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Maple Leafs auf dem Weg zum Titelkandidaten

NHL.com/de 31 in 31: Toronto hat weitere Puzzleteile hinzugefügt und könnte einer der Favoriten der Saison sein

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Toronto Maple Leafs.

286 Mal netzten die Toronto Maple Leafs in der vergangenen Saison ein. Die viertbeste Offensive der Liga brachte acht Spieler mit über 40 Punkten hervor und gab in jedem Match durchschnittlich 33,4 Schüsse ab (Rang 4). In der ersten Playoffrunde zwangen die Leafs den späteren Finalisten, die Boston Bruins, bis in ein entscheidendes siebtes Match.

Doch auch in der finalen Partie der Saison wurde die Schwachstelle der Maple Leafs deutlich. Fünf Gegentreffer in Boston waren einfach zu viel und so musste die Saison erneut ohne langen Playofflauf beendet werden.

In der Sommerpause wurde genau an der Schwachstelle gearbeitet. Die zwöltschlechteste Defensive der Liga wurde deutlich verstärkt und Toronto zum ernsthaften Titelkandidaten entwickelt.

 

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Die Schlüsselspieler

In der Offensive ist die Verteilung der Last abhängig vom weiteren Vertragspoker mit Mitchell Marner. Der Top-Scorer der Vorsaison hat bislang keine unterschriebenen Arbeitspapiere für die Spielzeit 2019-20. Nach der Verpflichtung von John Tavares in der Free-Agent-Phase 2018 konnte die Last im Angriff auf mehrere Schultern verteilt werden. Mit Marner, Auston Matthews und Tavares konnten drei Stürmer über einen Punkt pro Partie erzielen. Matthews kam trotz einer Verletzung und nur 68 absolvierten Matches auf 73 Zähler. Tavares (88 Punkte) und Marner (94) konnten alle 82 Saisonspiele der Hauptrunde absolvieren.

In der kommenden Spielzeit müssen, stand jetzt, Matthews und Tavares den fehlenden Marner ersetzen. Außerdem ging die Verbesserungen in der Defensive Torontos zu Lasten der Tiefe in der Offensive, etwas, das die Maple Leafs durchaus kompensieren können.

Video: TOR@ANA: Rielly nutzt Marners Vorlage in Verlängerung

Mit Morgan Rielly steuerte auch ein Verteidiger in Toronto mehr als 70 Punkte (72) bei. Rielly war damit jedoch der Einzelkämpfer in der Defensive. Erst mit weitem Abstand folgte der noch vertragslose Jake Gardiner. Verstärkung im Verteidigerverbund erhält Rielle durch die beiden Neuverpflichtungen Tyson Barrie und Cody Ceci. Beide Neuzugänge werden direkt eine Schlüsselrolle einnehmen müssen, um die Tiefe im eigenen Drittel zu erhöhen.

Im Tor liegt die Last auf Vielspieler Frederik Andersen. Der Däne absolvierte in der vergangenen Spielzeit 60 Partien, die siebtmeisten in der Liga. Unter den Goalies mit 60 oder mehr Matches lag Andersen mit 91,7 Prozent parierten Schüssen auf Rang zwei. Auf die Form des 29-jährigen Schlussmanns wird es bei Torontos Anlauf auf eine lange Saison ankommen.

Sie könnten nachrücken

Der Kader der Maple Leafs ist darauf ausgerichtet, in die Riege der Titelkandidaten vorzustoßen. Entsprechend schwierig ist es für die Nachwuchsspieler den Weg in die NHL-Mannschaft zu finden. Besonders drei Akteure mit schwedischen Wurzeln könnten den Sprung schaffen.

Timothy Liljegren wurde 2017 an 17. Position von Toronto gedraftet. Der 20-jährige Verteidiger verbrachte die beiden vergangenen Jahre in der AHL und konnte sich auf die ersten NHL-Einsätze vorbereiten. Aktuell ist davon auszugehen, dass er diese in der kommenden Saison absolvieren wird. Als Offensivverteidiger muss Liljegren besonders an seiner Arbeit im eigenen Drittel arbeiten, um sich dauerhaft im Leafs-Kader festsetzen zu können.

