3-1)
Die Columbus Blue Jackets zählen zu den Teams, bei denen kein einziger Spieler eine No-Move-Klausel in seinem Vertrag stehen hat. Das heißt: Die Franchise kann völlig frei entscheiden, welche Spieler geschützt werden und welche nicht.
Es ist davon auszugehen, dass die Stürmer Cam Atkinson, Oliver Bjorkstrand, Max Domi und Jack Roslovic in den Planungen der Blue Jackets eine wichtige Rolle spielen. Ebenso verhält es sich bei den Verteidigern Seth Jones, Zach Werenski und Vladislav Gavrikov sowie Torwart Joonas Korpisalo.
Heißt also: Die Schlüsselspieler der Blue Jackets dürften auch in der kommenden Saison für diese Franchise spielen. Für Seattle könnte ein Stürmer wie Eric Robinson oder Verteidiger Dean Kukan übrigbleiben.
New Jersey Devils (7-3-1)
Kein Spieler der New Jersey Devils hat eine No-Move-Klausel in seinem Vertrag stehen. Gleichwohl gibt es Spieler, die nahezu sicher geschützt werden. Ganz oben auf dieser Liste steht der Schweizer Nico Hischier. Der jüngste Kapitän der NHL steht bis zum Jahre 2027 in New Jersey unter Vertrag.

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Pavel Zacha, der in der vergangenen Saison der Top-Scorer der Devils gewesen ist, blickt seinem letzten Vertragsjahr entgegen. Da er 2022 allerdings lediglich zu einem Restricted Free Agent wird, haben die Devils seine Zukunft weiterhin in der eigenen Hand. Auch er dürfte geschützt werden.
Und wie verhält es sich bei den Verteidigern? Der Schweizer Jonas Siegenthaler steht noch zwei Jahre unter Vertrag und bietet mit einem Jahresgehalt von 1,25 Millionen US-Dollar ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der teuerste Spieler im gesamten Kader ist sein Abwehr-Kollege P.K. Subban, der in sein letztes Vertragsjahr geht und neun Millionen US-Dollar kassiert. Er dürfte eher nicht geschützt werden.
New York Islanders (7-3-1)
Auch die Verantwortlichen der New York Islanders haben in ihrer Kaderplanung maximale Entscheidungsfreiheit, weil kein Spieler eine No-Move-Klausel in seinen Vertrag hat.
Die Stürmer Mathew Barzal, Josh Bailey, Brock Nelson und Jordan Eberle, die in dieser Reihenfolge vergangene Saison die teaminterne Scorer-Liste anführten, werden nahezu sicher in New York bleiben. Auch auf ihren Kapitän Anders Lee möchten die Islanders wohl kaum verzichten. Selbiges trifft auf Torwart Semyon Varlamov sowie die Verteidiger Ryan Pulock und Adam Pelech zu.
Ein heißer Kandidat für Seattle könnte der routinierte Flügelstürmer Cal Clutterbuck sein, der viel Erfahrung mitbringt und ein solider Scorer ist.
New York Rangers (7-3-1)
Bei den New York Rangers ist keine größere Überraschung zu erwarten. Die Stürmer Artemi Panarin, Chris Kreider und Mika Zibanejad sowie der Verteidiger Jacob Trouba sind aufgrund ihrer No-Move-Klausel ohnehin geschützt.

