aus-hun-0522

Österreich entscheidet einen Eishockeykrimi gegen Ungarn nach Penaltyschießen für sich und verhindert damit den Abstieg in die Division I Gruppe A. Norwegen überrascht mit einem Erfolg gegen Kanada, Dänemark unterliegt Schweden, Slowenien verliert auch sein letztes WM-Spiel und steigt wie Ungarn ab.

Österreich - Ungarn 4:3 SO (1:2/2:1/0:0/0:0/1:0)
Nichts für schwache Nerven, war das Aufeinandertreffen der österreichischen und ungarischen Auswahl in einem echten Endspiel um den Verbleib in der obersten WM-Klasse des IIHF.
Als besonders nervenstark erwiesen sich die Spieler aus der Alpenrepublik, die in der regulären Spielzeit zuerst einen 2-Tore-Rückstand aufholten und im Shootout zweimal trafen, während Ungarn mit seinen Versuchen an Torwart Bernhard Starkbaum (15 Saves) scheiterte.
Den Torreigen in den ersten zwei Durchgängen eröffnete Istvan Sofron (9.), gut drei Minuten später glich Österreichs zurzeit größtes Eishockeytalent Marco Rossi (13.) während eines Überzahlspiels zum 1:1 aus. Nachdem Michael Raffl wegen eines Bandenchecks auf der Strafbank Platz nehmen musste, nutzte Sofron die nummerische Überlegenheit zu seinem zweiten Treffer im Spiel (20.).
Auch im Mittelabschnitt durften sich die Ungarn als erstes freuen. Milan Horvath erhöhte die Führung auf 3:1. So leicht wollte sich das Team von Roger Bader jedoch nicht geschlagen geben. Noch vor der zweiten Pause gelang es Steven Strong (27.) und im Powerplay Lukas Haudum (38.) Österreich zurück ins Spiel zu schießen. Die Österreicher hatten auch im Schlussabschnitt der regulären Spielzeit deutlich mehr vom Spiel und drückten auf die Führung. Ihren Meister fanden sie jedoch in Peter Vincze (30 Saves) im Kasten der Ungarn und so musste trotz eines Torschussverhältnisses von 33:18 die Entscheidung im Shootout fallen.
Die weiteren Spiele:
Gruppe A
Dänemark - Schweden 1:4 (1:1/0:1/0:2)
Schweden wurde seiner Favoritenrolle gerecht und fuhr in der Nachmittagsbegegnung gegen Dänemark seinen sechsten Turniersieg ein, womit die Tre Kronor ihren Anspruch auf den ersten Platz in der Gruppe A untermauerten.
Oscar Lindberg, Andre Petersson und Lucas Raymond waren an jeweils zwei ihrer Treffer beteiligt. Den besseren Start erwischten jedoch die Dänen, die durch einen Schuss von der blauen Linie durch Nicklas Jensen, der von Nikolaj Ehlers bedient wurde, mit 1:0 in Führung gingen. Gleich mit dem ersten von zwei Torschüssen der Dänen in diesem Spielabschnitt war Schwedens Schlussmann Jesper Wallstedt bezwungen (4.). Innerhalb der folgenden 45 Sekunden mussten zwei Dänen auf der Strafbank Platz nehmen, überstanden jedoch die Unterzahlsituation schadlos. Die Schweden dominierten das Spielgeschehen, mussten aber bis zur 14. Minute warten, ehe sie sich über den Ausgleich von Dennis Everberg freuen konnten. Ähnlich dominant gestaltete der Favorit die folgenden zwei Drittel gegen den aufopferungsvoll verteidigenden Gegner. Weitere Tore waren nur eine Frage der Zeit. Petterson brachte die Schweden zur Mitte des zweiten Durchgangs in Front (33.) und Raymond (53.) sowie Carl Grundstrom (55.) brachten mit einem Doppelschlag den auch aufgrund des Schussverhältnisses von 34:11 hochverdienten Dreier unter Dach und Fach.
Mit einem weiteren Sieg im letzten Gruppenspiel gegen die USA (6-0-0-0, 18 Pkt.) würde Schweden (5-1-0-0; 17 Pkt.) die Nordamerikaner vom ersten Tabellenplatz verdrängen. Dänemark (2-1-0-3; 8 Pkt.) rangiert auf Platz fünf einen Rang hinter der DEB-Auswahl (3-0-0-3; 9 Pkt.) und würde sich nur noch mit einem Sieg gegen Finnland sowie einer Niederlage Deutschlands gegen Frankreich für das Viertelfinale qualifizieren.
Gruppe B
Kanada - Norwegen 2:3 SO (0:1/1:1/1:0/0:0/0:1)
Für eine kleine Sensation in Gruppe B sorgte Norwegen, das in Riga gegen Team Canada nach Penaltyschießen die Oberhand behielt. Für die Kanadier war es bereits die zweite Niederlage hintereinander, nachdem sie am Samstag gegen die Schweiz ebenfalls den Kürzeren gezogen hatten.
Dass Kanada zumindest noch einen Punkt einfahren konnte, war das Verdienst von Lawson Crouse, der zwölf Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 2:2-Ausgleich traf, als Torwart Joel Hofer (21 Saves) seinen Kasten bereits zu Gunsten eines weiteren Feldspielers verlassen hatte. Die fünfminütige Overtime verlief torlos, das anschließende Shootout entschied Norwegen mit 4:2 für sich.
Die Norweger hatten nicht nur das glücklichere Ende für sich, sondern waren die ersten zwei Drittel ein ebenbürtiger Gegner. Andreas Martinsen (10.) und Sondre Olden (22.) sorgten für einen keineswegs unverdienten 2:0-Vorsprung. Zu einem aus Sicht der Skandinavier denkbar ungünstigen Zeitpunkt, 94 Sekunden vor der zweiten Pause, konnte Milan Lucic erstmals den norwegischen Torhüter Jonas Arntzen (31 Saves) überwinden (29.).
Im Schlussabschnitt konzentrierten sich die Norweger aufs Verteidigen ihres knappen Vorsprungs, was ihnen bis zur Schlussminute gelang.
Die drittplatzierten Kanadier (3-1-1-1; 12 Pkt.) treten am letzten Spieltag gegen den Tabellenzweiten Tschechien (4-0-1-1; 13 Pkt.) an. Platz vier hat Gastgeber Lettland (3-1-0-2; 11 Pkt.) inne, vor der Slowakei (2-0-2-2; 8 Pkt.) und Norwegen (1-1-1-3; 6 Pkt.), die am Dienstag aufeinandertreffen, auf Platz fünf und sieben.
Kasachstan - Slowenien 4:3 (1:1/1:1/2:1)
Bereits vor der Partie gegen Kasachstan stand Slowenien mit null Punkten als Absteiger der Gruppe B in die Division I Gruppe A fest. Gegen die Kasachen konnte sich Slowenien lange Zeit Hoffnungen auf zumindest einen Punktgewinn machen, zog aber am Ende wiederum den Kürzeren.
In jedem der drei Drittel gingen die Slowenen durch Tore von Anze Kuralt (2., 22.) und Jan Drozg (43.) in Führung, mussten aber noch jeweils den Ausgleich vor den Drittelpausen durch Nikita Mikhailis (19.) und Batyrlan Muratov (40.) sowie in der Schlussphase der Partie durch Yevgeni Rymarev (52.) hinnehmen. Das Siegtor der Kasachen erzielte Maxim Mukhametov (57.).
\[Komplette Berichterstattung von NHL.com/de von der IIHF Weltmeisterschaft 2023 aus Riga, und Tampere\]