Mit Don Nachbaur als verantwortlichem Mann an der Bande sollte es in der Saison 2020/21 endlich wieder nach oben gehen. Der Austro-Kanadier war als Spieler in der NHL für die Hartford Whalers, Edmonton Oilers und Philadelphia Flyers aktiv. Danach schlug er die Trainerlaufbahn ein. Vor seinem Engagement beim Schweizer Serienmeister arbeitete er drei Jahre als Assistenztrainer bei den Los Angeles Kings.
Doch auch unter Nachbaur stellte sich keine Besserung ein. Im Gegenteil: Die Berner steckten im Tabellenkeller fest. Daran konnte nicht einmal der von den Oilers ausgeliehene Stürmer Gaetan Haas etwas ändern. Er brachte es während seines Gastspiels in der Schweizer Heimat auf fünf Tore und drei Vorlagen aus 14 Einsätzen, bevor er nach Edmonton zurückkehren musste.
Anfang Dezember warf Nachbaur aufgrund der anhaltenden Misserfolge entnervt das Handtuch. Als Nachfolger setzten die SCB-Verantwortlichen Mario Kogler ein, der zuvor die Juniorenmannschaft betreut hatte. Zugleich entschloss man sich, auf den großen Erfahrungsschatz von Streit zurückzugreifen und ihn als "Skills Coach" stärker in die sportlichen Belange einzubinden.
Auf der Trainerbank steht der ehemalige Weltklasse-Verteidiger und Stanley Cup Champion von 2017 bei Liga-Auftritten seines Klubs aber nicht. Er gibt lediglich Ratschläge von der Tribüne aus. Nur bei Übungseinheiten ist er hautnah beim Geschehen auf dem Eis dabei.
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Für Streit war es eine Selbstverständlichkeit, in einer schwierigen Zeit zu helfen. "Der SCB ist für mich eine Herzensangelegenheit. Jetzt befinden wir uns in einer Notsituation. Deshalb bin ich nun präsenter", sagte er der Schweizer Tageszeitung Blick. "Gleichzeitig sah ich mich aber nicht in der Rolle eines Trainers. Das bin ich nicht. Mir fehlt da die Erfahrung. Zudem war ich 22 Jahre lang unterwegs. Es ist auch cool, mal sesshaft zu sein und eine gewisse Stabilität zu haben. Diese fehlt, sobald du dich fürs Trainerbusiness entscheidest."
Wunderdinge konnten allerdings weder Streit noch der neue Trainer Kogler vollbringen. Das lag nicht zuletzt daran, dass sich zu den sportlichen Schwierigkeiten ein weiteres Problem hinzugesellte. Weil etliche Berner Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, mussten im Januar zahlreiche Begegnungen verschoben werden. Als es wieder losging, fand die Mannschaft eher schlecht als recht ihren Rhythmus.
Ein Hoffnungsschimmer war der Pokalsieg gegen die ZSC Lions. In dieser Partie schöpfte die Belegschaft ihr Potenzial endlich einmal voll aus. Entsprechend zufrieden äußerte sich Coach Kogler im Anschluss auf der vereinseigenen Webseite. "Es ist ein gutes Gefühl, dass wir gewonnen haben. Die Jungs haben es sich verdient", betonte er.
Mit 39 Punkten aus 37 Spielen rangiert der SCB auf dem elften und damit vorletzten Tabellenplatz in der National League. Dennoch besteht nach wie vor die Chance, die Qualifikation für die Endrunde zu erreichen. Die Berner haben teilweise bis zu sechs Spiele weniger ausgetragen als die Konkurrenz. Der Rückstand zu den Rapperswil-Jona Lakers auf Platz zehn, der noch zur Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigt, beträgt im Moment vier Punkte. Auf den an neunter Stelle positionierten HC Ambri-Piotta fehlen fünf Zähler.
Die nächsten drei Wochen werden über das Wohl und Wehe des SCB in dieser Saison entscheiden. Bis Ende März stehen allein zwölf der verbleibendenden 15 Hauptrundenspiele auf dem Programm.