Niemand außer Saros selbst hätte es für möglich gehalten, dass es einmal so weit bringt. Mit 14 hatte man ihm erklärt, dass er zu klein und zu leicht für einen Torwart sei. Er könne das Tor mit seiner Statur nicht gut abdecken. Doch Saros machte aus der Not eine Tugend. "Ich war immer ein schmächtiger Kerl. Aber das ist kein Problem. Ich muss einfach bei allem genauer sein als andere, mich weniger bewegen und länger warten, bevor ich eine Reaktion zeige. Ich kann es mir nicht leisten, schludrig zu sein", erläutert Saros.
Als eine seiner größten Qualitäten bezeichnet er das Skaten. Seine Sicherheit auf Schlittschuhen trage dazu bei, dass er sich ganz aufs Spiel konzentrieren und auf diese Weise viele Spielzüge antizipieren könne. Verbessern möchte er künftig vor allem seine Schnelligkeit.
Wenn Schüsse auf sein Tor abgegeben werden, wartet Saros länger mit einer Reaktion als die meisten NHL-Torhüter. Er schaut dafür nicht auf das Schlägerblatt des Schützen, sondern verfolgt immer den Puck. "Viele Spieler verstehen es, die Schussabgabe geschickt zu verbergen. Deswegen ist es sicherer, stets den Puck im Auge zu behalten", erklärt Saros.
Die Schützen der Predators haben diese besondere Verhaltensweise beim Training bemerkt. "Als ich ihn das erste Mal sah, dachte ich: Oh, der ist aber klein. Aber er hat uns allen gezeigt, wie gut er ist", sagte James Neal, der 229 Tore erzielt und bereits einige Artikel über die Kunst des Torschusses verfasst hat. "Er macht die ganze Zeit über tolle Saves. Und alles wirkt dabei spielerisch leicht. Es ist schwer, die Lücke bei ihm zu finden. Ich bin wirklich beeindruckt", preist Neal den jungen Schlussmann.
Bei der Weltmeisterschaft 2016 holte Saros mit Finnland die Silbermedaille. Bei seinen zwei Starts gelang ihm jeweils ein Shutout. Auch im Juniorenbereich hatte er in allen Stufen Erfolg, obwohl seine vergleichsweise geringe Statur immer wieder thematisiert wurde. Der Trend im Torhüterbereich geht eben seit Jahren in Richtung Hünen wie Rinne.
Diesem Trend die Stirn zu bieten werde nicht einfach für Saros, meint Rinne. Doch er glaubt, dass der Rookie die nötige Einstellung mitbringt, um das Auf und Ab durchzustehen, das die Torwartposition mit sich bringt.