ana ducks eliminated

Zum vierten Mal in Folge müssen die Anaheim Ducks die Stanley Cup Playoffs als Zuschauer verfolgen. Nach der 3:5-Niederlage gegen die Carolina Hurricanes war, durch den Erfolg der Dallas Stars gegen die Chicago Blackhawks klar, dass die Duck keine Chance mehr haben, die Endrunde zu erreichen. Erstmals seit dem Einstieg in die NHL zur Spielzeit 1993/94 verpasste Anaheim damit die Schlussrunde viermal nacheinander.

Auf Freudentaumel folgt Ernüchterung
In dieser Saison schien es lange so, als könne Anaheim an erfolgreiche Tage anknüpfen. Ein Saisonstart mit einer 17-9-6-Bilanz und die Führung in der Pacific Division machten Hoffnung auf mehr. All das war vor der Weihnachtspause passiert und mit der letzten Partie vor der langen Unterbrechung am 17. Dezember schien für die Ducks eine Playoff-Teilnahme nur Formsache.
Die Feierlaune zum Weihnachtsfest verwandelte sich im neuen Jahr zur Katerstimmung. Acht der zehn Partien nach dem Wiederbeginn am 29. Dezember gingen verloren. Zur All-Star-Pause hin schienen sich die Ducks wieder zu fangen (4-0-2), doch nach der erneuten Unterbrechung verloren sie 17 der 21 folgenden Matches (4-14-3).
Gibson als Abbild der Ducks
Entscheidend wie kein anderer Spieler können Torhüter die Leistungen einer Mannschaft beeinflussen. Am Beispiel der diesjährigen Ducks zeigt sich das besonders deutlich. John Gibson war der Fels in der Brandung für Anaheim zu Saisonbeginn. Eine 15-10-8-Bilanz bei einem Gegentorschnitt von 2,49 und einer Fangquote von 92,2 Prozent waren die herausragenden Werte, die der Schlussmann in den ersten 33 Begegnungen der Saison ablieferte.
Die starken Leistungen sicherten Gibson einen Spot im All-Star-Team der Pacific Division. Nach der Ehre an diesem Wochenende dabei gewesen zu sein, brachen die Werte des Goalies ein. 4,56 Gegentore pro Partie, eine Fangquote von 86,8 Prozent und eine schwache Bilanz (2-14-2) sprechen Bände. Die Krise allein am Torhüter festzumachen wäre dennoch falsch. Häufig bekam er nicht die Unterstützung seiner Vorderleute, um so zu glänzen wie zuvor.

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Talente und Draftmöglichkeiten als Hoffnungsträger
Mit Trevor Zegras und Troy Terry haben die Ducks zwei Akteure in ihren Reihen, die sich in der NHL beweisen konnten. Zegras, der zwei Lacrosse-Tore erzielte, gehört zu den besten Rookies in der Liga und kann sich mit erst 21 Jahren noch stark weiterentwickeln.
Terry, der bereits 24 Jahre alt ist, mauserte sich im Schatten des spektakulären Zegras zum Top-Torjäger (32 Treffer) in Anaheim und erzielte dabei sieben entscheidende Tore. Zegras und Terry machen Hoffnung für die Zeit nach Ryan Getzlaf.

ANA@ARI: Zegras mit einem Tor im Lacrosse-Stil

Genauso hoffnungsvoll dürften die Verantwortlichen der Ducks auf einige weitere Nachwuchstalente blicken. Brayden Tracey und Jacob Perrault debütierten in der NHL und konnten in der AHL viel Erfahrung sammeln. Mason McTavish kam, als Nummer-Drei-Pick des Drafts 2021, zu neun NHL-Einsätzen und punktete dreimal. Mit Drew Helleson und Jamie Drysdale stehen zwei junge Verteidiger in den Startlöchern und auch zwischen den Pfosten ist mit Lukas Dostal ein Konkurrent für Gibson auf dem Weg in die NHL.
Die vier Draft Picks, die Anaheim jeweils in den ersten beiden Runden der Drafts 2022 (jeweils zwei in Runde 1 und 2) und 2023 (einer in Runde 1 und drei in Runde 2) hat, bieten weitere Möglichkeiten an der strahlenden Zukunft in Anaheim zu basteln.