Ein weiterer Verteidiger, der 2019-20 die ersten Einsätze in der NHL erhalten könnte, ist Rasmus Sandin. 2018 an 29. Stelle gedraftet, verbrachte er die vergangene Saison in der AHL bei den Toronto Marilies. Der 19-jährige Defender überzeugt durch sein gutes Auge, dürfte jedoch unter der stark gewachsenen Konkurrenz an der blauen Linie leiden.

Die Chancen für den dritten Schweden im Bunde stehen noch schlechter. Dymtro Timashov ist ein 22-jähriger Flügelspieler, der 2015 in der fünften Runde (Position125) gezogen wurde. Mit stetig verbesserten Leistungen in den vergangen drei AHL-Spielzeiten hat sich der ukrainisch-schwedische Angreifer in die Position gebracht erste Einsätze in der besten Liga zu erhalten.

Noch vor Timashov dürfte jedoch Jeremy Bracco, der einzige Nicht-Schwede in dieser Auflistung seine Chance bei den Maple Leafs erhalten. Der 22-jährige Rechtsaußen konnte bei den Marlies in der Vorsaison 79 Punte (22 Tore, 57 Assists) erzielen und war damit Top-Scorer des Teams. Bislang reichte es für den 2015 an 61. Position (2. Runde) gedrafteten Angreifer noch nicht für NHL-Einsätze, das könnte sich nun ändern.

Stärken

Die Liste der Stärken der Maple Leafs ist, wie für einen Titelkandidaten zu erwarten, lang. Mit Tavares und Matthews verfügt Toronto über das vermutlich beste Center-Duo der NHL. Auch sonst ist die Offensive mit torgefährlichen Spielern gespickt. Trotz der Klasse sind die Leafs im Angriff durchschnittlich erst 25,9 Jahre alt. Von einer Weiterentwicklung der viertbesten Offensive der Vorsaison ist auszugehen.

Mit Andersen kann sich Toronto auf einen herausragenden Torhüter verlassen. Auch Andersen ist mit 29 Jahren noch nicht auf seinem Zenit angelangt und dürfte die Leistungen der vergangenen Jahre bestätigen können.

In der Defensive haben die Maple Leafs massiv aufgerüstet. Mit Ceci und Barrie unterstützen zwei weitere offensivstarke Verteidiger den bereits etablierten Rielly. Die Feuerkraft von der eigenen blauen Linie und die diversen Optionen im Spielaufbau machen Toronto noch unberechenbarer für die Gegner.

Entwicklungspotenzial

Während die offensive Seite der Verteidigung gestärkt wurde, bleibt bei dem Blick auf die defensiven Aufgaben ein Fragezeichen stehen. Trotz des herausragenden Andersen zwischen den Pfosten musste Toronto in der Vorsaison 251 Gegentreffer hinnehmen. Mit den Verpflichtungen in der Sommerpause wurden Verteidiger ergänzt, deren Stärken eher im Spielaufbau liegen. Es besteht die Gefahr, dass die Aufräumarbeit vor dem eigenen Tor vernachlässigt wird und der Gegentorschnitt die Titelträume der Leafs zunichte macht.

 

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Durch die Tauschgeschäfte um Ceci und Barrie musste Toronto Tiefe in der Offensive einbüßen. Nazem Kadri ist der wohl prominenteste Abgang. Es bleibt abzuwarten, wie die Maple Leafs mit der geringeren Kadertiefe klarkommen und wer die entstandenen Lücken schließen kann.

Playoff-Chancen

Alles außer einer Playoff-Teilnahme wäre für Toronto eine herbe Enttäuschung. Mit den getätigten Verbesserungen am Kader ist nicht nur die Teilnahme an der Schlussrunde das Ziel der Maple Leafs. Viel mehr soll ein langer Playoff-Lauf folgen, der möglicherweise mit einer Trophäe gekrönt werden kann. Eine Verlängerung von Marner würde die Chancen in Toronto noch weiter verbessern.

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