062923 DE pacific split

Am Samstag, 1. Juli, beginnt in der NHL die Free Agency. NHL.com/de hat analysiert, in welchen Bereichen die Teams der vier Divisionen noch Verstärkungen oder Ergänzungen mit frei auf dem Markt verfügbaren Spielern benötigen.

In dieser Ausgabe: Pacific Division

Vegas Golden Knights

Bei Vegas wird viel davon abhängen, mit welchen Torhütern die Golden Knights verlängern können, denn die Verträge von Adin Hill, Laurent Brossoit und Jonathan Quick laufen aus. Unter Vertrag steht noch Logan Thompson und Robin Lehner. Letzterer hat die komplette Saison 2022/23 verletzt verpasst, weshalb hinter ihm ein großes Fragezeichen steht. Entsprechend dürfte Vegas den Free-Agent-Markt nach einem Torwart sondieren - entweder ein Backup hinter Thompson oder ein Starter für ein Goalie-Duell auf Augenhöhe. Bedarf besteht auch im Sturm, um die Lücke zu füllen, die Flügelspieler Reilly Smith nach dem Trade zu den Pittsburgh Penguins hinterlassen wird. Die Golden Knights dürften sich also auch nach einem Top-6- oder Bottom-6-Stürmer umschauen, je nachdem, wie Trainer Bruce Cassidy interne Verschiebungen plant.

Edmonton Oilers

Die Oilers fahnden insbesondere nach Bottom-Six-Stürmern und dürften dabei auf Angreifer abzielen, die den Kader mit mehr Secondary Scoring versorgen. Denkbar wäre ein Drittreihen-Stürmer, der Geschwindigkeit mitbringt, sowie ein Viertreihen-Spieler mit physischen Qualitäten. Die Hauptbaustelle in Edmonton aber bleibt die Defensive. In der Verteidigung stünde den Oilers ein eher offensiv ausgerichteter und rechtsschießender Top-4-Verteidiger gut zu Gesicht, der für mehr Torgefahr von der blauen Linie sorgt. Im Tor scheinen die Plätze bereits mit Stuart Skinner und Jack Campbell vergeben. Sollte Campbell getradet werden, könnte Edmonton auch noch auf dem Goalie-Markt tätig werden.

Los Angeles Kings

Mit der Akquise von Center Pierre-Luc Dubois konnten die Kings ihr Verlangen nach einem physisch-starken Power Forward stillen, gaben dafür aber auch Tempo und Tiefe auf. Entsprechend dürfte Los Angeles den Markt nach einem schnellen Flügelspieler als Ergänzung für die zweite oder dritte Reihe durchsuchen. Die Hauptbaustellen befinden sich allerdings in der Abwehr und im Tor: LA wird versuchen, einen Top-2- und einen Top-4-Verteidiger zu bekommen, um die dringend-benötigte Qualität in der Spitze aufzuwerten. Auf der Torhüterposition soll ein neuer Starter kommen. Als Backup ist bislang Pheonix Copley eingeplant, der Vertrag von Joonas Korpisalo läuft aus.

Seattle Kraken

Wie viel Tiefe in den Kraken steckt, zeigte sich schon eindrucksvoll in den Stanley Cup Playoffs 2023. Was Seattle für einen längeren Run noch braucht, ist mehr Power in der Spitze. Genau deshalb steht ein Top-Flügelstürmer ganz oben auf der Wunschliste. In der Verteidigung laufen die Verträge von William Borgen, Vince Dunn, Cale Fleury und Carson Soucy aus. Unabhängig davon, mit wem die Kraken verlängern werden, dürfte der Gehaltsspielraum auch hier in einen hochkarätigen Top-2- oder Top-4-Verteidiger investiert werden. Da auch der Kontrakt von Backup Martin Jones ausläuft, könnte sich Seattle auch nach einem neuen Ersatztorwart hinter dem Rosenheimer Philipp Graubauer umsehen.

Calgary Flames

Bei den Flames besteht der größte UFA-Bedarf im Sturm: Nach dem Abgang von Tyler Toffoli braucht Calgary ein oder zwei neue Top-6-Stürmer und dürfte gleichzeitig auch nach mehr Tiefe für die Bottom-Six-Reihen Ausschau halten. Der Fokus dürfte jeweils auf Flügelspielern liegen. Hier herrscht derzeit das größte Vakuum. Dabei dürfte gezielt nach schnellen Spielern und Rechtsschützen gefahndet werden - in beiden Bereichen brauchen die Flames dringend externe Verstärkungen. In der Verteidigung und im Tor dürfte es ohne einen vorausgelagerten Trade dagegen kaum Bewegung geben.

Vancouver Canucks

Vancouver benötigt dringend neue Verteidiger, insbesondere zwei mobile Linksschützen für das zweite und dritte Abwehr-Tandem. Außerdem dürften die Canucks die Augen auf dem Torhüter-Markt offen halten: Starter Thatcher Demko hatte zuletzt immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, als Backup steht der Lette Arturs Silovs bereit. Vielleicht akquiriert Vancouver aber auch noch einen externen Goalie, um den Wettstreit zu befeuern. Im Sturm lechzen die Canucks nach mehr Tiefe auf der Center-Position sowie mehr Qualität in der Spitze. Hier bleibt abzuwarten, welche Veränderungen über Transfers oder über die Free Agency angepackt werden können.

San Jose Sharks

Die Sharks brauchen mehr Durchschlagskraft in der Offensive gepaart mit mehr Stabilität in der Defensive. Entsprechend dürfte nach einem Top-6-Flügelstürmer gesucht werden, womöglich auch nach einem neuen Power Forward. Ergänzungen in der Tiefe, um für mehr Secondary Scoring zu sorgen, dürften ebenfalls eine wichtige Rolle bei den Free-Agent-Aktivitäten spielen. Doch auch die blaue Linie muss in San Jose wieder torgefährlicher werden. Insbesondere dann, wenn Norris-Trophy-Gewinner Erik Karlsson noch getradet werden sollte. Entsprechend haben die Sharks auch großen Bedarf an mobilen, torgefährlichen und rechtsschießenden Verteidigern. Die Problemzone Torwart ist San Jose mit dem Transfer von Mackenzie Blackwood angegangen, weitere Veränderungen scheinen aber auch hier nicht ausgeschlossen.

SJS@STL: Karlsson trifft zuerst

Anaheim Ducks

Bei Anaheim klaffte eine gähnende Kader-Lücke in der Verteidigung und im Tor. Der jahrelange Starter John Gibson könnte noch vor der neuen Saison getradet werden, entsprechend bräuchten die Ducks dann ein komplett neues Goalie-Gespann. Auch die Abwehr könnte zur kommenden Saison ein neues Gesicht erhalten. Hier benötigen die Ducks fast alles: Spitze, Tiefe, Mobilität, Physis, Torgefahr und sowohl Links- als vor allem auch Rechtsschützen. Entsprechend dürfte Anaheim sehr aggressiv auf dem Free-Agent-Markt auftreten. Zumal die Ducks auch noch mehr Speed und Scoring Touch auf den Flügelpositionen im Sturm sowie mehr Tiefe auf der Center-Position benötigen.