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Der Vertrag von Pavel Buchnevich, der in der vergangenen Saison mit 48 Scorer-Punkten zu den vier besten Scorern der Rangers zählte, ist zwar ausgelaufen. Als Restricted Free Agent dürfte seine Zukunft aber trotzdem in New York liegen.
Für Seattle könnten die beiden Stürmer Julien Gauthier und Kevin Rooney, die vermutlich nicht geschützt werden, eine Option sein. Rooney blickt mit acht Toren und sechs Assists auf die effektivste Spielzeit seiner Karriere zurück.
Auch bei Verteidiger Anthony Bitetto und Torwart Keith Kinkaid, die mit ihren 31 bzw. 32 Jahren viel Erfahrung mitbringen, wäre ein Wechsel zu den Kraken denkbar.
Philadelphia Flyers (7-3-1)
Claude Giroux, der vergangene Saison einer der Top-Scorer der Flyers war, steht aufgrund seiner No-Move-Klausel ohnehin nicht für den Expansion Draft zur Auswahl. Selbiges trifft auf seinen Stürmer-Kollegen Kevin Hayes zu. Das heißt: Diese beiden Spieler werden nicht nach Seattle umziehen müssen.
Selbiges trifft auf Joel Farabee zu, der mit seinen 20 Treffern der beste Torjäger von Philadelphia gewesen ist. Er befindet sich erst in seinem zweiten Profi-Jahr und ist automatisch geschützt.
Gleichwohl gibt es bekannte Namen im Kader der Flyers, die für die Kraken ein Thema werden könnten. Gemeint sind ausgerechnet jene beiden Spieler, die zusammen mit Giroux die teaminterne Scorer-Liste anführten: Jakub Voracek und James Van Riemsdyk.

Voracek war mit seinen 34 Assists in der vergangenen Saison zwar der beste Vorlagengeber der Flyers. Allerdings steht er kurz vor seinem 32. Geburtstag und ist mit einem Jahresgehalt von 8,25 Millionen US-Dollar sehr teuer. Van Riemsdyk ist bereits 32 Jahre alt und verdient 7 Millionen Dollar im Jahr.
Der Expansions Draft könnte den Flyers eine gute Gelegenheit bieten, um für finanzielle Freiräume zu sorgen.
Pittsburgh Penguins (7-3-1)
Eines ist klar: Die Superstars bleiben nahezu sicher in Pittsburgh. Sidney Crosby, Evgeni Malkin und Kris Letang sind aufgrund ihrer No-Move-Klausel ohnehin geschützt.
Theoretisch wäre es zwar möglich, dass einer der Spieler freiwillig auf diese Klausel verzichtet. Dies war beim NHL Expansion Draft im Jahre 2017 der Fall, als Torwart Marc-Andre Fleury bei den Vegas Golden Knights gelandet ist. Bei Crosby, Malkin und Letang ist dies aber wohl auszuschließen. Auch wenn Malkin und Letang in ihr letztes Vertragsjahr gehen, dürften die Penguins fest mit ihnen planen.
Welcher Spieler wird also von Pittsburgh nach Seattle ziehen? Stürmer Brandon Tanev, der eigentlich noch bis 2025 unter Vertrag steht und 3,5 Millionen US-Dollar im Jahr verdient, könnte ein interessanter Kandidat sein. Noch ein Jahr länger steht Michael Matheson unter Vertrag, der ein Jahresgehalt von 4,875 Millionen US-Dollar bezieht. Wird er nicht geschützt, könnte auch er das Interesse von Seattle wecken.
Washington Capitals (7-3-1)
Kapitän Alex Ovechkin ist derzeit ein Free Agent. Allerdings ist laut Medienberichten davon auszugehen, dass die Vertragsverlängerung in den kommenden Tagen erfolgen wird. Nicklas Backstrom hat eine No-Move-Klausel in seinem Arbeitspapier und ist dadurch automatisch geschützt.
Evgeny Kuznetsov, T.J. Oshie, Anthony Mantha und Tom Wilson zählen ebenfalls zu den Stürmern, die Washington vermutlich behalten möchte. Verteidiger John Carlson ist noch bis zum Jahre 2026 an die Capitals gebunden und gilt als unverzichtbar. Ähnlich könnte mit Dmitry Orlov oder Brenden Dillon verfahren werden.
Justin Schultz hingegen hat ohnehin nur noch ein Jahr Vertrag. Wird er nicht geschützt, könnte er ein Kandidat für Seattle sein. Selbiges trifft auf Stürmer Daniel Sprong zu, der in der letzten Saison 13 Tore erzielt hat und mit einem Jahresgehalt von 725.000 US-Dollar verhältnismäßig günstig ist.