Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Toronto Maple Leafs.
Maple Leafs setzen weiter auf die Angriffskarte
NHL.com/de 31 in 31: Die Feuerkraft der Offensive ist enorm, Brodie soll die anfällige Defensive stabilisieren

© Claus Andersen/Getty Images
Wer an die Maple Leafs denkt, muss unmittelbar an Auston Matthews, John Tavares und eine potent besetzte Offensive denken. Kaum ein anderes Team der NHL kann mit so vielen Top-Angreifern aufwarten, wie die Mannschaft mit dem Ahornblatt auf der Brust. 13 Akteure punkteten über 20 Mal in der vergangenen Saison und sorgten mit dafür, dass Toronto mit 238 Toren die drittbeste Offensive der Liga stellte. Für den Einzug in die erste Runde der Stanley Cup Playoffs reichte es dennoch nicht. Das Team von Trainer Sheldon Keefe musste sich in der Stanley Cup Qualifikationsrunde den Columbus Blue Jackets nach fünf Spielen mit 2:3 geschlagen geben.
Die Schlüsselspieler
Video: Top 10 Szenen von Auston Matthews in 2019/20
Die Leistungsträger der Maple Leafs sind eindeutig in der Offensive zu finden. Mit Matthews haben sie einen der besten NHL-Torjäger in ihren Reihen. Trotz seiner erst 23 Jahre erzielte er bereits 158 NHL-Tore und war mit 47 Treffern und 33 Vorlagen in 70 Spielen der teaminterne Top-Scorer der vergangenen Saison. Als Kapitän und Star der Mannschaft ist er das Aushängeschild und erhält entsprechend viel Aufmerksamkeit.
Hinter Matthews folgen weitere wichtige Offensivakteure. John Tavares centert die zweite Formation. Mit 60 Punkten (26 Tore, 34 Vorlagen) rangierte er zuletzt auf dem dritten Scorer-Rang. Er wird nur von Matthews und Mitch Marner (67 Punkte, 16 Tore, 51 Vorlagen) übertroffen. Marner ist der kongeniale Partner von Matthews und setzt seinen Mittelstürmer immer wieder hervorragend ein.
In der Verteidigung ruhen die Hoffnungen auf T.J. Brodie, der erstmals in der NHL einen Vertrag außerhalb der Organisation der Calgary Flames unterschrieb. Brodie gilt als starker Zwei-Wege-Verteidiger, der in Toronto sowohl die Defensive stabilisieren, als auch den Spielaufbau verbessern soll.
Malgin auf Entwicklungstour in Lausanne
Video: MTL@FLA: Malgin aus dem Handgelenk
Mit Denis Malgin steht ein Schweizer bei den Maple Leafs unter Vertrag. Der in Olten geborene Angreifer wechselte in der vergangenen Saison von den Florida Panthers nach Toronto und absolvierte für seinen neuen Arbeitgeber acht Partien in der regulären Saison. In der Postseason kam er nicht zum Einsatz. Aktuell ist Malgin an den HC Lausanne verliehen. Er soll sich dort weiterentwickeln, um im Anschluss ein fester Bestandteil des NHL-Kaders zu werden.
Sie könnten nachrücken
Der Kader der Maple Leafs ist bereits sehr jung und gut gefüllt, so dass es für Nachrücker schwierig werden dürfte. Das Team befindet sich in einem Fenster, in dem der Titelgewinn möglich scheint. Entsprechend ergeben sich nur wenige Lücken im Kader, die dann meist hochkarätig besetzt werden.
Die besten Chancen auf eine Rolle im NHL-Kader haben Pierre Engvall, der schon in der vergangenen Saison 48 Partien für die Maple Leafs absolvierte und Rasmus Sandin, der sich 28 Mal in der NHL empfehlen durfte.
Neben diesen beiden Spielern dürften vermutlich noch Timothy Liljegren, Nicholas Robertson und Joey Andreson auf dem Zettel der Verantwortlichen stehen.
Stärken
Die Feuerkraft der Maple Leafs ist sicher ihre größte Stärke. Nur zwei Teams trafen in der abgelaufenen Saison häufiger. Die beiden ersten Angriffsformationen stellen eine konstante Gefahr für den Kontrahenten dar und sorgen für viel Unruhe im gegnerischen Drittel. Auch bei numerischer Überlegenheit wissen die Leafs zu überzeugen. Sie netzten 2019/20 in 23,1 Prozent der Fälle ein. Nur fünf andere Teams waren besser. Ohne große Abgänge in der Offensive ist auch in der kommenden Saison von einer starken Angriffsleistung auszugehen.
Durch die drittbeste Bully-Quote der regulären Saison 2019/20 (52,5 Prozent) konnten sich die Maple Leafs häufig im gegnerischen Drittel den Puck sichern und so viele Abschlüsse einleiten. 32,9 Schüsse pro Partie sind der sechstbeste Wert der Liga. Das unterstreicht zusätzlich das Offensivpotenzial der Maple Leafs.
Entwicklungspotenzial
Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten. Der findet sich in Toronto in der eigenen Zone. 222 Gegentore in der Vorsaison sind der siebtschlechteste Wert in der NHL. Von den Mannschaften, die es in die Postseason schafften, waren lediglich die Florida Panthers (224) schwächer. Noch dazu stellten die Maple Leafs mit einer Quote von 77,7 Prozent das elftschwächste Unterzahlspiel. Auch der Aufbau aus der eigenen Zone war teilweise dürftig.
Mit der Verpflichtung von Brodie haben die Maple Leafs an ihrer Schwäche gearbeitet. Sie müssen aber gleichzeitig den Abgang von Tyson Barrie kompensieren, der mit 34 Assists in der vergangenen Saison teamintern der beste Vorlagengeber unter den Verteidigern war. Die Defensive bleibt wohl auch im kommenden Jahr das Sorgenkind von Toronto.
Playoff-Chancen
Mit dem Kader und der herausragenden Offensive sind die Playoffs für Toronto Pflicht. Ein erneutes Verpassen der ersten Runde wäre den anspruchsvollen Anhängern nicht zu erklären und würde das Konzept in der Eishockeymetropole stark in Zweifel ziehen. Nicht wenige sehen die Maple Leafs als ernsthaften Anwärter auf den Stanley Cup.

















