1977-Montreal-Canadiens

In der NHL stehen derzeit die beiden Conference Finale 2023 auf dem Programm. In jedem Jahr ist es eine besondere Herausforderung die begehrte Trophäe zu erringen. Doch wer sind eigentlich die besten Teams aller Zeiten? Dieser Frage ist NHL.com/de in der neuen Serie 'Champion of Champions', die in sechs Teilen präsentiert wird, nachgegangen.
In dieser Folge: Rang 2 - Die Montreal Canadiens der Saison 1976/77

Montreal hat im Laufe seiner langen Ligageschichte eine unglaubliche Anzahl hochtalentierter Mannschaften hervorgebracht. Tatsächlich haben einige der größten Spieler in der Historie der NHL das Traditionstrikot der Canadiens getragen. Das Spektrum reicht dabei von Legenden wie Maurice "Rocket" Richard bis hin zu Guy Lafleur und vielen anderen Top-Spielern.

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Von allen hochkarätigen Teams, die die Canadiens im Laufe der Jahrzehnte hatten, war die Mannschaft von 1976/77 eine der besten. In unserem Ranking landete dieses Team daher auf Platz zwei.
Die Canadiens verfügten in den 1970er Jahren über einen beneidenswerten Kader, der in der Saison 1976/77 seinen sportlichen Höhepunkt erreichte. Angeführt von neun zukünftigen Hall of Famern, darunter einige der besten Torjäger, Verteidiger, Stürmer und Torhüter aller Zeiten, waren sie in dieser Phase von der Konkurrenz fast nicht zu stoppen. Ihr Torwart Ken Dryden konnte sich von Zeit zu Zeit sogar den Luxus erlauben, die Dominanz der Mannschaft auf dem Eis entspannt aus der Ferne zu bestaunen.
General Manager Sam Pollock brauchte während der Saison keine Transfers mehr zu tätigen, um dieses Team noch besser zu machen. So groß waren die Dominanz und das Selbstvertrauen. Kein Wunder, wenn man Spieler wie Steve Shutt, Guy Lapointe, Larry Robinson, Jacques Lemaire, Yvan Cournoyer, Serge Savard, Bob Gainey, Lafleur und Dryden in seinem Kader und einen Trainer der Hall of Fame wie Scotty Bowman auf der Gehaltsliste stehen hat. Da bleiben nicht viele Wünsche offen. Am Ende ihrer Karrieren kamen diese Spieler auf 2502 Tore und 6388 Punkte. Coach Bowman brachte es auf 1248 Siege in der regulären Saison und neun Stanley Cups. Die Canadiens verfügten seinerzeit praktisch über ein NHL All-Star Team, das in der Lage war, jede Mannschaft an jedem beliebigen Abend zu besiegen.

Lemaire beendet Serie mit Sieg in der Verlängerung

Ein Blick auf die Saisonstatistik aus dieser Zeit macht die unglaubliche Dominanz dieses teams deutlich. Mit einer bis dahin beispiellosen Statistik von 60 Siegen und nur acht Niederlagen nach regulärer Spielzeit waren die Canadiens es gewohnt, nahezu jedes Spiel zu gewinnen. In 80 Spielen holte die Mannschaft in der Hauptrunde 132 Punkte und führte die NHL mit elf Punkten Vorsprung an. Offensiv dominierte sie mit 387 Toren die Liga und war auch defensiv mit nur 171 Gegentoren äußerst sattelfest. Eine Tordifferenz von plus 216 spricht für sich.
Um am Ende eine solche Bilanz vorweisen zu können, bedarf es einer ganzen Reihe von Spitzenspielern. Angeführt von Lafleur, der mit 56 Toren und 136 Punkten sein (damaliges) Karrierehoch erreichte, und Shutt, der mit 60 Toren und 105 Punkten eine neue Bestmarke aufstellte, besaßen die Canadiens zwei herausragende Offensivkräfte. Neben diesem legendären Duo hatten sie in dieser Saison noch sechs weitere Akteure, die mindestens 20 Tore erzielten, und acht, die mindestens 50 Punkte sammelten. Die Stürmer waren nicht die einzigen Akteure, die für die Offensive sorgten. Robinson und Lapointe erzielten zusammen 44 Tore und 161 Punkte, und Savard gelangen neun Tore und 42 Punkte. Die Canadiens waren für die Konkurrenz schlicht unberechenbar.
Und wenn sie dem jeweiligen Gegner schon einmal eine Chance gaben, war meistens Goalie Dryden zur Stelle. Der spätere Hall of Famer, der 1971 als Rookie den Stanley Cup gewonnen hatte, war in dieser Phase seiner Karriere auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Er führte die Liga mit 41 Siegen und zehn Shutouts an.
Am Ende der Spielzeit gab es kaum eine Auszeichnung der Liga, die nicht an ein Mitglied der Canadiens vergeben wurde. Lafleur gewann zum zweiten Mal in Folge die Art Ross Trophy und den Lester B. Pearson Award sowie seine erste von zwei Hart Trophys. Robinson errang seine erste Norris Trophy und Dryden teilte sich die Vezina Trophy mit seinem Backup Michel Larocque.

