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Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die New York Rangers.

Die New York Rangers schafften es 2019/20 gerade so in die Postseason. Dort kam in der Qualifikationsrunde das schnelle Aus gegen die Carolina Hurricanes. Artemi Panarin schlug in seiner ersten Saison ein und schaffte 95 Scorerpunkte (32 Tore, 63 Vorlagen). Der finnische Jungstar Kaapo Kakko, an Nummer zwei beim NHL Draft 2019 gezogen, blieb dagegen mit zehn Treffern und 13 Assists in 66 Partien hinter den Erwartungen zurück.
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Bilanz 2019/20: 37-28-5, 11. Platz in Eastern Conference
Postseason 2020: Stanley Cup Qualifikationsrunde, 0:3 gegen Carolina Hurricanes
Trainer: David Quinn, 3. Saison
Zugänge: LW Alexis Lafreniere, D Jack Johnson
Abgänge: G Henrik Lundqvist, RW Jesper Fast, D Marc Staal
Die Fans der New York Rangers müssen sich umgewöhnen. Henrik Lundqvist wird nicht mehr zwischen den Pfosten stehen, wenn die nächste NHL-Saison startet. Seit der Spielzeit 2005/06 hütete der Schwede bei den Broadway Blue Shirts das Tor. Doch seine Statistiken wurden in den vergangenen Jahren immer schwächer. Also kauften die Rangers ihn aus seinem Vertrag heraus. "Auf dem Weg zum Titel muss man schwierige Entscheidungen treffen", meinte Rangers-Präsident John Davidson. Die Trennung von Lundqvist war so eine. Der 38 Jahre alte Schwede heuerte bei den Washington Capitals an.

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Die Rangers haben sich auf der Torwartposition durch den Abgang von Lundqvist stark verjüngt: Alexandar Georgiev und Igor Shesterkin werden sich ein Duell um den Posten als Nummer eins liefern. Die beiden 24-Jährigen haben in der vergangenen Saison schon mächtig Druck hinter Lundqvist gemacht. Georgiev hat dabei die etwas besseren Karten, weil er ein wenig erfahrener ist als Shesterkin. Aber so richtig viel Erfahrung auf NHL-Niveau haben beide nicht. Georgiev hat gerade mal 77 Partien und Shesterkin zwölf Spiele absolviert.
Die eigentliche Hoffnung der Rangers-Fans für die neue Saison ist noch jünger und heißt Alexis Lafreniere. Der 19-Jährige war der First-Overall-Pick beim diesjährigen Draft. Der Linksaußen hatte in der vergangenen Saison in der Quebec Major Junior Hockey League bei Rimouski 77 Assists und 112 Scorerpunkte vorzuweisen und wird nicht mehr in die Juniorenliga zurückkehren. Er hat bereits einen Entry-Level-Vertrag bei den Rangers unterschrieben und soll dem Offensivspiel der Mannschaft zusätzliche Impulse geben. "Er hat in allen Bereichen überzeugt. Es gab keine großen Diskussionen, wen wir als Nummer eins ziehen würden", sagte New Yorks General Manager Jeff Gorton während des Drafts.

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Dass jetzt der junge Kanadier so viel Aufmerksamkeit erhält, kann zum Vorteil für Kakko werden. Er wurde beim Draft des vergangenen Jahres an zweiter Stelle in der ersten Runde gezogen und kam ebenfalls mit großen Vorschusslorbeeren zu den Rangers. Doch die 23 Scorerpunkte waren eine eher dürftige Ausbeute. Gleiches galt für seine Plus/Minus-Bilanz von -26.
Ausbaufähig ist auch die Leistung von Jacob Trouba. Die Rangers hatten den Kanadier von den Winnipeg Jets im Sommer 2019 im Tausch für Neal Pionk geholt. Trouba sollte die Rolle des Top-Verteidigers im Team einnehmen. Dabei hatten sie allerdings wohl eher die 50 Scorerpunkte im Sinn gehabt, die er in seiner letzten Saison bei den Jets gesammelt hatte. In seiner ersten Spielzeit bei den Rangers brachte er es in 70 Partien nur auf 27 Scorerpunkte (sieben Tore, 20 Vorlagen).
Eine schwere Entscheidung war auch die Personalie Marc Staal. Seit der Saison 2007/08 - also die gesamte bisherige NHL-Karriere - spielte Staal bei den Rangers. Doch in der Offseason wurde der 33-Jährige nach knapp 1000 Einsätzen (inklusive Playoffs) zu den Detroit Red Wings getradet. Seine Aufgaben müssen nun andere Spieler übernehmen.

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Zum Beispiel Neuzugang Jack Johnson. Er ist - wie Staal - 33 Jahre alt, allerdings wesentlich billiger. Johnson verdient etwa drei Millionen US-Dollar weniger als Staal zuletzt. Die Pittsburgh Penguins hatten den Routinier, der ebenfalls knapp 1000 NHL-Spiele betritt, auf die Waiverliste gesetzt, um ihn aus seinem Vertrag herauszukaufen. Allerdings sollten die Rangers nicht zu viel von ihm erwarten, wenn es um seine offensive Produktion von der blauen Linie geht. In der vergangenen Spielzeit gelangen ihm gerade mal drei Tore und acht Vorlagen in 67 Partien für die Penguins. Weder bei den Los Angeles Kings, den Columbus Blue Jackets noch bei den Penguins traf Johnson zweistellig. Allerdings ist er ein zuverlässiger Verteidiger, der pro Partie in der vergangenen Saison über 19 Minuten auf dem Eis stand.
Ebenfalls nicht mehr an Bord bei den Rangers ist Jesper Fast. Der Schwede war 2010 von den New Yorkern in der sechsten Runde an insgesamt 157. Stelle gedraftet worden und trug 462-mal das Trikot der Mannschaft aus Manhattan. Fast, der für 30 Scorerpunkte pro Saison gut ist, unterschrieb einen Dreijahresvertrag bei den Carolina Hurricanes. Doch diese Lücke sollte mit Lafreniere mehr als kompensiert sein.