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Für sie hatte sich das lange Warten ausgezeichnet

13 Jahre wartete Alex Ovechkin auf den Stanley Cup Gewinn. Vor ihm mussten einige Spieler noch mehr Geduld aufbringen

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Am 23. März 2018 erhielt Shane Gersich einen Einstiegsvertrag über zwei Jahre bei den Washington Capitals. Nach drei regulären Saisoneinsätzen und zwei Playoffpartien auf dem Profi-Konto, steht in der Vita des 21-Jährigen 'Stanley Cup Champion 2018'. Noch ganz am Anfang einer NHL-Laufbahn stehend, gelang es fünf weiteren Rookies der Capitals den begehrten Pokal zu gewinnen.

Alex Ovechkin, seines Zeichens Teamkapitän der Capitals, benötigte hierfür 1003 NHL-Partien und 121 Playoff-Auftritte, in denen ihm 668 Tore (607 + 61) sowie 571 Assists (515 + 56) gelangen. Der 32 Jahre alte russische Ausnahmestürmer ist damit der 16. Spieler in der Geschichte der NHL, der die begehrte Trophäe erstmals in Empfang nehmen durfte, nachdem er bereits über 1000 NHL-Spiele bestritten hat und der dritte, dem in regulären Saisonpartien mehr als 600 Tore glückten, bevor er sich über eine Meisterschaft freuen durfte.

Video: WSH@VGK, Sp5: Capitals mit dem Stanley Cup

13 Spielzeiten lang blieb der Russe den Capitals treu und er gab nie die Hoffnung auf, dass er beim gleichen Klub, der ihn gedraftet hatte, auch den ganz großen Erfolg erringen würde. Eine solche Ausdauer bewies in der Vergangenheit nur Steve Yzerman, der in der Spielzeit 1983/84 erstmals seine Schlittschuhe für die Detroit Red Wings schnürte und 13 Jahre darauf, im Anschluss der Saison 1996/97, den Stanley Cup in Empfang nahm.

Auf eine NHL-Karriere von 21 Jahren bei den Boston Bruins ohne Cup-Gewinn, blickte NHL-Legende Ray Bourque zurück, als er sich im Frühjahr 2000 dazu entschied beim damaligen Titelaspiranten Colorado Avalanche anzuheuern. Im darauffolgenden Jahr sollte dem Verteidiger der Coup gelingen. Die Avalanche bezwangen im Stanley Cup Finale 2001 die New Jersey Devils in sieben Spielen. Teamkapitän Joe Sakic gab bei der Siegerehrung den Cup an den überglücklichen 40-jährigen Blueliner mit der Nummer 77 auf dem Rücken weiter.

Siebenmal qualifizierte sich am Anfang seiner eindrucksvollen Karriere Linksaußen Luc Robitaille mit den Los Angeles Kings für die Playoffs. Nachdem die Kalifornier die Endrunde 1994 verpasst hatten, heuerte er für ein Jahr bei den Pittsburgh Penguins an und für weitere zwei bei den New York Rangers. Anschließend zog es ihn wieder zurück nach L.A. 2001 fällte Robitaille die Entscheidung einen 2-Jahresvertrag bei den Red Wings zu unterzeichnen, die als heißer Anwärter auf einen Meistertitel in die Saison 2001/02 starteten. Mit Dominik Hasek und Verteidiger Steve Duchesne standen noch zwei weitere Spieler im Aufgebot der Red Wings, die heiß auf ihren ersten Stanley Cup Ring waren, da sich ihre aktive Laufbahn langsam dem Ende näherte. Robitaille gelang das Vorhaben nachdem er in 1205 NHL-Partien 620 Tore und 668 Assists erzielt hatte.

 

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Noch deutlich mehr Spiele absolvierte, und auch häufiger als Robitaille traf Dave Andreychuk für die Buffalo Sabres, Toronto Maple Leafs, New Jersey Devils, Boston Bruins, Colorado Avalanche und Tampa Bay Lightning ins Schwarze (1597 Spiele, 634 Tore, 686 Assists), bevor er seine beeindruckende Karriere krönte. Im Alter von 40 Jahren, bei seinem sechsten Arbeitgeber war es endlich soweit: NHL-Commissioner Gary Bettman überreichte im St. Pete Times Forum von Tampa Andreychuk den Pokal, nachdem die Lightning im siebten Spiel des Stanley Cup Finales 2004 die Calgary Flames bezwungen hatten.

Zwei Jahre später gab es mit den Carolina Hurricanes erneut ein Franchise, das zum ersten Mal den Cup gewann. Auch sie führte ein Teamkapitän an, der schon auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblickte. Rod Brind'Amour, 1988 von den St. Louis Blues gedraftet, wurde im Anschluss der Spielzeit 1990/91 von den Blues an die Philadelphia Flyers abgegeben. Die Flyers einigten sich während der Spielzeit 1999/2000 mit den Hurricanes auf einen Trade des Centers, der 2006, bei seiner zweiten Finalteilnahme nach 2002, den Eishockey-Olymp erklommen hatte.

 

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Weitere Spätberufene, die in den 2000er Jahren zum ersten Mal triumphieren durften, nachdem sie über 1000. NHL-Spiele bestritten hatten, waren Teemu Selanne (Anaheim Ducks, 2007), dessen finnischer Landsmann Kimmo Timonen (Chicago Blackhawks, 2015) und Dallas Drake (Detroit Red Wings 2008).

Und wer kommt als Nächstes? Ein Patrick Marleau (Toronto Maple Leafs, 1575 Spiele), ein Joe Thornton (San Jose Sharks, 1493 Spiele) oder ein Rick Nash (Boston Bruins, 1060 Spiele) hätten sicher nichts dagegen, in die Liste der Cup-Gewinner aufgenommen zu werden.

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