Mit seinen 45 Jahren ist Jagr eigentlich nicht mehr prädestiniert dazu, dem Eishockeynachwuchs als Idol zu dienen, doch was ist bei diesem Ausnahmesportler schon normal. Noch immer träumen viele junge Eishockeyspieler von einer Karriere eines Jagr. In seiner Heimat Tschechien ist der Rechtsaußen schon seit Jahrzehnten eine lebende Legende. Was aus seinem Munde kommt, das zählt in der Tschechischen Republik - auch wenn das Gesagte manchmal viel Spielraum zur Interpretation lässt oder einen Widerspruch regelrecht herausfordert.
Noch steht in den Sternen, ob der mehrfache Weltmeister, Stanley Cup Champion und Olympiasieger auch in der kommenden Saison seine Schlittschuhe für ein NHL-Team schnüren wird. Dass er aber für jede Mannschaft eine Verstärkung wäre, weil er auch deren Nachwuchspieler führen kann, steht außer Frage. Die Eishockeylegende mit der Nummer 68 auf dem Rücken kann auf einen Erfahrungsschatz zurückgreifen, aus dem jeder der Stars von übermorgen das Beste für die eigene Karriere herausgreifen kann.
Den Florida Panthers war das bewusst, als sie ihn vor 2 1/2 Jahren von den New Jersey Devils nach Sunrise geholt hatten. Nachdem sie sich Anfang Juli dieses Jahr dazu entschieden hatten, Jagr als Unrestricted Free Agent kein weiteres Vertragsangebot zu unterbreiten, sprach Panthers General Manager Dale Tallon auf einer Pressekonferenz im BB&T Center davon, dass es eine "Ehre war mit einer Legende in Berührung gekommen zu sein".
Wer weiß wo ein Jonathan Huberdeau oder ein Aleksander Barkov, die noch nicht einmal geboren waren als Jagr seine erste NHL-Partie bestritt, nun sportlich stehen würden, hätten sie nicht zwei Jahre lang zusammen mit dem Altmeister des Eishockeysports trainiert und zusammen in einer Reihe gestürmt?