WSH-BOS---PIT-NYI

Zwei heiße Serien stehen in der Stanley Cup First Round innerhalb der MassMutual East Division bevor. Die Pittsburgh Penguins bekommen es als Gruppensieger mit den viertplatzierten New York Islanders zu tun, während sich die Washington Capitals als Zweiter mit den Boston Bruins auseinandersetzen müssen, die auf Rang drei landeten. Spannende Spiele sind garantiert, schließlich lagen alle vier Teams gerade einmal sechs Punkte auseinander.

Pittsburgh Penguins (1.) vs. New York Islanders (4.)
Im direkten Vergleich hatten die Penguins in der regulären Saison die Nase vorne. 6-2-0 lautete die Bilanz aus ihrer Sicht bei einem Torverhältnis von 25:9. Center Sidney Crosby (drei Tore, sechs Assists) und Verteidiger Kris Letang (vier Tore, fünf Assists) sammelten die meisten Scorerpunkte gegen die Vertretung aus Long Island. Crosby war überhaupt der überragende Mann in der Penguins-Offensive in dieser Spielzeit. Der Kapitän brachte es am Ende auf 62 Punkte. Damit lag er in der teaminternen Scorerwertung an der Spitze, vor Jake Guentzel (57) und Letang (45).
Die Offensive war eindeutig der stärkere Mannschaftsteil in dieser Saison. Mit 196 Treffern belegten die Penguins in der NHL-Gesamtwertung den zweiten Platz. Einen Hauch treffsicherer waren lediglich die Colorado Avalanche (197). Die Abwehr zeigte sich dagegen das ein- oder andere Mal anfällig. Die 154 Gegentore bedeuteten lediglich Position 14 in der Endabrechnung. Als Nummer eins zwischen den Pfosten etablierte sich Tristan Jarry. Seine Matchbilanz von 25-9-3 und die Fangquote von 90,9 Prozent konnten sich sehen lassen.
Die große Stärke der Islanders war einmal mehr ihre Defensivarbeit. Zwischen den Pfosten haben sie mit Semyon Varlamov einen Schlussmann der Extraklasse stehen. Sieben Mal hielt er diese Saison seinen Kasten sauber. Nur Colorados Goalie Philipp Grubauer war ihm in dieser Hinsicht ebenbürtig. Mit ihrem harten Spiel in der eigenen Zone machten die New Yorker vielen Kontrahenten das Leben schwer. Mit 128 Gegentoren stellten sie nach den Vegas Golden Knights die zweitbeste Abwehr (124). Im Spiel nach vorne und vor allem in Sachen Chancenverwertung ist dagegen noch Luft nach oben. Die 156 erzielten Tore reichten lediglich zu Platz 20. Erfolgreichster Scorer war Mathew Barzal mit 45 Punkten. Gegen die Penguins gelangen ihm drei Tore und drei Assists in acht Spielen. Gleiches galt für Brock Nelson.
Die Penguins gewinnen, wenn …sie ihre Torgelegenheit konsequent ausnutzen und den Gegner nicht zu Kontern einladen.
Die Islanders gewinnen, wenn…sie den eigenen Laden weitgehend dichthalten und in der Offensive die nötige Kaltschnäuzigkeit an den Tag legen.

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Washington Capitals (2.) vs. Boston Bruins (3.)
Für einen Spieler wird es in den Begegnungen besonders emotional zugehen. Die Rede ist von Zdeno Chara, dem langjährigen Kapitän der Bruins. Er wechselte vor der Saison zu den Capitals und unternimmt mit der Mannschaft aus der US-Hauptstadt einen vielleicht letzten Anlauf auf den Gewinn des Stanley Cup. 2011 hielt er ihn bereits einmal in den Händen, als er mit Boston in der Finalserie gegen die Vancouver Canucks triumphierte. In seinen 1023 Auftritten für die Bruins erzielte er 481 Punkte (148 Tore, 333 Assists). In dieser Saison sind für den 44 Jahre alte Verteidiger zehn Punkte (zwei Tore, acht Assists) aus 55 Spielen für die Capitals verzeichnet.
Obwohl die Capitals während der Saison mehrfach mit Verletzungen oder krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen hatten, sicherten sie sich dank eines starken Schlussspurts den zweiten Platz in der MassMutual East. Washington schloss die reguläre Saison mit einer Matchbilanz von 11-4-1 ab. Das spricht für die Willensstärke der Capitals, einer Tugend, die in den Playoffs enorm wichtig ist. Ganz vorne in der Scorerliste stand erstmals seit 2016/17 wieder Nicklas Backstrom, der auf 53 Punkte kam.
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Zu den Stärken der Capitals gehört das Powerplay. Mit einer Erfolgsquote von 25 Prozent hatten sie diese Saison ligaweit das dritterfolgreichste Überzahlspiel der Liga vorzuweisen. Mit Alex Ovechkin, Nicklas Backstrom, Evgeny Kuznetsov, Anthony Mantha und T.J. Oshie stehen etliche ausgewiesene Powerplay-Experten zur Verfügung.
Wenn es einen Schwachpunkt im Team gibt, ist er auf der Torwartposition zu finden. Ob die beiden jungen Goalies Vitek Vanecek und Ilya Samsonov dem Druck in der Serie gewachsen sind, muss sich zeigen. Mit Craig Anderson stünde zwar ein erfahrener Mann im Notfall parat. Aber er verfügt aktuell über wenig Spielpraxis.
Zur NHL Trade Deadline holten die Capitals mit Michael Raffl einen variabel einsetzbaren Stürmer von den Philadelphia Flyers. Der Kärntner absolvierte zehn Partien für Washington und verbuchte dabei drei Punkte.

BOS@WSH: Raffl trifft aus spitzem Winkel

Die Bruins behielten im direkten Vergleich gegen die Capitals mit einer Bilanz von 4-1-3 knapp die Oberhand. Mit der Top-Reihe, bestehend aus Linksaußen Brad Marchand, Center Patrice Bergeron und Rechtsaußen David Pastrnak, verfügt Boston über eine der herausragendsten Sturmformationen der NHL. Marchand war mit 69 Zählern punktbester Akteur der Bruins. Mit Taylor Hall bekamen sie zur Trade Deadline einen weiteren etablierten Scorer hinzu.
Die Darbietungen der Abwehr konnten sich ebenfalls sehen lassen. 136 Gegentore bedeuteten den geteilten vierten Platz im NHL-Gesamtklassement. Mit Stammkeeper Tuukka Rask und seinen Backups Jaroslav Halak und Jeremy Swayman ist Boston auf der Torhüterposition exzellent besetzt.
Zu den Qualitäten der Bruins zählt ferner das Penalty Killing. Die Erfolgsquote betrug 85,6 Prozent in dieser Spielzeit. Das war der zweitbeste Wert von allen 31 Mannschaften.
Die Capitals gewinnen, wenn …ihre Schlüsselspieler gesund sind und es während der Serie auch bleiben.
Die Bruins gewinnen, wenn …es ihnen gelingt, sich von der Strafbank fernzuhalten und ihre Top-Formation im Angriff ins Rollen kommt.