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NHL.com/de blickt in seiner Serie "International Ice" jeden Sonntag auf das Geschehen außerhalb Nordamerikas und berichtet über Themen oder Spieler aus den europäischen Ligen.
In dieser Ausgabe: Ein Überblick über die Playoff-Finalserien in Europas Top-Ligen.

Dramatik pur herrscht in der Playoff-Finalserie der Schweizer National League zwischen Titelverteidiger EV Zug und den ZSC Lions. Dabei sah zunächst alles nach einer einseitigen Angelegenheit. Die Zürcher mit den früheren NHL-Profis Sven Andrighetto und Denis Malgin gewannen die ersten drei Spiele der Best-of-7-Serie und sahen schon wie der neue Champion aus. Doch dann verspielten die ZSC Lions drei Matchpucks hintereinander gegen den amtierenden Meister mit NHL-Heimkehrer Gregory Hofmann. So kommt es am heutigen Sonntag zum Showdown in Zug. Für Zürich wäre es der zehnte Meistertitel in der Vereinsgeschichte, für Zug der dritte.
Malgin steht in der Playoff-Scorerwertung mit 18 Punkten (neun Tore, neun Assists) aus 16 Spielen an zweiter Stelle. Andrighetto folgt mit 17 Zählern (sechs Tore, elf Assists) aus 17 Einsätzen unmittelbar dahinter auf Position drei. Für Hofmann sind neun Punkte (fünf Tore, vier Assists) aus 14 Begegnungen registriert, womit er im Ranking der besten Punktesammler einen Platz im Mittelfeld belegt.

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Der Serienverlauf zwischen dem EV Zug und den ZSC Lions ist ein absolutes Novum. Noch nie machte eine Mannschaft im Finale der National League einen 0:3-Rückstand wett.
In der Endspielserie der PENNY DEL stehen sich die Eisbären Berlin und der EHC Red Bull München gegenüber. Gleich im ersten Aufeinandertreffen der Best-of-5-Serie sicherten sich die Red Bulls durch ihren 4:3-Auswärtssieg in der Mercedes Benz Arena ein Break. Die Gäste aus München bewiesen dabei Moral und Kampfgeist. Sie holten ein 0:3 auf. Wendepunkt des Duells war eine vierminütige Zeitstrafe gegen Eisbären-Angreifer Kevin Clark im zweiten Drittel. Die Red Bulls nutzten das Powerplay zum Anschlusstreffer, woraufhin die Partie zugunsten der Gäste kippte.

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Das Finale in der Svenska Hockeyligan (SHL) bestreiten mit Luleå HF und Färjestad BK zwei Mannschaften, die man nicht zwingend in der Schlussrunde erwartet hatte. Luleå setzte sich im Halbfinale mit 4:1 gegen den Frölunda HC aus Göteborg durch, während Färjestad die favorisierte Mannschaft von Rögle BK mit 4:2 aus dem Wettbewerb warf. Das erste Match in der Best-of-7-Serie entschied Luleå zu Hause klar mit 4:1 für sich.
Für den letztjährigen Meister Växjö Lakers mit Tobias Rieder kam bereits im Viertelfinale nach einem Sweep in vier Spielen gegen Frölunda das Aus. Der Landshuter lief in allen vier Playoff-Partien auf, blieb jedoch ohne Scorerpunkt.
Eine bemerkenswerte Endrunde spielte der Kärntner Marco Kasper bei Rögle. Er bestritt 13 Einsätze und brachte es auf sechs Punkte (drei Tore, drei Assists). Im Vergleich zur regulären Saison steigerte der Stürmer seine Effizienz beim Abschluss deutlich. Nach der Hauptrunde waren für ihn elf Zähler (sieben Tore, vier Assists) aus 46 Spielen verzeichnet. Der 18 Jahre alte Kasper wird als Erstrundenpick beim NHL Draft 2022 gehandelt.

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Für Tom Kühnhackl waren die Playoffs in der SHL nach dem Viertelfinale zu Ende. Der zweifache Stanley Cup Gewinner mit den Pittsburgh Penguins (2016,2017) zog mit Skellefteå AIK mit 2:4 in der Serie gegen Färjestad den Kürzeren. Er stand in allen sechs Begegnungen auf dem Eis und verbuchte einen Assist.
Das Playoff-Finale der tschechischen Extraliga gewann der HC Ocelari Trinec mit 4:2 in der Gesamtwertung gegen den HC Sparta Prag Der Verein aus Mähren holte damit den zweiten Titel in Folge und den vierten in der Vereinsgeschichte.
Ein gutes Ende hatte die Saison auch für Jaromir Jagr und Rytiri Kladno. Der 50 Jahre alte Eishockey-Methusalem sicherte sich mit seinem Klub durch ein 4:1 in der Playdown-Serie gegen den HC Dukla Jihlava den Klassenerhalt. Jagr war bei allen fünf Partien dabei und bereitete zwei Treffer vor. Ob der Flügelstürmer in der Saison 2022/23 ein weiteres Mal auf Puckjagd geht, ist noch unklar.
In der Kontinental Hockey League (KHL) fehlten dem HK Metallurg Magnitogorsk lediglich sechs Minuten, um zum dritten Mal in der Historie den Gagarin Cup zu gewinnen. Das Team führte in der Best-of-7-Serie gegen ZSKA Moskau mit 3:1 und lag auch in Spiel 5 mit 2:1 vorne. Doch die Moskauer glichen aus und siegten am Ende mit 3:2 n. V. Mit zwei weiteren Erfolgen im Anschluss schnappten sie Metallurg die Meisterschaft noch weg.