Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Eishockey-WM 2022 in Finnland das Duell mit dem Tabellennachbarn Dänemark am Donnerstag in Helsinki mit 1:0 gewonnen. Ein Feuer verzögerte den Beginn, dann präsentierte sich Deutschland souverän und verdiente sich im vierten WM-Spiel den dritten Turniersieg. Marc Michaelis erzielte das einzige Tor, Torwart Philipp Grubauer hielt den Sieg fest und durfte einen Shutout feiern.
Ohne Stützle: Grubauer feiert Shutout gegen Dänemark
Seattles Torwart ist im deutschen Nationalteam nicht zu bezwingen, Michaelis erzielt das einzige Tor des Spiels bei der IIHF-WM

© Martin Meissner/AP
Deutschland - Dänemark 1:0
Bundestrainer Toni Söderholm musste umstellen: Der verletzte Center Tim Stutzle (Ottawa Senators) wurde nicht rechtzeitig fit, für die nachnominierten AHL-Spieler Lukas Reichel (Rockford IceHogs) und Leon Gawanke (Manitoba Moose) kam ein Einsatz zu früh. Somit rückte Flügelstürmer Alexander Karachun neu ins Team, das mit Verteidiger Moritz Seider (Detroit Red Wings) und Torwart Philipp Grubauer (Seattle Kraken) noch zwei NHL-Spieler aufwies.
Dänemarks Coach Heinz Ehlers hatte mit seinem Sohn Nikolaj Ehlers (Winnipeg Jets) einen NHL-Export in der Aufstellung.
Der Spielbeginn verschob sich aufgrund eines Kabelbrands in der Arena in Helsinki um 100 Minuten. Vielleicht auch deshalb fanden beide Mannschaften nur schwer ins Spiel, das im ersten Drittel vor allem taktisch geprägt war: Dänemark agierte mit einem Forechecker, riegelte in der neutralen Zone in einer 1-4-Aufstellung die eigene blaue Linie ab und räumte mit seinen Physis-Vorteilen konsequent vor dem eigenen Tor auf. Deutschland wirkte zwar schneller und spielstärker, agierte aber ein wenig zu behäbig im Aufbau und entwickelte in der Offensivzone trotz zwei forecheckender Stürmer zu wenig Durchschlagskraft. Die beste Möglichkeit im ersten Drittel verbuchte Verteidiger Seider, der die Latte traf (18.).
Auch im zweiten Durchgang scheiterte die DEB-Auswahl gleich mehrfach an der Eisenstange: Maximilian Kastner traf bei angezeigter Strafe den Außenpfosten (24.), Marcel Noebels im Powerplay das Quergestänge (26.). Deutschland wurde also zwingender, brachte die Scheibe aber nicht am dänischen Torwart Sebastian Dahm vorbei.
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In der 33. Spielminute belohnten sich die Deutschen für ihr Engagement: Im Powerplay passte Noebels scharf von rechts vors Tor, wo Marc Michaelis nur noch die Kelle aufs Eis stellen musste und per Tip-in zum 1:0 traf. Auch in der Folge spielte Deutschland reif und souverän, ließ hinten nur wenig anbrennen und verzeichnete in der Offensive immer wieder längere Drangphasen.
Im dritten Abschnitt war weiterhin auf Grubauer Verlass. War der deutsche Kraken-Torwart gefordert, parierte er mit gewohnt viel Ruhe und Athletik und ließ seine Paraden leicht aussehen. Gleichzeitig fuhr Deutschland selbst immer wieder gefährliche Angriffe und verzeichnete die besseren Chancen.
Das Spiel blieb bis zum Schluss offen, denn Dänemark machte noch einmal richtig Druck. Doch an Grubauer führte an diesem Abend kein Weg vorbei: Der Rosenheimer hielt den dritten WM-Sieg der Deutschen in Folge fest und feierte einen Shutout.
Großbritannien - USA 0:3
Im ersten Spiel des Nachmittags feierten die USA in Tampere einen 3:0-Sieg gegen Großbritannien. Die Vereinigten Staaten hatten Torwart Jeremy Swayman (Boston Bruins) und Jon Merrill (Minnesota Wild) nachnominiert und direkt gegen Team GB eingesetzt. Während Swayman direkt einen Shutout verbuchte, verletzte sich Merrill in seinem ersten Wechsel bei einem Sturz in die Bande und schied aus. Die US-Boys hatten durchaus Mühe mit den Briten, erst in der 29. Minute traf Ben Meyers (Colorado Avalanche) zum 1:0. Im Schlussdrittel legten die USA dann noch mit zwei Powerplay-Treffern von Kieffer Bellows (New York Islanders, 41., 44.,) nach und schraubten den Endstand auf 3:0.
Kanada - Kasachstan 6:3
Kanada tat sich schwer gegen Kasachstan, geriet sogar zweimal in Rückstand, setzte sich am Ende aber mit 6:3 durch. Yegor Petukhov (3.) und Arkadi Shestakov (13., im Powerplay) brachten den Außenseiter jeweils in Führung, doch gab der Favorit durch Dylan Cozens (Buffalo Sabres, 4.) und Drake Batherson (Ottawa Senators, 15.) jeweils eine schnelle Antwort und ging durch Adam Lowry (Winnipeg Jets, 18.) in Führung. Später schraubten Damon Severson (New Jersey Devils, 33.) auf 4:2, Kirill Savitski brachte Kasachstan wieder auf 3:4 heran (48,), doch die Kanadier ließen nichts mehr anbrennen: Cozens machte seinen Hattrick mit zwei Powerplay-Treffern (52., 60.) perfekt und schraubte den Endstand noch auf 6:3.
Tschechien - Lettland 5:1
Tschechien erhielt vor dem Spiel gegen Lettland prominente Unterstützung aus der NHL: Scharfschütze David Pastrnak (Boston Bruins) verstärkte die tschechische Nationalmannschaft und spielte wie damals in Boston in einer Reihe mit dem ehemaligen Bruins-Center David Krejci. Mit "Pasta" an Bord setzte es direkt einen deutlichen 5:1-Erfolg. Dabei legte Tschechien los, wie die Feuerwehr: Hynek Zohorna (5.), Roman Cervenka (5., im Powerplay), Michael Spacek (7.), Tomas Hertl (San Jose Sharks, 17.) und Pastrnak (19.) entschieden die Partie bereits im ersten Drittel. Lettland wechselte schon in der ersten Pause den Torwart: Für Starter Elvis Merzlikins (Columbus Blue Jackets) spielte fortan Backup Arturs Silovs (Vancouver Canucks). Am dritten Drittel traf dann Arturs Kulda für die Letten (42.) und verhinderte damit einen Shutout von Karel Vejmelka (Arizona Coyotes).

















