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JJ Peterka spielt seine sechste Saison in der NHL. Der 24-jährige Münchner wurde im NHL Draft 2020 in der 2. Runde an 34. Stelle von den Buffalo Sabres gedraftet, trug auch schon das Trikot des Utah Mammoth und schnürt seit der Saison 2026/27 die Schlittschuhe für die Boston Bruins. Exklusiv für NHL.com/de schreibt Peterka exklusiv über aktuelle Themen.

In dieser Ausgabe: Der Start in Boston, die Chemie mit Pastrnak und die Beziehung zu Sturm und Reichel

Boston ist echt cool! Es gibt hier super viele Restaurants und Cafés. Leider ist das Wetter nicht mehr so gut, wie noch am Anfang. Trotzdem konnte ich viel spazieren gehen.

Nachdem der Trade zu den Bruins durch war, kam der erste Anruf von Marco Sturm. Das war echt lustig. Als ich dann in Boston angekommen bin, hatte ich natürlich als erstes Kontakt mit Lukas Reichel. Wobei ich auch im Sommer schon Kontakt zu Charlie McAvoy hatte, denn er war zur Behandlung in München. Ich habe ihn also in der Heimat getroffen. Damit war er der erste Spieler, den ich kennenlernen durfte, von den neuen Mitspielern, die ich zuvor noch nicht gekannt hatte.

Die Top-5-Tore von JJ Peterka in der Saison 2025/26

Ich würde sagen, dass ich mittlerweile am meisten etwas mit Mason Lohrei, Casey Mittelstadt, Connor Clifton und Henri Jokiharju unternehme. Viele von ihnen kenne ich ja noch aus Buffalo. Ganz generell ist das ganze Team dick miteinander. Wir unternehmen auch sehr viel neben dem Eis.

Mit Luki bin ich natürlich nach wie vor super eng. Wir sind fast jeden Tag zusammen, gehen oft nachmittags auf einen gemeinsamen Kaffee oder zusammen Abendessen. Am Wochenende chillen wir auch mal entspannt auf der Coach und schauen uns etwas an. Es hilft, wenn man auch mal auf Deutsch quatschen kann. Das ist eine angenehme Abwechslung hier in Amerika und tut einem richtig gut. 

Dass Luki jetzt in die Minors geschickt wurde, ist natürlich bitter für ihn. Immerhin wohnt er weiterhin in Boston, denn das ist nicht allzu weit von Providence entfernt. Aber er hatte eine gute Preseason, und es war nicht leicht für ihn bei einem so kurzen Camp. Ich bin mir sicher, dass er zu irgendeinem Zeitpunkt wieder hoch in die NHL kommen wird. Er hat die Qualität und alles, was es dazu braucht. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Mit Marco Sturm auch einen deutschen Trainer zu haben, ist super. Er hilft mir dabei, das neue System kennenzulernen und mich in der neuen Stadt und mit dem ganzen Drumherum zurechtzufinden. In den Gesprächen untereinander reden wir natürlich Deutsch. Wir hatten schon über den Sommer hinweg viel Kontakt, oft telefoniert und gequatscht. Ich genieße das wirklich.

Unser Spielsystem ist sehr darauf ausgelegt, schnell zu sein, viel zu laufen und gut umzuschalten. Das spielt mir ganz gut in die Karten, denn all das würde ich zu meinen Stärken zählen. Entsprechend gut läuft die Umstellung. Es macht super viel Spaß!

In der gesamten Preseason habe ich mich gut gefühlt. Das war wichtig für das Timing mit den neuen Mitspielern. Wir wollten schauen, dass wir schnell eine gute Chemie finden. Ich kann ein sehr gutes Gefühl mitnehmen und fühle mich bereits für den Saisonstart.

Wenn ich mir aussuchen könnte, mit wem ich in einer Reihe spiele, dann würde ich David Pastnak nehmen, mit dem ich ja auch ein Preseason-Spiel stürmen durfte. Er ist ein spektakulärer Spieler und hat alles: Übersicht, er kann Tore schießen und einfach das komplette Paket. Er ist einer der besten Spieler der Liga. Entsprechend macht es schon extrem viel Spaß mit ihm. Unser Trio könnte Mittelstadt, Elias Lindholm oder Paval Zacha als Center komplettieren. Es fällt mir schwer, mich hier festzulegen, denn wir sind in der Mannschaft echt gut ausbalanciert. Aber ich würde mir wohl Lindholm aussuchen, denn wir verstehen uns auch neben dem Eis super. So eine Europa-Connection - das hätte doch was oder?

Dass Pastrnak zum Kapitän ernannt wurde, ist natürlich top und freut mich sehr für ihn. Ich kenne ihn noch nicht so lange, aber in der Zeit, in der ich hier bin, hat er mich gut aufgenommen und dafür gesorgt, dass es mir auch gut geht. Ich kann die Entscheidung also gut nachvollziehen. Er ist schon viele Jahre in der NHL und in Boston - er ist mit diesem Franchise durch dick und dünn gegangen. Auch McAvoy war einer dieser Leute, die von Anfang an viel Ruhe ausgestrahlt haben und geschaut haben, dass alles passt. Ich finde, auch Jeremy Swayman und Lindholm bringen etwas mit, was echt positiv für die Kabine ist.

Boston Bruins v Washington Capitals

Apropos: Wenn man in unsere Kabine kommt, dann macht das was mit einem - diese ganze Tradition und die Spieler-Porträts, die da an der Wand hängen. Überhaupt ist das Stadion hier richtig beeindruckend. Schon bei meinem ersten Testspiel hier, es war ein Dienstag, war es voll, mit einem super Publikum, das für eine tolle Stimmung gesorgt hat. 

Entsprechend ist die Vorfreude auf den Heim-Auftakt natürlich riesig! Am meisten freue ich mich aufs Einlaufen. In einer Sportstadt wie Boston, mit so eishockeyverrückten Fans, da wird es Gänsehaut-Atmosphäre geben. Wir wollen natürlich mit einem Sieg gegen die New York Rangers starten. Ich will alles mitnehmen und freue mich auf eine super-coole Erfahrung. Darauf habe ich schon den ganzen Sommer entgegengefiebert…

Bis zum nächsten Mal.

Servus,

Euer JJ

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