Nach sportlichen Durchhängern zuletzt, sind beide Teams aktuell wieder zurück in der Erfolgsspur, können der Liga derzeit nicht nur sportlich ihren Stempel aufdrücken, sondern mit Stolz auf ihre im Laufe der Jahre immer weiter gewachsene treue Fanbasis in der heimischen Region verweisen. Ein Erfolg, welcher in dieser Form nicht von jedermann als realistisch angesehen wurde.
Der Mut der Organisatoren macht sich hier inzwischen längst und sehr deutlich bezahlt. Eishockey der Machart NHL kann scheinbar wirklich überall zum Erfolg führen. Es geht nicht nur darum ein Team am Leben zu erhalten, es kann sportlich zum Faktor in dieser harten Konkurrenz der weltbesten Akteure dieser Sportart werden. Und das eben auch in der Wüste, wie die Golden Knights aktuell in aller Deutlichkeit einmal mehr untermauern.
Doch wo überraschende Erfolge gefeiert werden, da muss es zwangsläufig auch Verlierer geben. Und das sind, oh Wunder, dann eben unter Umständen die klassischen Traditionsteams der Liga. Die Montreal Canadiens (nur Vorletzter der gesamten Liga), die New York Rangers (nur einen Zähler mehr als die 'Habs') und auch die Boston Bruins (ganze 10 Zähler nach neun gespielten Begegnungen) finden sich in diesen Wochen noch weit weg von den eigenen hohen Ansprüchen. Sie stehen derzeit allesamt deutlich näher am Tabellenende als es ihnen lieb ist. Dies alles trotz großer Tradition, viel Erfahrung, großer Beliebtheit und einem klaren Standortvorteil in einer anerkannten Eishockeystadt.
Die Tendenz zeigt, in der NHL ist sprichwörtlich inzwischen alles möglich. Natürlich begünstigt auch von einem vor Jahren eingeführten Salary-Cap-System, das alle Franchises in vergleichbare Rahmenbedingungen zwingt. Die Folgen dieser aus mitteleuropäischer Betrachtung zunächst gewöhnungsbedürftigen Regelungen sind eindeutig.
Wer in einem Jahr unten steht, kann vergleichsweise schnell in der Tabelle nach oben stürmen, wer heute gerade sehr erfolgreich ist, der muss das in Zukunft längst nicht automatisch sein.
Im Vergleich zu vielen europäischen Sportligen, darunter beispielweise auch die Fußball-Bundesliga, wird der Vorteil dieses Systems deutlich. Ein Aufsteiger direkt vorne in der Tabelle? Ist im Fußball ein vom Aussterben bedrohtes Phänomen, in der NHL hingegen aktuell an vielen Ecken und Enden der Tabelle zu bestaunen.
Ist es nicht gerade dieses ungewöhnlich große Überraschungspotenzial, das den Profisport für uns Fans und Beobachter so attraktiv macht?
Viele Organisatoren anderer Profisportligen könnten sich von der besten Eishockeyliga der Welt in diesen Tagen so einiges abschauen. Hier kann der Sportfan sehen, wie man eine Liga spannend und ausgeglichen macht, wie man neue Teams nach oben führen kann, wie auch alteingesessene Etablierte plötzlich in den Tabellenkeller blicken müssen. Es ist doch wirklich herrlich all das aktuell zu verfolgen!