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Verdrehte Welt bei den Blues

Blues überzeugten zuletzt durch eine klasse Defensive und möchten mit Schwung in die Playoffs

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

In den ersten Wochen dieses Jahres verspürten die Anhänger der St. Louis Blues im wahrsten Sinne des Wortes den 'Blues', waren angesichts dessen, dass ihre Mannschaft nicht mehr an die Leistungen der Vorjahre anknüpfen konnte, und ihre sechste Stanley Cup Playoffteilnahme in Gefahr geriet 'traurig'. Seit Mike Yeo das Amt des Ceftrainers von Ken Hitchcock übernommen hat, dürften sich die Gesichter der Fans wieder erhellt haben. Die Blues sind wieder eine Macht. Nur die Chicago Blackhawks und Calgary Flames konnten in der Western Conference seit dem 1. Februar mehr Punkte einfahren als das Team aus der am Missouri gelegenen Metropole.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag führen die Blues ihren siebten Sieg aus ihren letzten acht Auftritten ein. Mit 3-0 Toren entführten sie aus der Gila River Arena der Arizona Coyotes beide Punkte, überholten die Nashville Predators und sind nun wieder Dritter in der Central Division, mit einem Vorsprung von sechs Punkten gegenüber den Los Angeles Kings auf dem ersten Nicht-Playoffplatz.

Der letzte Auftritt der Blues war eine eindrucksvolle Demonstration ihrer Stärke. Keiner ihrer Spieler nahm die Partie gegen den Tabellenvorletzten auf die leichte Schulter. Yeo hatte zuvor auch eindrücklich vor den Coyotes gewarnt, die in ihren fünf Spielen zuvor jeweils punkten konnten.

Von der ersten Spielminute an machten die Blues Druck und erarbeiteten sich Torchancen. Damit einhergehend schafften sie es den Gegner nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. 16 zu 3 lautete bis zur ersten Pause das Torschussverhältnis zugunsten der Blues. Nach 60 Spielminuten hatten sie 41 Mal auf das gegnerische Gehäuse geschossen und gleichmäßig verteilt auf die Spielabschnitte in jedem Drittel einmal getroffen.

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Scottie Upshall, St. Louis Torschütze zum 2-0, war gegenüber NHL.com begeistert von der Vorstellung: "Das hat mir heute sehr gut gefallen. Wir zeigen uns der Situation gewachsen und jeder von uns bringt sich ein. Durch die Reihen hindurch leistet jeder seinen Beitrag. Wir werden großartig geführt und die Torwartleistungen sind überragend. Wenn dann zu dieser Zeit des Jahres alles so zusammenpasst, dann ist das ziemlich aufregend."

Yeo hat es in seiner gut sechswöchigen Amtszeit geschafft die Defensive der Blues zu stabilisieren. Unter seiner Regie blieben die Blues bereits fünfmal ohne Gegentor. Im Februar konnte Schlussmann Carter Hutton zweimal seinen Kasten sauber halten und im März tat es ihm Stammtorwart Jake Allen mit Shutouts in den Partien gegen die Colorado Avalanche und Coyotes gleich.

"Wir spielen wieder mit Zuversicht. Wir haben aber auch gar keine andere Möglichkeit", sagte Allen nach dem gestrigen Auftritt.

Vielleicht ist es St. Louis sogar dienlich, dass sie in dieser Saison schon vor den Playoffs in jedem Spiel alles geben müssen und nicht schon Wochen vorher als Playoffteilnehmer so gut wie fest stehen, womit sie in eine Favoritenrolle gedrängt wurden. In den vergangenen sechs Spielzeiten zogen die Blues immer als Tabellenerster oder -zweiter mit mindestens 107 Punkten (in der auf 48 Spiele verkürzten Saison kamen sie auf 60 Punkte) in die Playoffs ein, in dieser Saison werden sie mit 81 Zählern und noch elf ausstehenden Spielen die 100-Punkte Marke wohl nicht mehr knacken können, doch wenn es dafür in den Playoffs weit geht, sie vielleicht sogar zum ersten Mal seit 47 Jahren in ein Stanley Cup Finale einziehen könnten, dann dürfte es ihnen und ihren Fans so ganz recht sein.

Die St. Louis Blues treten als nächstes am kommenden Dienstag im Pepsi Center von Denver gegen die Colorado Avalanche an (9:00 pm ET).

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