In der ersten Battle of Alberta der laufenden Spielzeit schien es, als habe das Team von Darryl Sutter verstanden, welche Maßnahmen gegen Edmonton zu ergreifen sind. McDavid kam auf lediglich einen Zähler und auch Draisaitl konnte der Partie, mit zwei Vorlagen, nur bedingt seinen Stempel aufdrücken. Noch dazu beschäftigten die Flames ihre Kontrahenten häufig in deren Defensivzone und kamen auf ein Schussverhältnis von 42 zu 29.
Das gute Gefühl, das Rätsel gelöst zu haben, wie die Oilers zu schlagen sind, dürfte sich bei Calgary eingestellt haben, als sie mit den zwei Punkten das Eis verließen. Nicht einmal zwei Wochen später standen sich die beiden Mannschaften erneut gegenüber. Dieses Mal gelang es den Flames nicht, die gleiche Kontrolle auf McDavid auszuüben, wie noch im ersten Duell.
Der Center der Oilers ist nicht umsonst der aktive Spieler, der die meisten Punkte gegen Calgary pro Partie sammelt. Im Schnitt kommt er pro Match auf 1,42 Zähler und liegt damit vor Alex Ovechkin (1,37), Sidney Crosby (1,33) und Draisaitl (1,30). Er kam in 41 Hauptrundenspielen gegen die Flames auf 63 Punkte (31 Tore, 32 Vorlagen). Gegen keine andere Mannschaft netzte er öfter ein.
Seine 31 Treffer werden dabei lediglich durch die ehemaligen Oilers Wayne Gretzky, Mark Messier, Jari Kurri und Glenn Anderson übertroffen. Auch über alle anderen Teams hinweg konnten nur 15 andere Akteure so oft gegen Calgary einnetzen. Zum zehnten Mal konnte McDavid zudem in einer Battle of Alberta dreifach punkten und zog damit mit Kurri, für den zweiten Rang bei den Oilers hinter Gretzky (25), gleich.
Auch am Samstag war es am Ende McDavid, der der entscheidende Faktor für den Oilers Sieg war. Mit drei Zählern erhöhte er seinen Punkteschnitt gegen Calgary weiter und bereitete den Treffer zum 1:1 von Zach Hyman vor (26.). Das 2:2 besorgte er selbst (50.), ehe er erneut Hyman zum Siegtor bediente (53.).
"Er ist der beste Eishockeyspieler der Welt", machte Jay Woodcroft die Bedeutung von McDavid glasklar. "Er führt unsere Mannschaft auf so viele Wege an und es ist ein Privileg für mich, jedes Spiel, das er spielt, hinter der Bande zu stehen. Aber er ist auch ein ultimativer Teamspieler, ein wahrhaftiger Kämpfer und er wächst an der Herausforderung."
Für Edmonton war es der krönende Abschluss eines Drei-Spiele-Road-Trips. Binnen vier Tagen mussten sie sich dreimal in der Fremde beweisen. Gegen die St. Louis Blues (3:1) und die Chicago Blackhawks (6:5) wussten die Oilers bereits die volle Punktausbeute einzutüten und das Derby-Highlight war der krönende Schlusspunkt. Auch McDavid dürfte sich über die Entwicklung seiner Punktausbeute freuen. Der Superstar blieb vor der Auswärtsserie zweimal ohne eigenen Punkt. Gegen die Blues kam er mit einem Assist wieder langsam in Fahrt, um bereits gegen Chicago mit einem Hattrick und einer Vorlage wieder dominant zu sein.
McDavid war zwar ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Oilers, doch Bedanken darf sich Edmonton zusätzlich beim eigenen Schlussmann. Skinner parierte 40 von 42 auf ihn abgegebenen Schüsse, kam auf eine Fangquote von 95,2 Prozent und hielt den Erfolg für die Gäste fest, daran konnte auch der Unterzahltreffer von Mikael Backlund, zum 1:0 für Calgary, nichts ändern.
"Er hat großartig gespielt und uns eine Chance gegeben zu gewinnen", lobte McDavid den Schlussmann nach der Partie. "Er hat für uns Ruhe und Stabilität ausgestrahlt. Er war solide und hat die Paraden gezeigt, die er zeigen sollte. Er hat die Scheiben im richtigen Moment festgehalten, so dass wir wechseln konnten. Das war großartig."