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Arizona verstärkt gezielt die Offensive

NHL.com/de 31 in 31: Die Analyse der Coyotes für die Saison 2019/20

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Arizona Coyotes.

Als die Verantwortlichen der Arizona Coyotes vor zwei Jahren Rick Tocchet als neuen Trainer engagierten, verbanden sie damit eine große Hoffnung. Der Coach sollte der zuvor in den Niederungen der NHL herumdümpelnden Mannschaft frische Impulse verleihen und aus ihr einen Anwärter für die Stanley Cup Playoffs machen. Die Zwischenbilanz kann sich sehen lassen. Obwohl das Team aus Glendale in der ersten Saison unter Tocchets Regie den letzten Platz in der Western Conference belegte, waren spielerische Fortschritte unverkennbar. In der vergangenen Saison setzte sich der Aufwärtstrend fort. Am Ende verpassten die Coyotes die zweite Wildcard nur knapp.

 

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In diesem Jahr könnte es endlich mit der ersten Endrundenteilnahme seit 2012 klappen. Mit Phil Kessel (von den Pittsburgh Penguins) und Carl Soderberg (Colorado Avalanche) stießen zwei erfahrene Angreifer zum Kader hinzu. Darüber hinaus stehen mit Michael Grabner und Nick Schmaltz zwei Offensivkräfte wieder Gewehr bei Fuß, die lange verletzt ausfielen.

Die Schlüsselspieler

Mit der Verpflichtung von Kessel ist dem Klub ein echter Coup gelungen. Der 31 Jahre alte Rechtsaußen und zweifache Stanley-Cup-Gewinner mit den Penguins zählt seit Jahren zu den Top-Scorern der Liga. Viermal knackte er in seiner Laufbahn bereits die 80-Punkte-Marke. Die Führungsrolle in der Abteilung Attacke der Coyotes ist ihm damit garantiert. Eine erste Reihe mit Clayton Keller auf der linken Seite, Schmaltz in der Mitte und Kessel auf dem rechten Flügel besäße enormes Potenzial, um der Konkurrenz das Fürchten zu lehren.

Video: DET@PIT: Kessel bezwingt Howard zum zweiten Mal

Wenn sich die Verantwortung in der Offensive wieder auf mehrere Schultern verteilt, sollte auch der 21-jährige Keller seine Punkteausbeute steigern können. Sie sackte von 65 Zählern aus seiner Rookie-Saison 2017/18 auf 47 ab. Mit Soderberg, Grabner und Derek Stepan verfügt das junge Coyotes-Team über drei weitere routinierte und variabel einsetzbare Stürmer für alle Angriffsformationen.

Unumstrittener Leader des Teams ist Kapitän Oliver-Ekman-Larsson. Der Verteidiger stellt nicht nur in der Defensive eine verlässliche Größe dar, sondern kurbelt von der blauen Linie auch das Offensivspiel und das Powerplay an. Zwischen den Pfosten ist Darcy Kuemper eine Bank. Mit 1551 Paraden, einer Fangquote von 92,5 Prozent, einer Eiszeit von 3251:15 Minuten und fünf Shutouts belegte er jeweils einen Rang unter den Top 12 bei den Torhütern nach der Hauptrunde 2018/19.

Grabner ein wichtiger Faktor

Der 31-jährigen Villacher ist mit seinem Speed und seinem Torinstinkt ein wichtiger Faktor im Angriff der Coyotes. Allerdings konnte Grabner seine Qualitäten in der abgelaufenen Saison nicht im gewünschten Umfang zur Geltung bringen. Schuld daran war eine schwere Augenverletzung am 1. Dezember im Match gegen die St. Louis Blues zugezogen hatte. Ein gegnerischer Spieler hatte Arizonas Flügelstürmer unglücklich mit dem Schläger im Gesicht getroffen. In der Folge musste er 41 Partien in Folge aussetzen. Dennoch reichte die gleiche Anzahl an Einsätzen für zwei erste Plätze in der NHL-Statistik - bei den Unterzahltoren (6) und -punkten (9). Insgesamt verzeichnete Grabner 16 Punkte (9 Tore, 7 Assists) in 41 Einsätzen. In der nun folgenden Runde will er voll durchstarten und seinen Ertrag erheblich steigern.

Video: ARI@FLA: Grabners Unterzahl-Tor zum Franchise-Rekord

Sie könnten nachrücken

Mit Barrett Hayton und Nate Schnarr besitzen zwei Offensivtalente gute Chancen, einen Platz im NHL-Kader 2019/20 zu ergattern. Der 19-jährige Hayton (Gesamtpick Nr. 5 beim NHL Draft 2018) erzielte vorige Saison 66 Punkte (26 Tore, 40 Assists) in 39 Spielen für Sault Ste. Marie in der OHL. Der ein Jahr ältere Schnarr (Nr. 75/2017) verbuchte 102 Zähler (34 Tore, 68 Assists) in 65 Auftritten für Guelph, ebenfalls in der OHL. Ob der 18-jährige Verteidiger Victor Soderstrom (Nr. 11/2019) bereits zur kommende Serie nach Nordamerika kommt oder ein weiteres Jahr beim schwedischen SHL-Klub Brynäs IF verbleibt, wird sich ebenfalls nach dem Trainingscamp im September entscheiden.

 

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Stärken

Der bessere Mannschaftsteil in der abgelaufenen Saison war eindeutig die Defensive. 220 Gegentore in 82 Spielen bedeutete Rang 6 in der Endabrechnung der Liga. Bemerkenswerte Arbeitsnachweise lieferten die Coyotes beim Penalty-Killing ab. 85 Prozent aller Unterzahlsituationen überstanden sie schadlos. Damit teilten sie sich zusammen mit den Tampa Bay Lightning und den Columbus Blue Jackets die Spitzenposition in der regulären Saison. Die 16 erzielten Shorthander bedeuteten einen Franchise-Rekord und Platz 2 hinter den Calgary Flames.

Video: ARI@COL: Ekman-Larsson gleicht spät mit 2. Tor aus

Entwicklungspotenzial

Von der Offensive muss mehr kommen, wenn die Mannschaft bei der Vergabe der Playoff-Tickets ein ernstes Wort mitreden will. 209 Treffer markierten die Coyotes 2018/19, was gleichbedeutend mit dem viertletzten Platz in der NHL war. Vor allem in der entscheidenden Saisonphase ließ der Angriff die nötige Durchschlagskraft vermissen. In acht der letzten zehn Spiele schossen die Coyotes nicht mehr als zwei Tore. Kein einziger Spieler erreichte 50 Punkte. Bester teaminterner Scorer war Keller mit seinen 47 Zählern.

Playoff-Chancen

Wenn Arizona an die Leistung in der zweiten Halbserie anknüpft und die Schlüsselspieler gesund bleiben, stehen die Aussichten auf die Playoff-Teilnahme gut. Eine Wildcard ist den Coyotes dank ihrer Verstärkungen auf jeden Fall zuzutrauen. Viel wird jedoch davon abhängen, inwieweit die Coyotes eine Gewinnermentalität entwickeln. Schön spielen reicht nicht aus, um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Die Ergebnisse müssen stimmen. Da hilft notfalls auch mal der ein oder andere "dreckige" Sieg.

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