Das Beste der Toronto Maple Leafs

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Training Camps zur Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga genauer unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen.
In dieser Ausgabe: Toronto Maple Leafs

Nach einer starken regulären Saison folgte für die Toronto Maple Leafs einmal mehr in den Stanley Cup Playoffs die große Enttäuschung. Mit 115 Punkten (54-21-7) hatten sie die Hauptrunde als zweitbestes Team der Atlantic Division abgeschlossen, nur um in der ersten Runde der Playoffs an den Tampa Bay Lightning zu scheitern. Seit der Saison 2003/04 haben die Maple Leafs keine Endrundenserie mehr gewonnen. Diese Misere soll in der kommenden Saison endlich vorbei sein.
Schlüsselspieler
In der Offensive der Maple Leafs sammelt sich an der Spitze beachtliche Durchschlagskraft. Torjäger Auston Matthews erzielte in der abgelaufenen Saison 106 Punkte (60 Tore, 46 Assists) und holte zum zweiten Mal in Folge die Rocket Richard Trophy für den besten Torschützen. Mitch Marner folgte mit 97 Punkten (35 Tore, 62 Assists) immerhin noch als zehntbester Scorer der NHL. William Nylander verbuchte 80 Punkte (34 Tore, 46 Assists) und Kapitän John Tavares sammelte 76 Punkte (27 Tore, 49 Assists).

Matthews Top 5 Tore in 2021/22

In der Abwehr ist Offensivverteidiger Morgan Rielly mit 68 Punkten (10 Tore, 58 Assists) die klare Nummer eins. Im Tor darf man gespannt auf die Neuzugänge Matt Murray und Ilya Samsonov sein. Beide zeigten in der Vergangenheit, dass sie zu starken Leistungen fähig sind, haben jedoch eine schwache Saison hinter sich.

Marners Top 5 Tore in 2021/22

Stärken
Die klare Stärke der Maple Leafs ist die Offensive. Mit 3,8 Toren pro Spiel stellten sie vergangene Saison den zweitbesten Angriff der Liga, nur die Florida Panthers konnten diesen Wert überbieten (4,11). Die Offensive ist allerdings stark von den Spitzenkräften abhängig. Sollte sich einer von ihnen verletzen, könnte das zu Problemen führen. Michael Bunting, der mit 63 Punkten (23 Tore, 40 Assists) Finalist für die Calder Trophy als bester Rookie der Saison war, könnte hier Entlastung bringen, wenn er seine Leistungen bestätigen kann.

TOR@DET: Bunting erzielt seinen zweiten Hattrick

Verbesserungspotenziale
Mit der Abwehr können die Maple Leafs weniger zufrieden sein. 3,07 Tore kassierten sie pro Spiel, das bedeutete ligaweit Platz 19. Trotz erfahrener Verteidiger wie Mark Giordano und TJ Brodie fehlte Stabilität in der Defensive. Hinter den neuen Torleuten Murray und Samsonov stehen Fragezeichen. Murray erwies sich in den vergangenen Jahren als verletzungsanfällig. Dazu mangelte es ihm genauso wie Samsonov an Konstanz. Samsonov hat mit 89,6 Prozent Fangquote und 3,02 Gegentoren pro Spiel seine statistisch gesehen schlechteste Saison hinter sich, Murray kam auf 90,6 Prozent und 3,05 Gegentore.
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Spieler aus DACH
Toronto verpflichtete diesen Sommer den Schweizer Denis Malgin, der in den vergangenen beiden Saisons für Lausanne und die ZSC Lions in der National League tätig war. Für die beiden Klubs erzielte er in insgesamt 93 Spielen 94 Punkte (40 Tore, 54 Assists). Trotz der guten Zahlen in der Heimat wird er bei den Maple Leafs um einen Platz im Kader kämpfen müssen.
Vielversprechende Talente
Das aussichtsreichste Talent ist Nicholas Robertson. Der Zweitrundendraft aus dem Jahr 2019 hätte vermutlich in der vergangenen Saison bereits eine größere Rolle gespielt, hatte jedoch Verletzungspech. Er kam nur auf zehn Spiele bei den Maple Leafs, in denen er sein erstes NHL-Tor erzielte. In der American Hockey League schlugen sich zudem Joey Anderson und Alex Steeves recht gut. Anderson erzielte in 56 Spielen für die Toronto Marlies 42 Punkte (26 Tore, 16 Assists), Steeves kam in seiner ersten AHL-Saison in 58 Partien auf 46 Zähler (23 Tore, 23 Assists).
Playoff-Chancen
Die Maple Leafs sollten die Playoffs genau wie in den vergangenen sechs Saisons erreichen. Die Qualität in der Spitze ist schlicht zu groß, um in der regulären Saison zu scheitern. Sollten Murray und Samsonov im Tor eine gute Saison haben, könnten die Maple Leafs auch zum ersten Mal seit 2004 eine Playoff-Serie gewinnen.