Falls die NHL die Saison 2019/20 fortsetzen kann, hofft Victor Hedman, dass genügend Zeit bleibt, um zumindest noch einige Hauptrunden-Spiele über die Bühne zu bringen und erst dann mit den Stanley Cup Playoffs zu beginnen.
Hedman hofft auf reguläre Saisonspiele vor den Playoffs
Nach Ansicht des Verteidigers der Tampa Bay Lightning wäre es hart, gleich nach der Pause in die Postseason zu starten

© Scott Audette/Getty Images
"Es wäre ziemlich hart, wenn wir direkt in die Playoffs starten müssten, das steht für mich außer Frage. Aber in der aktuellen Situation betreten wir alle zusammen völliges Neuland. Wir wissen nicht, wann es wieder losgeht", sagte der Verteidiger der Tampa Bay Lightning bei einer Videokonferenz einiger NHL-Spieler am Montag. "Der Fokus sollte darauf liegen, wenigstens ein paar Spiele zu bestreiten, bevor es in die Playoffs geht. Doch zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich das alles sicher nicht abschätzen. Es wird auf jeden Fall hart."
Als die NHL-Saison am 12. März wegen der Coronakrise unterbrochen werden musste, belegten die Lightning (43-21-6) in der Atlantic Division und der Eastern Conference den zweiten Platz. Acht Punkte betrug der Rückstand auf Spitzenreiter Boston Bruins bei zwölf noch ausstehenden Begegnungen. Hedman ist sich natürlich im Klaren darüber, dass es schwierig werden könnte, selbst nur eine Handvoll Spiele der regulären Saison auszutragen. Das Augenmerk liegt derzeit einzig und allein darauf, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt.
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"Man hat das Social Distancing in den USA ja bis 30. April verlängert. Das sind noch einmal 30 Tage mehr. Von daher ist es schwer zu sagen, wann das Ganze endet", sagte Hedman, der nach dem vorläufigen Saisonstopp mit seiner Frau Sanna Grundberg in Tampa geblieben ist. Eines machte der Schwede bei der ganzen Diskussion deutlich: "Eishockey ist im Moment wirklich zweitrangig. Es geht um die Gesundheit und darum, die Zahl der Leute, die an diesem schrecklichen Virus sterben, gering zu halten."
Aleksander Barkov, Stürmer der Florida Panthers, stimmt Hedman in jeder Hinsicht zu. Die Panthers liegen drei Punkte hinter dem dritten Platz in der Atlantic Division, den momentan die Toronto Maple Leafs innehaben. Ebenfalls drei Zähler fehlen auf eine Wildcard in der Eastern Conference. Die beiden Spots werden von den Carolina Hurricanes und den Columbus Blue Jackets gehalten. Von daher kämen den Panthers einige weitere Hauptrunden-Begegnungen recht. Falls nicht, würden sie sich wünschen, dass das Teilnehmerfeld der Playoffs erweitert wird.
"Die Hauptsache ist jedoch, dass jeder gesund bleibt", sagte Barkov von seinem Zuhause in Florida aus. "Wenn in dieser Beziehung alles in Ordnung ist, können wir uns wieder an die Arbeit machen. Ich bin mit Victor einer Meinung, dass es hart wäre, gleich in die Playoffs einzusteigen. Die Intensität dieser Duelle ist hoch. Deshalb würde ich auch am liebsten vorher noch so viele Partien wie möglich spielen", erläuterte der Angreifer.
"Das beste Szenario aus meiner Sicht wäre es selbstverständlich, die Saison fortzusetzen. Aber Gott sei Dank habe ich das nicht zu entscheiden. Ich sitze einfach hier und warte darauf, was die Liga macht. Außerdem versuche ich natürlich gesund zu bleiben", fügte Barkov hinzu.
P.K. Subban, Verteidiger der New Jersey Devils, unterbreitete letzte Woche den sicher nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag, alle 31 Mannschaften ein Playoff-Turnier spielen zu lassen. Shea Weber, Defensivspieler der Montreal Canadiens, hätte dagegen nichts einzuwenden. Die Canadiens (31-31-9) liegen zehn Punkte hinter den Maple Leafs und den Blue Jackets.
"Das würde uns schließlich einen Platz in den Playoffs garantieren", sagte Weber. "Aber es gibt so viele verschiedene Überlegungen und es ist nicht an uns, darüber zu entscheiden. Fakt ist allerdings, dass jeder, der in irgendeiner Form an den Playoffs beteiligt ist, eine gewisse Vorbereitung oder ein Trainingscamp braucht, weil die Unterbrechung einen ziemlich langen Zeitraum umfassen wird." Doch auch Weber machte klar: "Derzeit gibt es wichtigere Dinge als Eishockey."
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Angreifer Jack Eichel befindet sich mit den Buffalo Sabres (30-31-8) und 13 Punkten Rückstand auf einen Playoff-Spot in einer ähnlichen Lage wie Weber. Der 23-Jährige ist in Buffalo geblieben und hofft, dass der Virus eingedämmt werden kann und es die Möglichkeit gibt, die Saison weiterzuführen.
"Wir alle wissen ja nicht einmal, was morgen passiert, von nächstem Monat ganz zu schweigen. Von daher ist jede Vorhersage in Sachen Eishockey schwierig", sagte Eichel. "Ich denke, es wäre zu viel von der Liga verlangt, zu sagen, wo es lang gehen soll, wenn die ganze Welt nicht weiß, was in ein paar Wochen sein wird. Wir können daher in dieser Situation alle nur auf Sicht fahren."
"Ich würde allerdings lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht gerne spielen möchte. Die Vorstellung, dass die Saison nicht zu Ende geführt werden kann, fällt mir schwer. Genauso schwer ist der Gedanke, dass es nach einer dermaßen langen Unterbrechung gleich mit Playoffs weitergeht."

















