„Es fehlt die Konstanz in unserem Spiel“, suchte auch Angreifer Jaden Schwartz ein wenig schmallippig nach Erklärungen für die Flaute im Sturm. „Manchmal suchen wir noch einen extra Pass. Wir haben nicht genug Zeit in der Offensivzone kreiert. Wenn du keine Tore schießt, dann musst du dahin gehen, wo es wehtut. Wir hatten gute Chancen, ihr Torwart hat ziemlich gute Paraden gezeigt und sie haben zur richtigen Zeit selbst getroffen. Wir haben ein paar Dinge gut gemacht, aber waren nicht gut genug im Abschluss.“
Bis zur Hälfte des Spiels stand es 0:0, dann aber brachte Colton Sissons die Predators in Unterzahl auf die Anzeigetafel (31.). Offenbar ein Wirkungstreffer.
„Es war ein enges Hockeyspiel. Der Wendepunkt war das Gegentor in Überzahl, wovon sie viel Momentum für die zweite Hälfte des zweiten Drittels mitgenommen haben“, analysierte Seattles Trainer Dave Hakstol. „Was die Offensive angeht, so würde ich nicht sagen, dass sie chaotisch war, aber wir haben zu oft am Tor vorbeigeschossen. Die eine Seite ist, sich gute Chancen herauszuspielen, die andere, sie am Ende auch zu nutzen. Daran müssen wir jetzt arbeiten.“
Viel Lob für Grubauer
Die Hausherren aus Music City kreierten jedoch über das gesamte Spiel mehr Torschüsse: Nashville war diesbezüglich im ersten (15:12 Schüsse) und zweiten Drittel (13:4) klar überlegen. Einzig Grubauer war es zu verdanken, dass über eine halbe Stunde die Null stand. Der gebürtige Rosenheimer wehrte 32 der 34 Predators-Schüsse ab (94,1 Prozent Fangquote), musste sich allerdings bei einem von Gustav Nyquist abgefälschten Schuss zum 0:2 geschlagen geben (51.). Beim Empty-Net-Tor von Juuso Parssinen zum 0:3 stand Grubauer schon nicht mehr zwischen den Pfosten (59.).
„Grubi war großartig“, lobte Gourde seinen Schlussmann trotz der Niederlage. „Ich finde, dass er erneut unglaublich gespielt hat. Er hat uns die ganze Zeit im Spiel gehalten. Insbesondere in dieser 3-gegen-5-Situation zu Beginn des zweiten Drittels. Wir müssen ihn besser unterstützen und vorne ein paar Tore schießen.“
Seattles Starter hatte zuvor schon im Auswärtsspiel bei den Golden Knights versucht, die Kohlen aus dem Feuer zu holen und stoppte 24 von 27 Torschüssen (88,9 Prozent Fangquote). Auch in Unterzahl war voll auf Grubauer Verlass: Bislang sieben Unterzahlsituationen in zwei Spielen überstand der 31-Jährige ohne Gegentor.
„Grubauer war in beiden Spielen solide. Er hat uns die Chance gegeben, zu gewinnen und hat gut gespielt“, hob auch Hakstol die Leistungen des Torhüters noch einmal hervor. „Er war hochkonzentriert, hat den Puck immer wieder gefunden und mir hat seine Arbeitseinstellung gefallen.“
Knackiges Auftaktprogramm
Auch aus diesen Gründen ist Grubauer einer der ultimativen Publikumslieblinge in Seattle. Spektakuläre Saves, eine beeindruckende Athletik und eine erstaunliche Ruhe in brenzligen Situationen – dafür steht der Rosenheimer wie kaum ein anderer Torwart in der NHL.