Panarin

Die New York Rangers haben nach einem 1:4 gegen die Carolina Hurricanes am Montag auch Spiel 2 verloren und stehen mit dem Rücken zur Wand. Rangers-Trainer David Quinn appelliert an die Grundtugenden und an die Geduld seiner Spieler.

Rangers verschlafen den Wiederbeginn

Nach einem Powerplay-Tor von Artemi Panarin bei doppelter Überzahl ging New York mit einem verdienten 1:1 in die erste Pause (13.). Das schwächelnde Powerplay konnte also zunächst von der Mängelliste gestrichen werden. Doch statt mit Momentum in den zweiten Durchgang zu starten, stand es 142 Sekunden nach Wiederbeginn plötzlich 1:3.

"Keine Frage: Nach den beiden Gegentoren zu Beginn des zweiten Drittels war die Luft raus", gestand Quinn. "Das hat das ganze Spiel verändert. Nach dem 1:3 konnte man es auf der Bank fühlen. Es ist ein Gefühl, das wir seit dem Jahreswechsel nicht oft hatten." Die New Yorker nämlich konnten in der regulären Saison schon den einen oder anderen Rückstand aufholen. Nicht aber an diesem Abend. "Wir waren das ganze Jahr widerstandsfähig als Team", erinnerte sich Verteidiger Marc Staal. "Das brauchen wir jetzt auch."

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Quinn: "Wir müssen lernen, uns nicht selbst in den Fuß zu schießen"

Gegen eine schnelle, physisch starke und im Umschaltspiel gefährliche Mannschaft aus Carolina taten sich die Rangers in der Folge schwer. "Manchmal entsteht Offensive aus einer guten Defensive. Sie sind ein gutes Beispiel dafür. Es ist schwer, gegen sie zu spielen, wenn sie in Führung sind", sagte Stürmer Chris Kreider. "Wir hätten bei unserem Plan bleiben müssen, sind aber ein wenig davon abgekommen. Wir haben zu wenig produziert. Wir müssen einen Weg finden, besser zu spielen", so Staal.

Quinn missfiel vor allem die fehlende Geduld und prangerte diese nach dem Spiel an: "Von jetzt bis morgen Abend acht Uhr müssen wir lernen, dass wir uns nicht selbst in den Fuß schießen können. Unsere fehlende Geduld bringt uns momentan um", so der Coach, der gleichzeitig an die Grundtugenden appellierte: "Es war besser als im letzten Spiel, aber wir machen noch nicht genug. Jeder in der Kabine muss ein wenig cleverer, geduldiger werden, härter arbeiten, Zweikämpfe gewinnen. Wir hatten zu wenig Unterstützung für den puckführenden Spieler, haben keine Zweikämpfe an den Banden gewonnen. Jeder Einzelne
muss sich steigern. Sie frustrieren uns. Wir müssen verstehen, dass wir uns das Eis da draußen verdienen müssen. Sie machen einen guten Job, um es uns zu nehmen. Aber wir können es besser. Ich weiß, dass wir es besser können. Wir müssen uns schnell steigern."

Kreider: "Biegen aber nicht brechen"

Viel Zeit bleibt den Rangers nicht. Schon am Dienstag (8 p.m. ET; Mi. 2 Uhr MESZ; NHL.tv) steigt Spiel 3 der Best-of-5-Serie. Angesichts eines 0:2-Serienrückstands heißt es für New York "Siegen oder Fliegen".

"Es ist wichtig, jetzt miteinander zu reden und gestärkt aus dieser Situation herauszukommen", fordert Kreider. "Wir brauchen eine Biegen aber nicht brechen-Mentalität. Wir müssen weitermachen und Scheiben und Spieler zum Tor bringen. Wir müssen uns mehr vertrauen und unsere Füße bewegen. Wir brauchen eine bessere Struktur auf dem ganzen Eis, insbesondere im Forechecking."

Und auch einen neuen Spielplan? "Natürlich können wir auch taktisch etwas ändern. Aber wir müssen wieder verstehen, wie einfach dieses Spiel ist: Du musst mehr checken, Zweikämpfe in der Eis-Mitte gewinnen und schneller als die anderen skaten. Egal, wie das System ist, wenn du diese Dinge nicht umsetzt, dann hast du keine Chance. Momentan machen wir nicht genug von diesen Dingen."

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Kehren Lemieux, Fast und Shesterkin zurück?

Auch Änderungen in der Aufstellung könnten noch einmal einen Schub geben. Schon während des Spiels brach Quinn seine Top-Sechs-Reihen auf und stellte Panarin neben Mika Zibanejad und Pavel Buchnevich. Kreider agierte dafür in der zweiten Linie neben Ryan Strome und Kaapo Kakko. Auch in der Tiefe könnte es Änderungen geben, denn mit Brendan Lemieux könnte ein zuvor gesperrter Spieler zurückkehren.

"Wir werden uns zusammensetzen und überlegen, was wir an der Aufstellung ändern können", ließ sich Quinn nicht in die Karten schauen. In der Pflicht sieht der Trainer ohnehin die prominenten Namen: "Ich glaube nicht, dass sich unsere Bottom-Six-Stürmer steigern müssen, sondern unsere Top-Six-Angreifer. Wenn du gewinnen willst, dann müssen deine besten Spieler die besten Spieler sein. Das brauchen wir im nächsten Spiel."

Ein Top-Sechs-Stürmer wäre Jesper Fast, der sich gleich in seinem ersten Wechsel in Spiel 1 verletzte und seitdem nicht wieder zurückkehrte. "Jesper ist day-to-day", macht Quinn Hoffnung auf einen Einsatz des schwedischen Flügelspielers. Auch zwischen den Pfosten ist noch keine Entscheidung gefallen: Igor Shesterkin war bereits wieder im Training, verfolgte Spiel 2 aber mit Maske auf der Tribüne. Der 24-jährige Russe könnte womöglich für den 14 Jahre älteren Routinier Henrik Lundqvist (38) im Tor stehen.

"Wir müssen Energie aufladen, gehen schlafen, wachen morgen auf und machen uns bereit, zu spielen. Mehr können wir nicht machen", so Staal. "Wir müssen unsere Gedanken löschen und ein Hockey-Spiel gewinnen!"