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Beim All-Star Game 1977 waren ebenfalls zahlreiche Canadiens auf dem Eis: Dryden, Lapointe, Savard, Robinson, Lafleur und Gainey traten im Pacific Coliseum in Vancouver für das Western Conference All-Star Team an. Angeführt wurden sie von ihrem Coach Scotty Bowman, der zum zweiten Mal in Folge ein All-Star Spiel hinter der Bande betreute.
In der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 1977 trafen die Canadiens auf die St. Louis Blues, die damals von Gary Unger, der 30 Tore erzielte, und dem 20-jährigen Bernie Federko, der später in die Hall of Fame aufgenommen wurde, angeführt wurden. Das Team, das die Saison mit einer Bilanz von 32-39-9 abschloss, hatte gegen den großen Favoriten beim 0:4 in der Serie keine Chance. Insgesamt erzielten die Blus in den vier Begegnungen nur vier Tore, während die Canadiens mit 19 Treffern glänzten.
Von allen Kontrahenten, gegen die die Canadiens in der K.o.-Phase antreten mussten, stellten die New York Islanders die größte Herausforderung für Montreal dar. Die Islanders konnten die Spiel 3 und Spiel 5 mit 5:3 bzw. 4:3 für sich entscheiden. Die Canadiens setzten sich jedoch im siegbringenden Spiel 6 mit 2:1 durch und kamen eine Runde weiter.
Im Stanley Cup Finale waren die Boston Bruins kein großes Hindernis für die Canadiens. Es gab zwei relativ knappe Begegnungen in Spiel 3 und 4, die sie beide mit 4:2 bzw. 2:1 gewannen. Dryden machte in diesen Duellen den Unterschied aus, indem er 23 Schüsse in Spiel 3 und 25 Schüsse in Spiel 4 abwehrte. Die Serie ging glatt mit 4:0 glatt an die Canadiens. Shutt und Lafleur mit zusammengerechnet jeweils vier Toren und 14 Punkten waren einmal mehr die Sieggaranten für Montreal.
Belohnt wurden die Leistungen bei der gelungenen Titelverteidigung zusätzlich durch die Conn Smythe Trophy für Lafleur, der mit neun Toren und 26 Punkten in 14 Spielen auf sich aufmerksam machte. Auch die Darbietungen von Lemaire und Shutt, die in den Playoffs zusammen 15 Tore und 37 Punkte zu verzeichnen hatten, blieben besonders in Erinnerung.
Bisher erschienen in dieser Serie:
Rang 3 - Die New York Islanders der Saison 1981/82
https://www.nhl.com/de/news/serie-champion-of-champions-praesentiert-die-besten-teams-der-expansionaera/c-344555382
Rang 4 - Die Edmonton Oilers der Saison 1983/84
https://www.nhl.com/de/news/serie-champion-of-champions-praesentiert-die-besten-teams-der-expansionaera/c-344512982
Rang 5 - Die Pittsburgh Penguins der Saison 2016/17
https://www.nhl.com/de/news/serie-champion-of-champions-praesentiert-die-besten-teams-der-expansionaera/c-344467050?tcid
Das Verfolgerfeld - Die Ränge 6 bis 10
https://www.nhl.com/de/news/serie-champion-of-champions-praesentiert-die-besten-teams-der-expansionaera/c-344433168?tcid