Die Florida Panthers haben die Sensation perfekt gemacht: In Spiel 7 ihrer Serie der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference errangen sie am Sonntag im TD Garden einen 4:3-Sieg nach Verlängerung und kegelten damit die Boston Bruins aus den Playoffs.

"Es fühlt sich gut an, diesen Sieg in Spiel 7 eingefahren zu haben", freute sich Carter Verhaeghe, der den entscheidenden Treffer erzielt hatte. "So wie wir in dieser Serie und in diesem Spiel gekämpft haben, war das ein tolles Erlebnis."

Durch den Sieg der Panthers bestätigte sich einmal mehr den Fluch der Presidents' Trophy, ein Jahr nachdem sie ihm selbst zum Opfer gefallen waren. Florida hatte sich vergangene Saison die Auszeichnung für das punktbeste Team der regulären Saison gesichert, schied dann aber in der zweiten Playoff-Runde mit einem Sweep gegen die Tampa Bay Lightning aus. Die Bruins stellten in dieser Spielzeit den Rekord für die meisten Siege (65) und Punkte (135) in der regulären Saison auf. Doch auch sie konnten den Rückenwind nicht für einen langen Playoff-Run nutzen.

Die Presidents' Trophy wurde bisher 37-mal vergeben. Die Gewinner holten aber nur achtmal den Stanley Cup. Die Bruins sind inzwischen der neunte Titelträger, der bereits in der ersten Runde ausscheidet.

"Florida hat gut gespielt", zollte Bostons Kapitän Patrice Bergeron dem Gegner seinen Respekt. "Sie waren in allen Belangen stark. Sie haben gut Druck gemacht. Sie haben uns bearbeitet. Wir haben nicht unser bestes Spiel geliefert, aber ich werde ihre Leistung sicherlich nicht klein reden."

Die Panthers waren in der Serie mit 1:3 in Rückstand geraten, erzwangen mit Siegen in Spiel 5 und Spiel 6 aber das alles entscheidende Duell. Die Partie begann gut für die Gäste, die durch Verteidiger Brandon Montour (13.) im Powerplay in Führung gingen. Im zweiten Drittel legte Sam Reinhart (22.) das 2:0 nach. David Krejci (28.) schlug für Boston aber im Powerplay zurück.

Im Schlussabschnitt glich Tyler Bertuzzi (41.) ebenfalls in Überzahl aus und David Pastrnak (45.) drehte das Spiel. Doch genau eine Minute vor der Schlusssirene erzielte Montour das 3:3 und erzwang so die Verlängerung.

"Wir lagen weniger als zwei Minuten vor Spielende gegen Boston zurück, da hätte ich nicht auf uns gewettet, weil die Chancen einfach schlecht standen", gab Floridas Trainer Paul Maurice zu. "Aber wenn der Puck zum 3:3 ins Tor geht, denkt man: Oh, das Spiel gewinnen wir."

Nach insgesamt 68:35 Minuten ließ Verhaeghe die Panthers in Jubel ausbrechen. Assistenzkapitän Matthew Tkachuk gewann den Kampf um den Puck hinter Bostons Tor mit Unterstützung von Sam Bennett, der zu Verhaeghe abgab. Tkachuk ging vor das Tor und nahm Torwart Jeremy Swayman die Sicht, so dass Verhaeghe den Puck unter die Latte jagen konnte.

"Das haben wir schon das ganze Jahr gemacht, besonders in der zweiten Hälfte der Saison, Wir hatten Selbstvertrauen", erklärte Montour mit Blick auf das Comeback. "Man muss nur Pucks zum Tor bringen. Egal, wer auf dem Eis war, jeder wollte die nächste wichtige Aktion vollbringen und jeder in unserem Team hat ein starkes Spiel geliefert."

FLA@BOS, Sp7: Pastrnak nutzt Rebound zur Führung

Das galt zum wiederholten Male auch für Tkachuk, der trotz Verhaeghes Heldentat in der Verlängerung der unbestrittene Star der Serie ist. Er erhöhte sein Punktekonto mit der Vorlage zum entscheidenden Tor auf elf Zähler (5 Tore, 6 Assists) und ging als echter Anführer in jeder Hinsicht mit gutem Beispiel voran. Er verhalf den Panthers nach drei Niederlagen in den ersten vier Partien dazu, dass sie das beste Defensivteam der regulären Saison knacken konnten. Boston führte die NHL-Gesamtwertung mit einem Schnitt von 2,12 Gegentoren pro Spiel an. Florida gelangen in der Playoff-Serie jedoch durchschnittlich 3,71 Tore pro Match gegen die Bruins.

Nun haben die Panthers eine kurze Pause vor sich, ehe sie in der zweiten Runde auf die Toronto Maple Leafs treffen. Toronto beendete seinen eigenen Fluch, gewann in der ersten Runde erstmals seit 2004 eine Playoff-Serie und warf die Tampa Bay Lightning in sechs Spielen aus dem Rennen.