Schweden lockt mit seiner starken Nachwuchsarbeit ebenfalls immer mehr Schweizer und Österreicher. Kevin Fiala war ein Pionier für diese Option. Er ging 2012, zwei Jahre bevor die Nashville Predators ihn mit dem 11. Pick drafteten, zu den Malmö Redhawks. Auf seinen Spuren folgte 2021 Lian Bichsel und wurde ein Jahr später zum 18. Pick im Draft 2022. Der Österreicher Marco Kasper wurde bei Rögle BK entdeckt und ebenfalls 2022 an 8. Stelle von den Detroit Red Wings gewählt.
Die Vorteile des Wechsels von Österreich in die Schweiz, oder aus einem der beiden Länder nach Schweden, sind offensichtlich. Eishockey hat in der Schweiz einen deutlich höheren Stellenwert als in Österreich. Dementsprechend wird mehr Geld in die Entwicklung junger Spieler gesteckt. Die Nachwuchsarbeit ist auf einem höheren Niveau, und auch die stärkere Konkurrenz hilft den Spielern in ihrer Entwicklung. Außerdem ist die Chance größer, von den Scouts entdeckt zu werden, da sie mehr Fokus auf die bessere Nachwuchsliga legen.
Diese Faktoren sind in Schweden nochmal verstärkt. Der Sport erfreut sich nur in wenigen Ländern größerer Beliebtheit, und man findet weltweit kaum eine bessere Nachwuchsarbeit. Wenn es außerdem gelingt, bereits mit 17 Jahren zu Spielen in der hoch angesehenen SHL zu kommen, wie es bei Fiala, Bichsel und Kasper der Fall war, ist die Aufmerksamkeit der Scouts garantiert. Der Erfolg gib der Methode recht. In den vergangenen drei Jahren wurden drei Österreicher und ein Schweizer gedraftet, die diesen Weg bestritten. Bemerkenswert: Bis auf Rohrer wurden alle in der 1. Runde gewählt.
Unter den Kandidaten für den kommenden Draft sind drei weitere Talente, die sich daran ein Beispiel nehmen. Aus Österreich sind Verteidiger David Reinbacher und Stürmer Ian Scherzer bereits im europäischen Ausland aktiv, aus der Schweiz zog es Eric Schneller nach Schweden.