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Nino Niederreiter wird dieser Montag noch lange in Erinnerung bleiben. Zwar unterlag der Schweizer mit seinen Winnipeg Jets im heimischen Canada Life Centre am Ende gegen die San Jose Sharks unglücklich mit 2:3 nach Verlängerung, doch für Niederreiter persönlich war es trotz der erlittenen Niederlage ein geschichtsträchtiger und denkwürdiger Tag.

Niederreiter traf in der 27. Minute mit seinem 19. Saisontor für die Jets zum zwischenzeitlichen 1:1 und markierte damit seinen ersten Treffer für sein neues Team, zu dem er am 25. Februar von den Nashville Predators kommend gewechselt war. Zugleich war es sein 200. NHL-Treffer im Laufe seiner Karriere. Gebraucht hat er dafür 792 Hauptrundenspiele. "Ich hoffe, dass ich hier nicht stehen bleibe. Zweihundert ist auf jeden Fall eine tolle Marke und ich bin sehr stolz darauf, aber hoffentlich kommt da in Zukunft noch mehr", sagte der Schweizer.

SJS@WPG: Niederreiter haut ihn rein

Scheinwerferlicht auf seine Person ist nach dem Erreichen dieses Meilensteins in jedem Fall angebracht, denn Niederreiter ist der erste Schweizer in der Geschichte der Liga, der 200 Tore erzielt hat. Dies ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass er 43 Treffer mehr erzielt als der nächstbeste Spieler aus seinem Heimatland. Roman Josi kommt nach 821 Begegnungen auf 157 Tore. Timo Meier bringt es nach 452 Einsätzen auf 155 Erfolgserlebnisse in der NHL.
Niederreiter hat in seiner Karriere bereits fünfmal mehr als 20 Tore erzielt und ist nun nur noch ein Tor von seiner sechsten Saison mit dieser Trefferanzahl entfernt. Wenn es auch mit einem Sieg gegen San Jose nichts wurde, unterstrich Niederreiter in diesem Spiel jedoch einmal mehr seinen großen Wert für die Offensive seiner Mannschaft und seinen beachtlichen Stellenwert für das Schweizer Eishockey im Allgemeinen.

SJS@WPG: Hertl haut die Scheibe rein

In Winnipeg hoffen sie, das der erste Treffer ihres Neuzugangs nur der Auftakt von einer möglichst beeindruckenden Erfolgsserie des Schweizers in ihren Diensten sein wird und dass es mit seiner Hilfe am Ende gelingen wird, sich in der Tabelle, wo das Team mit 75 Punkten nach 64 Begegnungen auf dem dritten Platz in der Central League positioniert ist, noch Boden gutzumachen. Aktuell rangieren die Jets in der Central Division mit eine Bilanz von 36-25-3 drei Zähler hinter den Minnesota Wild (78 aus 63 Spielen) und sechs Punkte hinter den Dallas Stars (81 aus 64). Beide Kontrahenten sollen, wenn möglich, im weiteren Saisonverlauf mit Niederreiters Unterstützung noch überholt werden.
Dass es mit einem Sieg gegen San Jose vor den eigenen Fans am Montag nicht klappte, lag zu einem Großteil an Logan Couture, der nach 1:21 Minuten in der Verlängerung für die Gäste traf und die Ambitionen der Jets unsanft beendete. Couture, der das Spiel mit einem erfolgreichen Konter beendete, hatte auch einen Assist zum späten Ausgleich durch Tomas Hertl 11 Sekunden vor Ende des dritten Drittels beigesteuert (60.). Erik Karlsson glänzte mit zwei Torvorlagen und Goalie James Reimer gelangen 36 Saves für die Sharks (19-33-12), die eine fünf Spiele andauernde Durststrecke (0-4-1) beendeten.

SJS@WPG: Couture mit der Rückhand

Steven Lorentz brachte San Jose in der 15. Minute mit 1:0 in Führung. Niederreiter glich in der 27. Minute zum 1:1 aus, als er sich drehte und einen Handgelenkschuss vom linken Bullykreis aus abfeuerte. "Es war ein großartiges Gefühl. Das mit meinen persönlichen Statistiken ist im Moment für mich nicht so wichtig. Es ist hart, dass wir das Spiel verloren haben", erklärte Niederreiter.
Nate Schmidt sorgte dafür, dass Winnipeg gut fünf Minuten vor Ablauf des dritten Spielabschnitts mit 2:1 in Front ging, als er kurz nach Ablauf eines Powerplays eine Vorlage von Nikolaj Ehlers von hinter dem Tor einnetzen konnte. Doch Hertl glich für die Kalifornier zum 2:2 aus, als Karlssons Schussversuch den Stock von Blake Wheeler traf und Hertl im linken Kreis fand.

SJS 3, WPG 2 - F/OT

Weitere Tore fielen in der Schlussphase nicht mehr, so dass eine Verlängerung her musste, in der die Gäste das glücklichere Ende für sich hatten. "Wir müssen dieses Spiel gewinnen", befand Niederreiter. "Es hätte heute Abend ganz anders laufen können. Aber am Ende haben wir das Spiel verloren, und das liegt an uns."
Auch Trainer Rick Bowness zeigte sich ob der unnötigen Niederlage seiner Schützlinge enttäuscht. "Wir haben heute Abend besser gespielt als sie", meinte der Jets-Coach. "Es ist schwer, wenn man den Extrapunkt in der Verlängerung verliert. Haben wir ein schlechtes Spiel gemacht? Auf keinen Fall. Hätten wir zwei Punkte verdient gehabt? Ja. Aber wir haben sie nicht bekommen. So ist Eishockey."
Die nächste Chance auf einen Sieg bekommen die Jets am Mittwoch (7:30 p.m. ET; NHL.tv; Do. 1:30 Uhr MEZ), wenn die Minnesota Wild ihre Visitenkarte in Winnipeg abgeben werden.