CentralPlayoffs

Mit den Stanley Cup Playoffs beginnt für Eishockey-Fans die beste Zeit im ganzen Jahr. In der Stanley Cup First Round kommt es in der Discover Central Division zu einem feurigen Derby zwischen den Florida Panthers und Titelverteidiger Tampa Bay Lightning. Außerdem begegnen sich zwei Schweizer in der Serie zwischen den Carolina Hurricanes und den Nashville Predators.

Carolina Hurricanes (1.) vs. Nashville Predators (4.)
Die Carolina Hurricanes stehen für aggressives und schnelles Eishockey mit einer Menge Feuerkraft. Starke Individualisten wie Sebastian Aho (24 Tore -33 Assists -57 Punkte), Vincent Trocheck (17-26-43), Andrei Svechnikov (15-27-42), Dougie Hamilton (10-32-42) oder Martin Necas (14-27-41) ragten in der regulären Saison als Scorer heraus. Doch das Team aus Raleigh lebt vor allem von seiner Tiefe und seinem Teamgeist.

CAR@DAL: Niederreiter baut Führung im 3. Drittel aus

Die Hurricanes rollen alle vier Sturmreihen aus, auch der Schweizer Nino Niederreiter spielte als zweitbester Torjäger eine tragende Rolle (20-14-34). Trainer Rod Brind'Amour ist es gelungen, eine Spitzenmannschaft zu formen. So verwundert es nicht, dass Carolina mit einer Erfolgsquote von 25,6 Prozent Powerplay und 85,2 Prozent im Penalty Killing den zweit- bzw. drittbesten Wert in der NHL vorweisen kann. Zudem agieren die Torhüter Petr Mrazek, Alex Nedeljkovic und James Reimer alle auf einem ähnlich hohen Leistungsniveau.
Die Nashville Predators nehmen eine Menge Schwung aus der regulären Saison mit. Das Team aus Tennessee setzte die erste Saisonhälfte zwar in den Sand, drehte danach aber umso mehr auf. Vier der letzten fünf Partien haben die Predators gewonnen. Das Vertrauen in das System von Coach John Hynes ist gewachsen. Den Bereich zwischen der eigenen blauen Linie und der Mittellinie riegelt Nashville konsequent und effektiv ab. Der Zone-Entry stellt die Gegner vor Probleme. Achillesferse aber bleibt die nur wenig durchschlagskräftige Offensive: Mit Filip Forsberg (12-20-32) übersprang nur ein Stürmer die Marke von 30 Scorerpunkten. Dreh- und Angelpunkt bleibt Kapitän Roman Josi, der hinten als Abwehrchef die Defensive ordnet und vorne als Top-Scorer (8-25-33) eine Waffe ist. Im Tor ist ein Generationenwechsel erfolgt: Der jahrelange Lehrling Juuse Saros (26 Jahre) hat die Rolle des Starters von seinem Lehrmeister Pekka Rinne (38) übernommen und gilt als beweglicher und zuverlässiger Goalie.

NSH@CBJ: Josi baut Führung mit Schlagschuss aus

Die Saison-Serie konnte Carolina zwar mit 6:2 gewinnen, doch gingen ausgerechnet die letzten beiden Duelle klar an Nashville (3:1, 5:0).
Die Hurricanes gewinnen, wenn… sie weiter aus allen Rohren feuern (im Schnitt 32 Schüsse pro Spiel) und ihrer aggressiven und temporeichen Hockey-DNA treu bleiben.
Die Predators gewinnen, wenn… sie ihre aufsteigende Form konservieren und Carolinas Offensivwucht mit ihrem taktischen Konzept und einem starken Saros ausbremsen können.
Florida Panthers (2.) - Tampa Bay Lightning (3.)
Vor der Saison haben die Florida Panthers ihren Kader auf Schlüsselpositionen umgebaut und dabei vor allem Wert auf die Arbeitsethik gelegt. Neue Spieler wie die Stanley-Cup-Champions Carter Verhaeghe (18-18-36) und Patric Hornqvist sollten mehr Biss, Physis und Präsenz vor dem gegnerischen Tor bringen und dem Team Siegeswillen einimpfen. Eine Rechnung, die aufging: Auch dank der Kernspieler wie Jonathan Huberdeau (20-41-61) und Aleksander Barkov (26-32-58) mauserte sich Florida zum viertbesten Offensivteam der Liga und konnten sogar den schwerwiegenden Ausfall von Abwehrchef Aaron Ekblad (Bein-OP) kompensieren.
Mit welcher Vehemenz die Panthers einen langen Playoff-Run angehen wollen, zeigte auch ihr Verhalten vor der Trade-Deadline. Neuzugänge wie Sam Bennett (6-9-15), Nikita Gusev (2-3-5) oder Brandon Montour (2-2-4) hoben die Mannschaft in kurzer Zeit noch einmal auf ein höheres Niveau. Im Tor sucht Sergei Bobrovsky nach seiner Form und hat in Chris Driedger einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Mit Trainer Joel Quenneville verfügen die Panthers über einen vierfachen Stanley-Cup-Trainer hinter der Bank.

Kuch Stamkos

Die Tampa Bay Lightning schafften es wiederum, die Lücke, die ihr verletzter Superstar Nikita Kucherov (Hüft-OP, kein Saison-Einsatz) hinterließ, zu füllen. Die Scoring-Last verteilte sich auf die Schultern von Brayden Point (23-25-48), Ondrej Palat (15-31-46), Victor Hedman (9-36-45), Yanni Gourde (17-19-36), Steven Stamkos (17-17-34) und Alex Killorn (15-18-33). Mit Palat, Hedman und Stamkos fielen im Saisonendspurt drei Stützen aus. Die Frage ist, ob das nur ein Bluff vor den Playoffs war oder doch ernsthafte Probleme zugrunde lagen. Coach Jon Cooper muss sein Team offensiv in die Spur bringen. Die Defensive vor Schlussmann Andrei Vasilevskiy, einem der besten Goalies in der NHL, funktionierte über weiter Strecken der Saison gut.
Gerade einmal 300 Kilometer Luftlinie sorgen für kurze Reisen, dafür aber umso intensivere Duelle in dieser Serie. Florida konnte in der regulären Saison fünf von acht Vergleichen für sich entscheiden, darunter waren zwei deutliche Erfolge an den beiden letzten Spieltagen (5:1, 4:0).
Die Panthers gewinnen, wenn… sie ihre physischen Vorteile ausspielen und ihre teils fehlende Erfahrung mit Biss ausgleichen.
Die Lightning gewinnen, wenn… sie ihre Geschwindigkeitsvorteile und ihre Erfahrung aus dem Vorjahr für sich nutzten.