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Am Sonntag (10 p.m. ET; NHL.tv; Mo. 4 Uhr MESZ) steht in der 2. Runde der Stanley Cup Playoffs 2023 ein Elimination Game an: Die Vegas Golden Knights können auswärts im Rogers Place bei den Edmonton Oilers den Serien-Sieg (Stand 3:2) und den Einzug ins Western Conference Finale perfekt machen. Kann der deutsche Superstar Leon Draisaitl helfen das drohende Aus in Spiel 6 abwenden?

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:

Die Oilers wären an der Reihe

In einer engen Serie zwischen Vegas und Edmonton konnte noch kein Team zwei Spiele in Folge gewinnen: Die Golden Knights zogen Spiel 1, 3 und 5, die Oilers gewannen Spiel 2 und 4. Bleibt diese Regelmäßigkeit bestehen, wären nun erneut die Kanadier für Spiel 6 an der Reihe. "Wir müssen jetzt zwei Spiele in Folge gewinnen, was wir schon in den Playoffs, aber auch davor schon in der regulären Saison geschafft haben. Wir können das also", sagte Edmontons Stürmer Zach Hyman. "Wir haben viel Selbstvertrauen in unserer Kabine und können unser Bestes geben, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen. Wir freuen uns also auf diese Möglichkeit." Für diese Partie kehren die jeweiligen Top-Verteidiger nach Sperren zurück: Bei Edmonton ist Darnell Nurse wieder einsatzbereit, bei Vegas kehrt Alex Pietrangelo zurück. "Wir haben vollstes Vertrauen in unsere Fähigkeit, zurückzuschlagen", erklärte Oilers-Trainer Jay Woodcroft. "Wir waren selbst schon in dieser Situation, dass der Druck plötzlich auf dir liegt, wenn du das vierte Spiel einer Serie gewinnen kannst. Der Druck liegt jetzt also auf Vegas, die in unsere Arena kommen und uns in Edmonton rausschmeißen wollen. Wir müssen einen Weg auf heimischem Eis finden, an einem Ort, an dem wir uns wohlfühlen."

Wechselt Edmonton den Starter?

Mit welchem Torwart die Oilers Spiel 6 angehen werden, steht noch nicht fest. Der in Edmonton geborene Rookie-Goalie Stuart Skinner (24) erhielt zwar zwölf Starts in Folge, könnte nach vier Gegentreffern auf 22 Schüsse und einer Fangquote von 81,8 Prozent in Spiel 5 aber dem erfahreneren Jack Campbell (31) weichen. Letzterer erhielt bislang drei Einsätze und kann starke Statistiken (1,19 Gegentore/Spiel, 95,7 Prozent Fangquote) vorweisen. "Ich werden mir das Recht nehmen, mir die Zeit zu nehmen, bevor ich eine Entscheidung treffe", ließ sich Oilers-Trainer Jay Woodcroft nicht in die Karten schauen. "Ich habe Stuart schon ein paarmal ausgewechselt, dabei ging es aber eher darum, das Momentum zu bremsen und etwas zu verändern. Es lag also am Team und nicht an einem einzelnen Spieler. Wir glauben, dass wir in unserer Kabine Lösungen finden können. Als Jack reinkam, hat er seinen Job gemacht und war ein wichtiger Teil unserer Mannschaft."

Draisaitls Ladehemmung zur Unzeit

Viel Verantwortung ruht in diesem Elimination Game natürlich wieder auf den Superstars. So auch auf den Schultern des Oilers-Stürmers Draisaitl. Der 27-jährige Kölner ist mit 13 Treffern der Top-Torjäger in den Playoffs 2023. Allerdings traf er seit drei Spielen nicht mehr. In dieser Zeit verloren die Oilers zwei von drei Partien. Draisaitl steuerte einen Assist bei, gab acht Torschüsse ab und kam auf eine Plus-Minus-Bilanz von -3. Dass der Deutsche gegen die Golden Knights treffen kann, zeigte er in den ersten beiden Spielen dieser Serie mit satten sechs Toren - nun muss Draisaitl nachweisen, sein Pulver noch nicht verschossen zu haben.

Leon Draisaitl mit seiner Punkteserie von 8-Spielen

Auf Playoff-Novize Eichel ist Verlass

Bei den Golden Knights stehen Jack Eichel und Mark Stone im Fokus. Eichel (26) spielt seine ersten Stanley Cup Playoffs überhaupt und enttäuscht nicht: Mit 13 Scorerpunkten (6-7-13) aus zehn Spielen ist der US-Amerikaner der Top-Scorer bei den Golden Knights und stellte mit dieser Ausbeute einen neuen Franchise-Rekord für die meisten Punkte in den ersten zehn Spielen eines Playoff-Runs auf. Alleine in der Serie gegen die Oilers sammelte Eichel schon acht Punkte in fünf Partien (3-5-8). Knapp hinter ihm steht Stone mit zwölf Scorerpunkten (5-7-12). Der Kanadier zelebriert seine Torjubel besonders emotional und reißt damit Fans und Teamkollegen mit. Wird es dieses Bild auch in Spiel 6 in Edmonton zu sehen geben?

VGK@EDM, Sp3: Eichel zu Golden Knights 3-Tore-Führung

Die Special Teams als entscheidender Faktor

Auch in Spiel 6 werden die Special Teams eine tragende Rolle spielen. Das gilt insbesondere für die Oilers, die extrem abhängig von ihrem brandgefährlichen Powerplay (47,4 Prozent Erfolgsquote) sind. Das gilt in besonderem Maße für die Serie gegen die Golden Knights: Die Oilers erzielten neun von 17 Toren gegen die Golden Knights im Powerplay (9/22; 40,9 Prozent), bei Gleichzahl gelangen nur sieben (!) Treffer (ein Tor war in Unterzahl). "Unser Powerplay ist natürlich großartig, aber du musst es auch schaffen, bei 5-gegen-5 zu treffen", weiß Draisaitl. "Wir müssen uns das anschauen und uns darum kümmern." Teamkollege Connor McDavid ordnete die Rolle der Special Teams ebenfalls ein: "Beide Teams haben nicht tonnenweise Chancen bei 5-gegen-5 generiert. "Wir können uns bei Gleichzahl steigern und werden herausfinden, was wir dafür tun müssen." Einen Lösungsansatz hat Oilers-Verteidiger Mattias Ekholm parat: "Wir müssen mehr schießen. Wenn wir nicht schießen, dann schaut ihr Torwart gut aus. Wir müssen also mehr Pucks und Spieler zum Tor bringen. Es mag ein Klischee sein, aber manchmal sind es die einfachen Dinge. Wir müssen mehr dreckige Tore erzwingen, ein Abfälscher hier, ein Abstauber da." Vegas steht übrigens bei 18,4 Prozent im Powerplay (18,2 Prozent in dieser Serie) und nur 58,8 Prozent im Penalty Killing (59,1 Prozent in dieser Serie). Die Golden Knights müssen also von der Strafbank wegbleiben und weiterhin so gut bei 5-gegen-5 produzieren (29 von 36 Toren fielen bei Gleichzahl, 28 davon bei 5-gegen-5).