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Thomas Greiss die Nummer 1 im deutschen Tor

Deutschland und Schweiz vor dem WM-Start - Sturm baut auf NHL-Trio, Fischer beruft Malgin

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

KÖLN/PARIS - Der Countdown für die Weltmeisterschaft vom 5. bis 21. Mai in Deutschland und Frankreich läuft. Bundestrainer Marco Sturm und der Schweizer Nationalcoach Patrick Fischer haben in dieser Woche jeweils 25 Spieler benannt, mit denen sie das Turnier beginnen und in die K.o.-Runde einziehen wollen. Ein direktes Duell zwischen Deutschland und der Schweiz ist erst ab dem Viertelfinale möglich. Die Deutschen spielen ihre sieben Partien der Gruppe A in Köln, die Schweizer in Gruppe B in Paris. NHL.com/de stellt beide Teams unter spezieller Berücksichtigung der Akteure aus den nordamerikanischen Ligen vor.

Erfahrenes Trio und ein Shootingstar aus Übersee

Der Auftakt hätte nicht härter sein können: Mit den USA, Russland und Schweden trifft das deutsche Team gleich in den ersten drei Begegnungen auf potentielle Titelanwärter. Da kommt es Bundestrainer Sturm gerade recht, dass er nicht nur auf Spieler aus der DEL zurückgreifen kann, sondern ihm drei aktuelle NHL-Profis zur Verfügung stehen. Die Erfahrung von Goalie Thomas Greiss, Verteidiger Dennis Seidenberg (beide New York Islanders) und Stürmer Tobias Rieder (Arizona Coyotes) ist bei diesem schweren Turnier von unschätzbarem Wert für die deutsche Mannschaft.

Möglicherweise bleibt es nicht bei diesem Trio. Je nach Verlauf der Playoffs könnten noch Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Tom Kuhnhackl (Pittsburgh Penguins), Korbinian Holzer (Anaheim Ducks) oder Philipp Grubauer (Washington Capitals) zum Kader hinzustoßen. Sturm will sich nach eigenen Worten bis zuletzt diese Optionen offenhalten. Vor allem die Angreifer Draisaitl und Kühnhackl wären in ihrer derzeitigen Form eine wesentliche Verstärkung.

Zum Kapitän für die WM ernannte Sturm den 34-jährigen Christian Ehrhoff. Der Verteidiger der Kölner Haie hat ebenfalls eine NHL-Vergangenheit. 13 Jahre lang war er für mehrere Teams aktiv, bevor er im Sommer 2016 zurück nach Deutschland kam. "Er ist schon länger im Geschäft, ich habe selbst mit ihm zusammengespielt. Er hat es sich verdient, die Mannschaft zu führen", erläuterte der Bundestrainer seine Entscheidung im Gespräch mit Sport1. Ehrhoffs Assistenten sind Seidenberg und Moritz Müller von den Haien.

Video: PHI@NYI: Seidenberg bezwingt Neuvirth durch Beine

Auf die Nummer eins im Tor legte sich Sturm ebenfalls fest. Es handelt sich dabei wenig überraschend um Islanders-Goalie Greiss, der in der NHL-Hauptrunde zahlreiche überragende Spiele ablieferte. "Er wird die meisten Spiele bei der WM machen. Wir sind froh, dass er hier ist", sagte der Bundestrainer bei Sport1 über den 31-jährigen Schlussmann.

Wo die deutsche Mannschaft leistungsmäßig einzuordnen ist, lässt sich schwer einschätzen. In den Testspielen gab es mehr Niederlagen als Siege. Allerdings stand dem Bundestrainer zu Beginn der Vorbereitung noch nicht der komplette WM-Kader zu Verfügung. Darüber hinaus nutzte er die Freundschaftsvergleiche zu dem ein oder anderen Experiment. Immerhin glückte am Montag die Generalprobe mit einem 3:2 gegen Lettland in Ravensburg.

Dabei machte ein junger Bursche auf sich aufmerksam, den im Vorfeld niemand auf dem Radar hatte: Frederik Tiffels. Mit zwei Toren und einem Assist avancierte er zum Matchwinner und empfahl sich nachdrücklich für weitere Einsätze bei der WM. Der 21-jährige spielt bei der Western Michigan University. Mit 17 hatte er Deutschland verlassen, schloss in den USA die Highschool ab und wechselte dann zum College-Sport. Beim NHL Draft 2015 wurde er von Pittsburgh Penguins in der sechsten Runde an Gesamtposition 167 ausgewählt. Durch starke Leistungen bei den kommenden Aufgaben in Köln kann er bei den Spähern der NHL auf der Tribüne einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Das deutsche Aufgebot:

Torhüter: Thomas Greiss (New York Islanders), Felix Brückmann (Grizzlys Wolfsburg), Danny aus den Birken (EHC Red Bull München)

Verteidiger: Dennis Reul, Sinan Akdag (beide Adler Mannheim), Justin Krueger (SC Bern/Schweiz), Christian Ehrhoff, Moritz Müller (beide Kölner Haie), Konrad Abeltshauser (EHC Red Bull München), Dennis Seidenberg (New York Islanders), Frank Hördler (Eisbären Berlin),

