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Enttäuschung in Chicago, trotz Kanes Leistungen

Abgesehen von einem kleinen Loch nach dem Trainerwechsel überwiegen bei Patrick Kane die guten Phasen, anders als bei den Blackhawks

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Patrick Kane bekommt auf der rechten Seite des Angriffsdrittels den Puck, zieht Richtung Grundlinie, dreht dort in Richtung des Tores der Calgary Flames und schließt mit der Rückhand aus sehr spitzem Winkel erfolgreich ab. Der Schuss landet direkt unter der Latte im Netz hinter David Rittich und besorgt den 1:1-Ausgleich für die Chicago Blackhawks. Dieser Treffer von Kane war das Highlight der Begegnungen am Montag und unterstreicht die herausragende Klasse des Angreifers aus Chicago.

Video: CGY@CHI: Kane mit der Rückhand aus spitzem Winkel

Die Saison der Blackhawks ist eine Achterbahnfahrt mit mehr Tiefen als Höhen. Die Serientäter aus Chicago verloren bereits acht Spiele in Folge, zwischen dem 27. Oktober und dem 12. November. Diese Negativserie kostete Joel Quennville seinen Trainerposten. Am 6. November beerbte Jeremy Colliton den langjährigen Chicago-Coach. Der erwünschte Effekt blieb jedoch aus. Die Blackhawks stünden in einer Tabelle seit dem Trainerwechsel auf Rang 29. Lediglich zehnmal konnte Colliton Chicago zum Sieg führen und nur 22 von 58 möglichen Punkten einfahren.

Kane ist einer der wenigen dauerhaften Lichtblicke der Blackhawks. Der rechte Flügelspieler ist einer der besten Offensivakteure der Liga und stellt dies Nacht für Nacht unter Beweis. 

 

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Seine Waffen in der gegnerischen Zone sind vielfältig, kann er doch sowohl als Vorbereiter mit seiner Fähigkeit die Situation zu lesen, als auch mit seinem tödlichen Schuss glänzen. Besonders sein Rückhandschuss dürfte unter den NHL-Torhütern Angst und Schrecken verbreiten, nicht erst seit dem Treffer gegen Calgary am Montag: "Er (Artyom Anisimov) war stark, hat zwei Spieler beschäftigt und mir den Puck zugespielt. Ich habe dann hochgeschaut und vielleicht eine Lücke gesehen. Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn du siehst, dass der Puck rein geht. Diesen Rückhandschuss mache ich schon seit ich sieben Jahre alt bin."

Das jahrelange Training zahlt sich aus. Kane bringt Leistung und verhindert dadurch den völligen Absturz der Blackhawks. In den vergangenen elf Partien konnte der 30-jährige 19 Punkte beisteuern. Seine Ausgeglichenheit wird auch hier deutlich, setzten sich die Zähler doch aus neun Toren und zehn Assists zusammen. Ein Blick auf die vergangene 17 Matches zeigt, dass Kane auch längerfristig in guter Form ist. Elf Tore und 15 Vorlagen stehen in diesem Zeitraum für ihn in der Statistik. Seine Leistung befindet sich auf dem Level eines Anwärters für die Hart Trophy.

Video: CHI@COL: Kane beendet Spiel in OT beim Powerplay

In der Scorerwertung der NHL liegt Kane auf dem sechsten Rang. In den 44 absolvierten Partien traf er selbst 24 Mal und legte weitere 32 Tore auf. Sollte er seine Punkteausbeute so beibehalten würde er am Saisonende auf 104 Punkte kommen. Sein persönlicher Rekord von 106 Zählern aus der Spielzeit 2015-16 ist in Reichweite, obwohl das Team deutlich schwächer zu sein scheint. 

Doch auch die Saison des Assistant-Kapitäns der Blackhawks ist von Höhen und Tiefen geprägt. Im ersten Monat unter Colliton fiel Kanes Punkteschnitt auf unter einen Zähler pro Partie. In dieser Periode lag er nur auf Rang 69 der NHL-Scorer. Selbst während der Niederlagenserie zuvor konnte Kane die magische Ein-Punkt-Pro-Spiel-Marke übertreffen.

 

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Neben seinem Highlight-Tor gab Kane am Montag gegen Calgary auch noch die Vorlage zum zwischenzeitlichen 2:1-Führung von Alex DeBrincat. Kane hatte hier mittig im Angriffsdrittel die Schusschance, sah jedoch den besser positionierten DeBrincat, der per Direktabnahme traf. Am Ende gingen die Blackhawks zum dritten Mal in den vergangen vier Partien als Verlierer vom Eis. 

Der Playoff-Zug entfernt sich immer weiter von Chicago und auch DeBrincat hat erkannt, dass nur eines hilft: "Wir brauchen Punkte und wir brauchen sie jede Nacht. Das ist es wofür wir kämpfen." Auch Kane ist klar, dass er allein es nicht richten kann: "Wir waren in einer guten Position nach zwei Dritteln. Es stand unentschieden und wir sollten uns in dieser Position selbstbewusst fühlen. Es war also unglücklich zu sehen, wie sie ein schnelles Tor machen. Und dann sind wir, denke ich, etwas von unserem Spielplan abgekommen." 

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