VGK@COL, Sp5: Stone schießt hoch zum OT-Sieg ein

Die Colorado Avalanche gingen als eindeutiger Favorit in die Best-of-Seven-Serie der Stanley Cup Second Round gegen die Vegas Golden Knights, obwohl beide Mannschaften die reguläre Saison punktgleich abgeschlossen hatten und Colorado nur aufgrund der größeren Anzahl der Siege in regulärer Spielzeit die Presidents Trophy gewann. Zumindest, wenn man den aufgerufenen Wettquoten Vertrauen schenken kann, was den Favoriten angeht. Diese sahen sich bestätigt, als die Avalanche Spiel 1 mit 7:1 dominierten und Spiel 2 mit 3:2 nach Verlängerung gewannen. Konsequenz war die 2:0-Führung nach Spielen für Colorado und keine gute Ausgangsposition für Vegas vor ihren Heimspielen.

Für etwas dunkle Flecken in der Zuversicht des Favoriten hatte lediglich gesorgt, dass die Golden Knights schon im zweiten Spiel die bessere Mannschaft waren und Wege gefunden hatten, den Elan der Avalanche und besonders von deren Top-Reihe zu stoppen.
Auch in Spiel 3 in Las Vegas schien alles seinen Gang zu nehmen, als die Avalanche trotz erneut spielerischer Unterlegenheit zum Beginn des dritten Drittels mit 2:1 führten und auf eine wohl vorentscheidende 3:0-Führung in der Serie hinsteuerten. Doch die Golden Knights drehten durch zwei Tore innerhalb von 45 Sekunden ab der 56. Minute die Partie und verkürzten die Serie.
In Spiel 4 mussten die Golden Knights einen frühen Rückstand in der 2. Minute wegstecken, ehe sie mit fünf unbeantworteten Treffern einen deutlichen Sieg und den Serienausgleich herbeiführten. Schon bis zu diesem Zeitpunkt haben sie bewiesen, dass sie mit Rückschlägen umgehen können.
Diesen Roman erweiterten die Golden Knights in Spiel 5 zurück in Denver um ein weiteres Kapitel. Als alle schon mit einem torlosen ersten Drittel rechneten, brachte Brandon Saad die Avalanche 1,8 Sekunden vor der Sirene mit 1:0 in Führung, die Joonas Donskoi in der 37. Minute auf 2:0 ausbaute. Vegas wirkte nach 40 Minuten kraftlos und ausgelaugt. Gerade einmal zwei ihrer 14 Torschüsse auf Avalanche-Torhüter Philipp Grubauer kamen von ihren Stürmern. Und wieder wurde die Rechnung von allen, die sie bereits abschrieben, ohne die Golden Knights selbst gemacht.

VGK@COL, Sp5: Marchessault nutzt Pass zum Ausgleich

"Wir sind eine Mannschaft, die an sich glaubt und mit Rückschlägen umgehen kann, das haben wir heute wieder bewiesen", beschrieb Vegas-Stürmer Alex Tuch ihre Widerstandskraft. Er selbst leitete die Wende mit seinem Anschlusstreffer in der 42. Minute ein, ehe Jonathan Marchessault nur knapp drei Minuten später ausgleichen konnte.
"Ich fand, dass sie im zweiten Drittel das bessere Team waren", betonte Marchessault. "Aber seit vier Jahren sind wir eine Mannschaft, die viel Widerstandskraft zeigt und sich nicht zurücklehnt. Wir wussten, dass wir eine Chance haben werden, wenn wir im dritten Drittel hart arbeiten würden und das haben wir getan. Wir haben das Ding ausgeglichen und am Ende gewonnen."
Den Sieg brachte Fleury mit zahlreichen Paraden am Ende des dritten Drittels und am Anfang der Overtime und schließlich Mark Stone, der im Gegenzug nach Colorados Chance, frei vor Grubauer mit einem platzierten hohen Schuss die Begegnung bereits nach 50 Sekunden in der Verlängerung beendete.
Alle drei Treffer von Vegas resultierten aus Turnover, die die Avalanche wegen unnötigen Puckverlusten herschenkten. Allerdings haben die Golden Knights diese teilweise durch ihre aggressive Spielweise erzwungen und andererseits das notwendige Kapital daraus geschlagen. Das zeichnet eine Spitzenmannschaft aus.

VGK@COL, Sp5: Tuch schlägt Puck aus der Luft ins Netz

"Ich habe schon vor der Serie gesagt, dass wir ihre Chancen limitieren müssen, weil wenn man ihnen zu viele gibt, dann werden sie einen dafür bezahlen lassen", merkte Colorados Trainer Jared Bednar an, der durch eine Umstellung seiner Reihen wieder mehr Schwung in das Angriffsspiel seiner Männer bringen wollte. Die Maßnahme, Brandon Saad anstelle von Gabriel Landeskog in die erste Reihe zu beordern, fruchtete weitgehend und zeigte Wirkung.
"Es war kein Spiel wie die letzten beiden", analysierte Vegas-Trainer Peter DeBoer. "Wir kommen in deren Gebäude, wo sie zuletzt fast 20 Spiele (17-0-1) nicht verloren haben. Wir wussten, dass es Momente geben würde, wo wir den Sturm standhalten müssen und nicht zusammenbrechen. Das haben wir geschafft. Wir haben einen Weg gefunden zu gewinnen und das ist das entscheidende."
Die Golden Knights haben die große Chance, die Serie in Spiel 6 am Donnerstag (9 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 3 Uhr MESZ) in ihrer T-Mobile Arena vor ihren Fans zu beenden und vorzeitig in das Stanley Cup Halbfinale gegen die Montreal Canadiens einzuziehen.