Video: PIT@ARI: Rieder vom Punkt aus erfolgreich

Stürmer: Tobias Rieder (Arizona Coyotes), Brooks Macek, Yannic Seidenberg, Dominik Kahun (alle EHC Red Bull München), Marcus Kink, Matthias Plachta, David Wolf (alle Adler Mannheim), Patrick Reimer, Yasin Ehliz (beide Nürnberg Ice Tigers), Gerrit Fauser (Grizzlys Wolfsburg), Patrick Hager, Philip Gogulla (beide Kölner Haie), Felix Schütz (Rögle BK/Schweden), Frederik Tiffels (Western Michigan University/USA)

Trainer: Marco Sturm - Assistent: Geoff Ward (New Jersey Devils)
Gruppengegner: USA (5. Mai, 20:15 Uhr), Schweden (6. Mai, 20:15 Uhr), Russland (8. Mai, 16:15 Uhr), Slowakei (10. Mai, 20:15 Uhr), Dänemark (12. Mai, 20:15), Italien (13. Mai, 20:15 Uhr), Lettland (16. Mai, 20:15 Uhr)

Malgin hält das NHL-Fähnlein hoch

Die Schweizer Nationalmannschaft hat ebenfalls eine durchwachsene Vorbereitung hinter sich. Aufhorchen ließen die Eidgenossen mit zwei Siegen gegen Russland in Freiburg (2:1) und Biel (2:0). Im letzten Testspiel vor Turnierbeginn bekam die "Nati", wie das Team liebevoll bezeichnet wird, gegen Kanada jedoch die Grenzen aufgezeigt. Gegen Kanada setzte es eine deutliche 1:4-Niederlage. Dabei waren die Schweizer dem Kontrahenten in allen Belangen unterlegen. In Vergleichen mit Dänemark gab es einen Sieg und eine Niederlage.

Im Anschluss an die Begegnung gab Nationaltrainer Patrick Fischer den Kader bekannt, der die Reise nach Paris antritt. Die größte Überraschung für viele Fachleute war der Verzicht auf den Genfer Angreifer Kevin Romy. Der Center zählt zu den erfahrenen Nationalspielern der Schweiz. Er bestritt bereits acht Weltmeisterschaften und nahm an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi teil.

Video: ARI@VAN: Baertschi stiehlt Puck und bezwingt Smith

Mit dabei ist dagegen Denis Malgin von den Florida Panthers. Gerne hätte Fischer auch die beiden NHL-Profis Sven Andrighetto (Colorado Avalanche) und Sven Baertschi (Vancouver Canucks) nach Frankreich mitgenommen. Doch beide mussten wegen Verletzungen passen. Andrighetto plagt sich mit Leistenproblemen herum. Bärtschi zog sich kurz vor Ende der Hauptrunde eine Nackenblessur zu. Besonders Andrighettos Ausfall schmerzt die Eidgenossen. Bei der WM im vergangenen Jahr war er mit drei Treffern und fünf Vorlagen der Top-Scorer des Teams.

Nachdem Luca Sbisa (Vancouver) von sich aus abgesagt hatte und weitere potentielle WM-Kandidaten wie Roman Josi und Yannick Weber (Nashville Predators) sowie Mark Streit (Pittsburgh Penguins) noch in den Playoffs um den Stanley Cup stehen, hält allein Malgin das Fähnlein der NHL-Spieler im Schweizer Nationalteam hoch.

Die Schweizer haben ein vermeintlich leichtes Auftaktprogramm. Ihr erstes Spiel bestreiten die Schweizer am Samstag gegen Aufsteiger Slowenien. Es folgen die Partien gegen Norwegen, Co-Gastgeber Frankreich und Weißrussland. Danach dürfte sich bereits abzeichnen, ob der Weg der Eidgenossen wie geplant ins Viertelfinale führt. Im Anschluss stehen noch die Duelle mit Finnland, Kanada und Tschechien auf dem Spielplan.

Das Schweizer Aufgebot:

Torhüter: Leonardo Genoni (SC Bern), Jonas Hiller (EHC Biel), Niklas Schlegel (ZSC Lions).

Verteidiger: Raphael Diaz (EV Zug), Philippe Furrer (HC Lugano), Joël Genazzi (Lausanne HC), Dean Kukan (Cleveland Monsters/AHL), Romain Loeffel (Genève-Servette HC), Christian Marti (ZSC Lions), Dominik Schlumpf (EV Zug), Ramon Untersander (SC Bern).

Stürmer: Cody Almond (Genève-Servette HC), Andres Ambühl (HC Davos), Simon Bodenmann (SC Bern), Damien Brunner (HC Lugano), Gaëtan Haas (EHC Biel), Fabrice Herzog (ZSC Lions), Denis Hollenstein (EHC Kloten), Denis Malgin (Florida Panthers/NHL), Vincent Praplan (EHC Kloten), Tanner Richard (Syracuse Crunch/AHL), Thomas Rüfenacht (SC Bern), Reto Schäppi (ZSC Lions), Reto Suri (EV Zug), Pius Suter (ZSC Lions).

Trainer: Patrick Fischer. - Assistenten: Tommy Albelin, Christian Wohlwend, Thierry Paterlini.

Gruppengegner: Slowenien (6. Mai, 12:15 Uhr), Norwegen (7. Mai, 20:15), Frankreich (9. Mai, 20:15), Weißrussland (10. Mai, 16:15), Kanada (13. Mai, 20:15), Finnland (14. Mai, 20:15 Uhr), Tschechien (16. Mai, 20:15 Uhr).

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