Die Florida Panthers haben im ersten Spiel der neuen NHL-Saison 2026/27 die Feierlichkeiten des amtierenden Stanley Cup Champions Carolina Hurricanes gestört: Zum Party-Crasher bei der Banner-Zeremonie am Dienstagabend im Lenovo Center schwangen sich insbesondere zwei Panthers-Spieler auf: Torwart Jacob Markstrom feierte einen 15-Save-Shutout, Verteidiger Gustav Forsling gelang mit einem fulminanten Schlagschuss-Hammer der 1:0-Siegtreffer in der Verlängerung.

Beide Teams genießen die Banner-Zeremonie

Schon bevor der erste Puck in der Saison 2026/27 auf NHL-Eis fiel, gab es große Emotionen: Die Hurricanes zogen das Stanley Cup Champion-Banner unters Hallendach und kamen dem Stanley Cup noch einmal ganz nah.

„Es waren so viele Emotionen dabei. Wir haben diese Momente genossen. Es war etwas ganz Besonders“, sagte Carolinas Kapitän Jordan Staal. „Ich wünschte, wir hätten heute besser für die Caniacs (Spitzname für die Fans der Carolina Hurricanes) gespielt. Aber es war schön, den Stanley Cup noch einmal auf dem Eis zu haben und diesen Moment mit ihnen zu teilen.“

„Wir haben eine Chance bekommen, das zu sehen, was wir unbedingt erreichen wollen“, war auch Panthers-Trainer Paul Maurice von der Banner-Zeremonie angetan. „Es ist wichtig, dass sich beide Teams für solche Erfolge gegenseitig respektieren. Egal ob es ein Meilenstein für einen individuellen Spieler ist oder ein Stanley Cup. Sie haben sich das Recht verdient, eine so lange Zeremonie abzuhalten, wie sie möchten. Es war sehr schön.“

„Das hat ein paar Erinnerungen vorgerufen, als wir gewonnen hatten“, sagte Forsling, der den Stanley Cup 2024 und 2025 mit Florida gewann. „Das Gefühl war wieder da. Wir wussten, dass sie motiviert starten würden, aber wir waren bereit.“

FLA@CAR: Die Hurricanes ehren vor dem Spiel das Stanley Cup Siegerteam von 2026

Markstrom ist unüberwindbar

Im ersten Drittel ließ die Panthers-Defensive gerade einmal drei gegnerische Torschüsse zu. Nach 64:55 Minuten Eishockey waren es nur deren 15. Sie alle wurden entschärft von Markstrom, der kaum hätte besser in seine zweite Amtszeit in Florida hätte starten können. Der 36-jährige Schwede war im NHL Draft 2008 in der 2. Runde an 31. Stelle von den Panthers gedraftet worden und fing zwischen 2010 und 2014 bereits knapp vier Jahre für Florida. Nach zwölf Jahren in der Liga (2014-2020: Vancouver Canucks, 2020-2024: Calgary Flames, 2024-2026: New Jersey Devils) kehrte er in diesem Sommer zurück und erhielt zum Saison-Auftakt den Vorzug vor seinem Schweizer Kollegen Akira Schmid. Das Vertrauen zahlte Markstrom mit seinem 26. Karriere-Shutout in der NHL zurück.

„Er hat viel Ruhe ausgestrahlt und ein paar unglaubliche Paraden gezeigt. Ich freue mich sehr für ihn, dass er so einen guten Start erleben konnte“, lobte Landsmann Forsling.

„Er war gut. Und das, obwohl er Phasen hatte, in denen er nicht viel zu tun hatte“, adelte auch Maurice. „Er ist damit umgegangen wie ein Veteran.“

FLA@CAR: Markstrom verbucht seinen 26. NHL-Shutout im ersten Spiel der Saison 2026/27

Forsling-Hammer bringt die Entscheidung

Weil auch Carolinas Goalie Brandon Bussi (19 Saves, 95 Prozent Fangquote) ein starkes Spiel lieferte, mussten die Zuschauer bis fünf Sekunden vor dem Ende der Overtime auf den ersten und einzigen Treffer an diesem Abend warten.

Carter Verhaeghe legte aus halblinker Position zentral zurück an die blaue Linie, wo Forsling einen wuchtigen Schlagschuss in die Maschen donnerte.

„Es fühlt sich richtig gut an. Ich schieße nicht oft Tore, also ist es immer schön, zu treffen“, grinste der 30-jährige Zwei-Wege-Verteidiger. „Mein erster Schussversuch war so schlecht, da musste ich mich rächen. Es war nicht mehr viel Zeit auf der Uhr, also musste ich mich anspielbar machen, und Verhaeghe spielt einen perfekten Pass.“

„Wir werden ihm keine Handschellen anlegen. Er kann so einen Schuss immer abgeben, wenn er es möchte. Aber er ist ein cleverer Spieler und mag es nicht, wenn seine Schüsse geblockt werden“, sagte Maurice, der die harten Schüsse von Forsling künftig öfters sehen möchte. „Er ist ein kraftvoller und fitter Mann - er hat ein unglaubliches Spiel gespielt und hat am Ende noch die Kraft, so einen Schuss loszulassen. Wir sind froh, dass wir ihn haben.“

FLA@CAR: Forsling donnert den Puck mit einem Schlagschuss zum Overtime-Winner

„Playoff-Hockey“ und Tkachuk-Einstand

Das erste Saisonspiel 2026/27 war zwar wenig torreich, aber direkt sehr intensiv. Das belegen 41:43 Checks. „Das war Hockey im Playoff-Stil. So hat es sich für mich angefühlt. Es war überragend und hat echt Spaß gemacht“, so Forsling.

„Ja, so hat es sich angefühlt“, bestätigte aus Staal. „Ich war nicht überrascht, dass es da draußen kaum Platz gab.“

Es war also auch ein Auftakt wie gemacht für Panthers-Neuzugang Brady Tkachuk, der bei seinem Debüt für Florida fünf Checks fuhr, einen Plus-Minus-Wert von +1 verzeichente 16:33 Minuten Eiszeit erhielt. Brady spielte erstmals in einem NHL-Spiel mit seinem Bruder Matthew Tkachuk.

„Das ist ein tolles Gefühl“, sagte Brady Tkachuk. „Es war großartig, aber als das Spiel dann losging, spielte das keine Rolle mehr. Es war cool, sich aufzuwärmen und ins Spiel zu starten, in dem Wissen, dass er im selben Team spielt. Aber sobald das Spiel losging, gab es nur noch ein Ziel, und das war, die zwei Punkte zu holen.“

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