Die größte Waffe der Maple Leafs ist der Angriff, der derzeit seinesgleichen sucht. Im ersten Viertel der Saison gingen 70 Tore auf das Konto der Herren in blau und weiß, mehr als jedes andere Team erzielte. Dabei mussten sie in beinahe der Hälfte der Spiele auf ihren größten Star, Auston Matthews verzichten. Der Torjäger verletzte sich am 27. Oktober gegen die Winnipeg Jets an der Schulter und fehlt bereits seit neun Spielen. Zuvor machte er 16 Punkte (zehn Tore, sechs Assists) in elf Partien und war damit bis zu seiner Verletzung der beste Torschütze und drittbeste Scorer der NHL.
Doch auch ohne Matthews gewannen die Maple Leafs sechs von neun Spielen und eroberten am Freitag mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung in Anaheim die Tabellenspitze. Damit zeigt das Team, dass es nicht alleine von Matthews abhängig ist, sondern selbst den Ausfall eines der größten Stars der Welt verkraften kann. Unterstützt von dem 39-jährigen Veteranen Patrick Marleau und den Routiniers Nazem Kadri und John Tavares, sind es die jungen Spieler Morgan Rielly, Kasperi Kapanen und Marner, die weiterhin fleißig Punkte sammeln und immer wieder ihre Kontrahenten aus deren eigener Halle schießen.
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Hinzu kommen starke Leistungen in anderen Bereichen. Die Maple Leafs kassieren die viertwenigsten Gegentore pro Spiel (2,55) und stellen mit 25,9% das siebtbeste Powerplay der Liga. Zwischen den Pfosten können sie auf Torwart Frederik Andersen vertrauen, der mit elf Siegen in 16 Einsätzen, einem Durchschnitt von 2,08 Gegentoren pro Spiel, und 93,4 Prozent Fangquote zu den besten Torhütern der Liga gehört. Sein Ersatz Garret Sparks konnte ebenfalls drei Siege in vier Spielen holen und entlastet Andersen mit einer Fangquote von 90,6 Prozent.
Nach der langen Durststrecke scheint Toronto oben angekommen zu sein. Mit einer der gefährlichsten Offensiven der Liga, einigen absoluten Spitzenspielern und einer Tiefe im Kader, die man in der bevölkerungsreichsten Stadt Kanadas lange vermisst hat, arbeiteten sie sich innerhalb kürzester Zeit aus dem Tabellenkeller wieder an die Spitze der Liga. Die Saison ist noch lange, doch man darf zurecht erwarten, dass die Maple Leafs im Frühling im Kampf um den Heiligen Gral des Eishockeys eine Rolle spielen werden.