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Tag der spektakulären Comebacks

Boston Bruins, Winnipeg Jets und Tampa Bay Lightning müssen sich bei Auftaktsiegen strecken

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Drei Mannschaften schafften am zweiten NHL-Spieltag ein spektakuläres Comeback. Nach klarem Rückstand gingen sie am Ende noch als Sieger vom Eis.

Die Boston Bruins lagen bei den Columbus Blue Jackets mit 1-3 im Rückstand. Mit einem Doppelschlag brachte David Backes die Braunbären aus Massachusetts zurück in die Partie. Dann übernahm Brad Marchand das Toreschießen höchst persönlich, nachdem er bei den drei vorangegangenen Bruins-Treffern jeweils assistiert hatte. Zunächst chippte er einen Abpraller zum 4-3 ins Netz, nachdem David Pasternak zuvor nach einem Alleingang an Columbus-Goalie Sergei Bobrovsky gescheitert war. Beim 5-3 fummelte sich Marchand mit der Scheibe am Schläger aus der eigenen Zone durch die Reihen bis vor gegnerische Tor und vollendete souverän. Pastrnak setzte den Schlusspunkt zum 6-3.

Nach dem Match bedankte sich Marchand ausdrücklich bei seinem neuen Sturmpartner David Backes. "Es ist unglaublich, wie clever er spielt und wie gut er mit dem Puck umgeht", sagte er NHL.com. Es war das zweite Mal, dass Marchand fünf Punkte in einem NHL-Match gelangen. Am 23. Dezember 2011 hatte er gegen die Florida Panthers mit drei Treffern und zwei Vorlagen brilliert.

Bereits beim World Cup of Hockey vor einigen Wochen in Toronto zeigte sich der kanadische Nationalspieler in bestechender Form. In diesem Turnier war er mit fünf Treffern bester Torschütze. Seine acht Punkte bedeuteten zudem Rang 2 in der Scorerwertung hinter Superstar Sidney Crosby. Mit seinem 2-1 in der letzten Minute der zweiten Final-Begegnung gegen Team Europa sicherte Marchand seinem Team Kanada den Titel beim World Cup.

Gar einem Rückstand von 1-4 hinterherlaufen mussten die Winnipeg Jets in ihrem Heimspiel gegen die Carolina Hurricanes. Doch nicht zuletzt durch den Tatendrang von Rookie Patrik Laine drehten die Jets die Begegnung. Der finnische Jungstar und Pick-Nummer 2 beim Draft 2016 stellte mit einem Schlenzer in Überzahl den Anschluss zum 3-4 her. Es war zugleich seine Torpremiere in der NHL. Fünf Minuten später assistierte er Mathieu Perreault beim vielumjubelten Ausgleichstreffer. Der bescherte den Jets die lange Zeit nicht mehr für möglich gehaltene Verlängerung, in der Mark Scheifele nach 2:41 Minuten der entscheidende Schlag zugunsten von Winnipeg gelang.

Video: CAR@WPG: Scheifele netzt Onetimer zum OT-Sieg ein

Die Jets sind erst das dritte Team in der Geschichte der NHL, die im ersten Saisonspiel einen Drei-Tore-Rückstand im letzten Drittel egalisieren und das Match noch gewinnen konnten. Zuvor hatten das 2015-16 die Minnesota Wild gegen die Columbus Blue Jackets und 1986-87 die Hartford Whalers gegen die Calgary Flames geschafft.

Auch die Tampa Bay Lightning mussten sich lange herumplagen, ehe sie ihrer Favoritenrolle gerecht wurden und die Detroit Red Wings mit 6-4 in die Schranken wiesen. Für besonderen Verdruss bei den Lightning sorgte im ersten Drittel der Österreicher Thomas Vanek mit einem Doppelpack zum 2-0. Nach dem Anschluss von Jonathan Drouin stellte Frans Nielsen zunächst den alten Abstand wieder her.

Danach kam die Lightning-Angriffsmaschinerie jedoch in Gang. Dreieinhalb Minuten vor dem Schlusssignal fiel durch Alex Killorn das vorentscheidende 5-3 für die Mannschaft aus Tampa. Die Vorlage dazu kam von Drouin. Der war damit Torschütze und Vorlagengeber in diesem Match. Im Anschluss verriet er NHL.com seine eindeutige Präferenz: "Ich bin definitiv mehr Passgeber als Schütze."

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