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Schon die vorherige Nacht bot reichlich Eishockey-Spektakel. Auch am Montag (8 p.m. ET; NHL.tv; Di. 2 Uhr MESZ) dürfte nervenzerreißende Spannung geboten sein, wenn sich die New Jersey Devils und die New York Rangers im Prudential Center in ihrem Spiel 7 in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2023 im feurigen Hudson-River-Derby gegenüberstehen. Gesucht wird der Gegner für die Carolina Hurricanes in der 2. Runde.

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:

New Jerseys Lust auf die Premiere

Die Devils und die Rangers pflegen eine feurige Rivalität. Die beiden Bundesstaaten New Jersey und New York sind nur durch den Hudson River getrennt. Die beiden Heimspielstätten in Newark und New York City liegen nur 15 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Entsprechend heiß dürfte die Atmosphäre im alles-entscheidenden Spiel 7 im Prudential Center sein. "Was für ein Spiel, an dem wir teilnehmen dürfen. Wo wärst du lieber, wenn nicht hier?", stellte Devils-Trainer Lindy Ruff eine rhetorische Frage. "Zu Hause vor unseren Fans. Spiel 7. Es ist ein Spiel, in dem du schon als Kind gerne spielen würdest. Wir haben das ganze Jahr so hart gearbeitet, um an diesen Punkt zu kommen. Ich weiß, dass die Jungs in dieser Kabine alles geben werden, was sie haben." Erstmals überhaupt könnten die Devils ihren Erzrivalen in einem Spiel 7 besiegen. "Das ist die schönste Zeit des Jahres. Wir freuen uns darauf", so New Jerseys Stürmer Dawson Mercer. "Wir werden alles geben, was wir haben." Auch der Schweizer Kapitän Nico Hischier will von dem Heimvorteil zehren: "Es ist unser Vorteil. Die Fans stehen hinter uns."

Wann zünden die Schweizer Meier und Hischier?

Zu wenig Scoring-Unterstützung erhielten die Devils bislang von ihren beiden Schweizer Superstars Timo Meier und Hischier. Meier ist nach sechs Playoff-Partien noch ohne Scorerpunkt, Hischier steuerte vier Assists bei, wartet aber ebenfalls noch auf sein erstes Tor. "Wenn man sich die Möglichkeiten ansieht, die sich beide zuletzt herausgearbeitet haben, dann sieht man, dass sie auf dem richtigen Weg sind", wollte New Jerseys Trainer Lindy Ruff nicht schwarzmalen und stärkte den beiden Eidgenossen den Rücken: "Der Einsatz stimmt. Sie machen vieles richtig. Irgendwann werden diese Möglichkeiten auch wieder reingehen. Man muss auf ihre Stärken vertrauen. Solange sie sich so viele Chancen herausspielen, muss man sich um die beiden keine grundsätzlichen Sorgen machen, denke ich. Es gibt eben von Zeit zu Zeit solche unglücklichen Phasen im Sport." Hischier etwa half seinem Team auch schon mit einer guten Faceoff-Quote (52,7 Prozent), Meier mit seiner Physis (17 Checks). Die Hoffnung aber bleibt, dass das Duo auch als Torjäger in Spiel 7 zündet.

CBJ@NJD: Meier mit zwei Toren und Assist

Schmid und seine Wellenbrecher

Der Schweizer Devils-Torwart Akira Schmid ist eine der positiven Erscheinungen in dieser Serie. Der 22-Jährige aus Bern kam in Spiel 3 erstmals zum Einsatz und hat nach den ersten vier Playoff-Spielen seiner Karriere sehr überzeugende Statistiken vorzuweisen: Vier Partien, drei Siege, 1,72 Gegentore/Spiel, 93,7 Prozent Fangquote und ein Shutout. Doch es ist nicht nur der Goalie selbst, der New Jersey schwer zu knacken macht, sondern auch sein Vorderleute: Die Devils arbeiten konsequent mit allen fünf Skatern zurück, die Verteidiger, darunter auch Landsmann Jonas Siegenthaler, outboxen ihre Gegenspieler, halten diese also aus dem Gefahrenbereich vor dem eigenen Tor weg. Dass es in Spiel 6 überraschenderweise gleich fünf Gegentore (2:5) hagelte, sorgt im Devils-Lager nicht für Verunsicherung: "Ich denke, wir haben ein gutes Spiel gespielt, hatten aber Pech mit ein paar Abprallern", so Schmid. "In einem Spiel 7 wollen wir wieder unser Spiel spielen und die Dinge nicht verkomplizieren. Wir gehen es an, wie jedes andere Spiel." Auch Hischier hat die Lehren für seine Mannschaft gezogen: "Wir müssen von der Strafbank wegbleiben und die Fehler in der Defensivzone bereinigen, die zu ein paar freien Gegenspielern in unserem Slot geführt haben."

New Yorks Offensive im Aufwärtstrend

Zwischenzeitlich hatten die Rangers Probleme mit ihrer Produktivität in der Offensive: In den Spielen 3, 4 und 5 hatte New York zusammengerechnet nur zwei Tore erzielt. Das aber änderte sich in Spiel 6, das die Rangers mit 5:2 gewinnen konnten. "Es ist schön, auf der Anzeigetafel aufzutauchen und es uns selbst bewiesen zu haben, dass wir es können", sagte New Yorks Center Vincent Trocheck. "Wir haben begriffen, wie wir es angehen müssen. Es ist sogar einfacher und direkter." Gemeint ist mehr Zeit in der Offensivzone, mehr Schüsse und insbesondere mehr Verkehr vor Devils-Torwart Schmid. "Hoffentlich hat es ihn in Spiel 6 ein wenig durchgeschüttelt", so Trocheck über den Schweizer Goalie. "Er ist ein richtig guter Torhüter, der in den letzten drei Partien richtig gut gespielt hat. Wir erwarten wieder seine beste Leistung und müssen sicherstellen, dass auch wir ihn mit unserer besten Leistung konfrontieren."

Kreider mit drei Punkten beim 5:2 in Spiel 6

Rangers zehren von Spiel-7-Erfahrung

Erfahrung ist insbesondere in den Playoffs unbezahlbar. Die Rangers haben sich vor der Trade-Deadline mit Stanley Cup Champions wie Patrick Kane und Vladimir Tarasenko dazugeholt. "Wir wissen, was es braucht", so Abwehrspieler Jacob Trouba. 16 von 18 Rangers-Spielern in der Aufstellung haben bereits ein Spiel 7 absolviert. Hinzu kommt Torwart Igor Shesterkin. Im Vergleich dazu haben die Devils nur zehn Spieler mit Game-7-Erfahrung. "Für mich persönlich ist es einfacher, sich mental auf ein Spiel 7 vorzubereiten", sagt Angreifer Vladimir Tarasenko. "Wenn du ein Spiel 6 spielst, dann überlegst du, was passieren könnte. Ein Spiel 7 ist ziemlich einfach: Mit einem Sieg bist du weiter, mit einer Niederlage bist du draußen. Es ist ein großer Moment und genau für diese Momente spielen wir. Wir freuen uns auf diese Herausforderung."